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Salesforce trommelt für die vierte industrielle Revolution

Salesforce trommelt für die vierte industrielle Revolution

Die Webseite zur längst ausgebuchten Dreamforce 2017

(Bild: Salesforce)

Das Websoftwarehaus Salesforce nutzt seine am heutigen Montag eröffnete Anwenderkonferenz Dreamforce für ambitionierte Ankündigungen neuer Unternehmens-Webdienste

170.000 zahlende Teilnehmer soll die am Montag eröffnete Dreamforce, die Hausmesse des Webdienst-Anbieters Salesforce, laut Veranstalter nach San Francisco gelockt haben. Besser nachprüfbar ist die Zahl von mehr als 3.000 angekündigten Dreamforce-Vorträgen, -Gesprächsrunden und Workshops zu den Salesforce-relevanten Themen. Das sind außer Anleitungen zum Umgang mit den Erzeugnissen des Anbieters etwa genauso viele Veranstaltungen zu allgemeinen Geschäftsstrategien, Empfehlungen für Startups, für IT-orientierte Frauen und Unternehmerinnen sowie am Rande einige Vorträge über Bildungs- und Umweltthemen. Drei Schwerpunkte rufen die Salesforce-Entwickler für die anstehende digitale Revolution aus.

Ein Schwerpunkt mit vielen Details ist der Vereinfachung und Personalisierung von Softwarelösungen gewidmet. Die Zielsetzung will das Unternehmen schon dadurch verdeutlichen, dass viele Produkte jetzt nicht mehr XYZ heißen, sondern myXYZ. Das gilt etwa für mySalesforce, die Software zum Entwickeln mobiler Apps, die jetzt mausgesteuert bis zum automatischen Funktionstest und der Publikation über App-Stores ablaufen soll. Ähnlich einfach sollen sich Daten vernetzter Sensoren und Maschinen über das Interface myIoT in Salesforce-Anwendungen einbinden lassen. In myLightning geht es um die Entwicklung individualisierter Abläufe, Sichten und Themes. Das soll Unternehmen helfen, ihr eigenes Corporate Image in Software zu gießen. Besonders detailliert sind die Ankündigungen zu myTrailhead ausgefallen. Das ist die Salesforce-Lehrmittelsammlung, mit der sich Anwender spielerisch im Umgang mit den verfügbaren Software-Werkzeugen fortbilden können.

Der zweite Schwerpunkt liegt auf der KI-Engine Einstein. Zusätzlich zu den bereits abonnierbaren, schlüsselfertigen Funktionen kündigt Salesforce für den Sommer 2018 den myEinstein Prediction Builder und myEinstein Bots an. Beide Produkte befinden sich aktuell im Pilotstadium und sollen nach Fertigstellung auch Nutzern ohne spezielle Vorbildung zur Hand gehen. Laut Anbieter liefert Einstein auf Basis neuronaler Netze aktuell 475 Millionen Prognosen täglich; das soll noch mehr werden, wenn sich die Grundlagen zum Aufspannen selbstlernender Netze demnächst ohne Anwender-geschriebenen Code einfach mit der Maus festlegen lassen. MyEinstein Bots sollen [–] ebenfalls selbstlernend [–] natürlichsprachliche Fragen entweder mit vorgefertigten Texten beantworten oder an zuständige Sachbearbeiter weiterleiten. Wie weit lernfähige Software dabei auf die Expertise ihrer Anwender angewiesen bleibt, hat Chief Scientist Richard Socher kürzlich im c‘t-Interview erläutert.

Ganz ohne „my“ kommt die Neuvorstellung Quip aus. Sie bildet den dritten Schwerpunkt und soll das Teamwork fördern. Auf der „Collaboration Platform“ sollen sich Objekte wie Chats, Tabellenblätter und Textdokumente mit Echtzeitdaten so auf einem gemeinsamen Canvas arrangieren lassen, dass mehrere Teammitglieder gleichzeitig an und mit den Daten arbeiten können.

Weitere Details zu den angekündigten Neuerungen sollten in den kommenden Veranstaltungen der Dreamforce erkennbar werden.


(hps)