/Robuster Pilz könnte selbstheilenden Beton ermöglichen

Robuster Pilz könnte selbstheilenden Beton ermöglichen

Robuster Pilz könnte selbstheilenden Beton ermöglichen


Sascha Mattke

Seit langem suchen Materialwissenschaftler nach einer Möglichkeit, Risse in Beton mit speziellen Zusätzen automatisch zu füllen. Neue Hoffnung weckt jetzt eine Pilzart, die auch in widrigen Bedingungen gedeiht.

In vielen Ländern, auch reichen, verfallen grundlegende Infrastrukturen wie Straßen, Brücken und Fußwege. Je länger gegen diesen Verfall nichts unternommen wird, desto teurer und aufwendiger werden die Reparaturen, und selbst Einstürze sind nicht auszuschließen. Forscher der Rutgers University haben jetzt einen Ansatz entwickelt, der das künftig verhindern könnte: Ein widerstandsfähiger Pilz, der die Bildung von Kalziumkarbonat als Füllmittel für Risse begünstigt, soll mit in den Beton gemischt werden. Das berichtet Technology Review online in “Pilze als Infrastruktur-Retter?“.

Materialwissenschaftler hoffen seit langem darauf, eine Möglichkeit zur Selbstreparatur von Beton zu finden. Einer der Ansätze war, Beton mit Polymerfasern zu füllen, in denen sich ein Harz befindet, das bei Rissen in diese hineinläuft. Wie sich jedoch herausstellte, haben Beton und Harz unterschiedliche Eigenschaften bei der Wärmeausdehnung. Ein besseres Füllmaterial ist Kalziumkarbonat, das gut an Beton bindet und ähnliche strukturelle Eigenschaften hat. Derartige Mineralien werden von unterschiedlichen Bakterien produziert, doch diese setzen auch Nebenprodukte frei, die für Straßen und Umwelt gleichermaßen schädlich sein können.

Eine potenziell bessere Lösung haben Ning Zhang und Kollegen gefunden: einen Pilz namens Trichoderma reesei. Dessen Sporen können auch unter stark alkalischen Bedingungen keimen und bilden einen faserigen Pilz, der die Bildung von Kalziumkarbonat unterstützt. Allerdings ist noch nicht geklärt, ob Sporen von Trichoderma reesei überleben, wenn sie in Beton gemischt werden. Tatsächlich erscheint das eher unwahrscheinlich, denn dazu müssten sie sich in Poren innerhalb des Betons befinden – und wie die Forscher feststellten, sind die Sporen relativ groß. Als mögliche Abhilfe schlägt das Team vor, beim Anmischen von Beton auch Luftblasen hinzuzufügen.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)