/Projekt “Die Astronautin”: Kandidatinnen beginnen Ausbildung in Moskau

Projekt “Die Astronautin”: Kandidatinnen beginnen Ausbildung in Moskau

(Bild: “Die Astronautin”)

Die Initiative “Die Astronautin” will die Raumfahrerin aus Deutschland vorbereiten und ins All schicken. Jetzt befinden sich die beiden verbliebenen Kandidatinnen für eine Ausbildungseinheit in Moskau. Los geht es mit einem Parabelflug.

Nach einem bundesweiten Astronautinnen-Casting sollen die beiden Siegerinnen am 15. August ihre erste Ausbildungseinheit in Moskau beginnen. Eurofighter-Pilotin Nicola Baumann (32) und Meteorologin Insa Thiele-Eich (34) starten mit einem Parabelflug zur Vorbereitung auf die Schwerelosigkeit, teilten die Organisatoren am Freitag mit. Die beiden Frauen aus Nordrhein-Westfalen hatten sich in einem Auswahlverfahren der privaten Initiative “Die Astronautin” gegen 400 andere Bewerberinnen aus Deutschland durchgesetzt. Auf ihrem Lernprogramm steht nun auch Russisch.



"Die Astronautin"

Insa Thiele-Eich (li.) und Nicola Baumann

Vergrößern

Bild: “Die Astronautin”


Die erste deutsche Astronautin

Ziel der Initiative ist es, einer der beiden Frauen im Jahr 2020 eine zehntägige Mission auf der Internationalen Raumstation (ISS) zu ermöglichen. Über Crowdfunding im Internet kamen für die zweijährige Ausbildung mehr als 65.000 Euro zusammen. Damit ist das Training aber noch nicht finanziert. Die erste Einheit habe ein Sponsor bezahlt, sagte eine Sprecherin. Über die genauen Kosten wollte sie keine Angaben machen. Für die weiteren Einheiten würden noch Spender gesucht.

Die beiden Frauen bekommen ein unterschiedliches Training in Etappen. Insa Thiele-Eich braucht zum Beispiel eine Pilotinnen-Ausbildung, Nicola Baumann wird in Wissenschaft geschult. Die Lerneinheiten finden Schritt für Schritt im In- und Ausland statt. Thiele-Eich promoviert zur Zeit über die Auswirkungen des Klimawandels auf Bangladesch. Die Tochter eines Astronauten lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Königswinter bei Bonn. Nicola Baumann arbeitet für die Bundeswehr in Nörvenich bei Köln und ist als Majorin für die Luftraumüberwachung in Deutschland und anderen NATO-Staaten zuständig. Die studierte Luft- und Raumfahrttechnikerin ist mit einem US-amerikanischen Luftwaffen-Piloten verheiratet.

Noch Geld gesucht

Für einen Flug zur ISS sind noch Großspender nötig: Der Einsatz würde bis zu 50 Millionen Euro kosten. Bisher waren nur deutsche Männer im All, die von der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) ausgewählt und ausgebildet wurden. Für die ESA fliegt Alexander Gerst im nächsten Jahr zum zweiten Mal zur ISS. Als erster Deutscher führt er die Raumstation dann als Kommandant.

(dpa) /


(mho)