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Programmiersprache: Ceylon-Projekt landet bei Eclipse Foundation


Red Hat will die JVM-Sprache auf unabhängigere Beine stellen und ist mit der Eclipse Foundation übereingekommen, dass das Projekt zur Entwicklung von Ceylon ein neues Dach unter den Fittichen der Open-Source-Organisation bekommt.

Die Programmiersprache Ceylon wird ein Open-Source-Projekt der Eclipse Foundation. Die JVM-Sprache hatte bislang Red Hat als großen Förderer, ihre maßgeblichen Entwickler arbeiten für den Linux-Distributor und Middleware-Experten.

Genau diese enge Verbindung will man nun mit der Projektmigration Richtung Eclipse auflösen. Bei Red Hat ist man der Meinung, dass es besser sei, das Projekt hinter der Sprache vom Unternehmen organisatorisch zu entkoppeln und an eine mehr oder minder unabhängige Open-Source-Organisation zu übergeben. Das soll dazu führen, dass die Beteiligung an der Entwicklung der Sprache für Entwickler attraktiver wird, da so eine neutrale Basis für das Projekt geschaffen werde – ohne Abhängigkeiten zum Geschäft eines einzelnen Unternehmens.

Red Hat hat der Ankündigung zufolge sehr positive Erfahrung mit der Eclipse Foundation gemacht und beobachtet viele Projekte, die von der Mitgliedschaft in der Open-Source-Organisation profitiert haben. Man versichert außerdem, auch weiterhin an Ceylon mitzuarbeiten und zu helfen, die Programmiersprache innovativ zu halten.

Der Schritt ist anscheinend seit einigen Monaten in der Planung. Doch es hat offenbar etwas Zeit gebraucht, um alle notwendigen gesetzlichen Konflikte abzuarbeiten und die endgültige Genehmigung durch den Vorstand der Eclipse Foundation zu erhalten. Nun ist man bereit, initialen Code an Eclipse zu übergeben. Zusätzlich wurde aber auch beschlossen, eine letzte binärkompatible Version des seit knapp einem Jahr aktuellen Ceylon 1.3 zu veröffentlichen, bevor der Wechsel Richtung Eclipse ganz erfolgt. Die erste Veröffentlichung von Eclipse Ceylon wird aufgrund des Eclipse-Regelwerks nicht binärkompatibel zu Ceylon 1.3 sein, und es mag einiges an Zeit vergehen, bis sie erscheinen wird.

Die für die JVM entworfene und mittlerweile auch für JavaScript-Laufzeitumgebungen gedachte Sprache war vor knapp sechseinhalb Jahren erstmals präsentiert worden. Sie war vor dem Hintergrund entstanden, dass der bei Red Hat arbeitende Spracherfinder Gavin King damals zahlreiche Schwächen bei Java wie das Fehlen von Funktionen höherer Ordnung oder Probleme bei der Metaprogrammierung und in der Syntax bemängelte.

Ceylon ist objektorientiert und statisch typisiert. Ferner soll ein gut lesbarer Code “schädliche Konstrukte” verhindern. Die Sprache verfügt zudem über ein offenbar leistungsfähiges Typsystem. Das Vererbungsmodell Ceylons lehnt sich an Java an. Es sind jedoch generische Typen eingebaut, ebenso Module und die zugehörigen Abhängigkeiten. Ferner behandelt Ceylon Funktionen und Tupel wie Typen. Ceylon-Programme lassen sich in Bytecode kompilieren, der dann plattformunabhängig ist und auf der Java Virtual Machine oder einer JavaScript-Engine läuft. Wahlweise lassen sich Ceylon-Programme aber auch in nativen Code übersetzen, der seinerseits native Bibliotheken verwenden kann.

Ceylon besteht aus Sprachspezifikation, Kommandozeilenwerkzeugen für Java und JavaScript, Modulen zur Code-Organisation, zum Abhängigkeiten-Management und zur Modulisolierung zur Laufzeit sowie aus einem Sprachmodul.


(ane)