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Porschezentrum steht in Flammen – Polizei vermutet G20-Gegner

Einen Tag vor dem G20-Gipfel haben auf dem Gelände des Porschezentrums in Hamburg-Eidelstedt mehrere Fahrzeuge gebrannt. Die Polizei prüfe nun, wie es zu dem Brand am Donnerstagmorgen kam, sagte ein Sprecher. Außerdem wollten die Ermittler klären, ob es einen Zusammenhang mit dem bevorstehenden G20-Gipfel gibt. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt. Am Freitag und Samstag treffen sich in Hamburg die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer.

Es wird der Tag wichtiger Weichenstellungen: An diesem Donnerstag könnten Vorentscheidungen darüber fallen, ob der am Freitag beginnende G20-Gipfel in Hamburg für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Erfolg wird oder nicht. Bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump will sie am Abend im Hamburger Hotel “Atlantic” ausloten, inwieweit er mit seiner nationalistischen Handels- und Wirtschaftspolitik sowie kontroversen Klimapolitik den Gipfel blockieren könnte. Am Nachmittag steht zudem die wohl heikelste Demonstration von Gipfelgegnern an: der Aufzug von 8.000 gewaltbereiten Linksautonomen aus dem In- und Ausland unter dem Motto “Welcome to Hell”. Etwaige Ausschreitungen könnten das Treffen der Staats- und Regierungschefs überlagern.

Alle wichtigen Entwicklungen zum G20-Gipfel in Hamburg lesen Sie HIER im News-Ticker:

+++ Donnerstag, 6. Juli 2017, 10:09 Uhr: Polizeipräsident vermutet G20-Gegner hinter Brand in Porschezentrum +++

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer vermutet Gegner des G20-Gipfels hinter einer Brandstiftung im Hamburger Porschezentrum. Zehn Fahrzeuge waren in der Nacht zum Donnerstag in dem Autohaus in Brand gesetzt worden. “Wir müssen von Brandstiftung ausgehen, der Zusammenhang mit dem G20-Gipfel liegt jetzt wahrscheinlich auf der Hand, aber der muss erstmal nachgewiesen werden”, sagte Meyer im ZDF-“Morgenmagazin.” Neben der Fahndung laufe die Tatortarbeit. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

+++ Donnerstag, 6. Juli 2017, 9:47 Uhr: Sonderzug mit hunderten G20-Gegnern in Hamburg angekommen +++

Mit rund zweieinhalb Stunden Verspätung ist ein Sonderzug mit hunderten G20-Gegnern am Donnerstagvormittag im Hamburger Hauptbahnhof eingetroffen. Der privat gechartete Zug war am Mittwochabend im schweizerischen Basel gestartet und hatte auf seiner Fahrt durch Deutschland auf mehreren Zwischenstopps in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen weitere Demonstranten aufgenommen.

In Hamburg konnten die Reisenden nicht sofort vom Bahnhof in die Stadt aufbrechen, da sie zunächst kontrolliert wurden. Es habe keine Vorkommnisse gegeben, twitterte die Bundespolizei Nord gegen 9.30 Uhr. Die Reisegruppe habe den Hauptbahnhof verlassen.

+++ Donnerstag, 6. Juli 2017, 9:37 Uhr: Hamburgs Polizeipräsident will konsequent gegen Gewalt einschreiten +++

Gegen befürchtete Gewalt linksautonomer Demonstranten zum G20-Gipfel will die Hamburger Polizei konsequent einschreiten. Nach einer friedlichen Demonstration von 11 000 Menschen am Vorabend rüste die Polizei sich am Donnerstag bei der Demo “G20 – Welcome to Hell” für Probleme, sagte Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer im ZDF-“Morgenmagazin”.

+++ Donnerstag, 6. Juli 2017, 9 Uhr: Gabriel: Alle G20-Treffen sollten künftig in New York stattfinden +++

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) verteidigte den Gipfel gegen Kritik. “Es gab selten eine Zeit, in der dieses Treffen so wichtig, so nötig war wie heute”, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag). Er finde es zwar entsetzlich, dass solche Treffen nur noch unter riesigem Sicherheitsaufgebot stattfinden könnten. Aber der Dialog der G20 sei für die Welt überlebenswichtig.

Die Frage sei doch, ob man dieses Treffen der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, die nur einen Teil der Welt repräsentieren, nicht viel stärker in die UN einbinden müsse, sagte Gabriel. Viele Staaten fühlten sich ausgegrenzt. Gabriel und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wollen laut “Bild”-Zeitung am Donnerstag ein Papier vorstellen, in dem sie sich dagegen aussprechen, G20-Konferenzen in Großstädten des Landes mit dem jeweiligen Vorsitz auszurichten. Stattdessen sollten die Gipfel künftig im UN-Gebäude in New York stattfinden.

+++ Donnerstag, 6. Juli 2017, 9 Uhr: Sigmar Gabriel zum Problem Trump: “Wir wollen keine Konfrontation mit den USA” +++

Mit US-Präsident Trump kündigte er einen selbstbewussten Umgang an. “Wir wollen keine Konfrontation mit den USA. Im Gegenteil”, sagte Gabriel. “Aber wir dürfen auch nicht unterwürfig daher kommen. Sondern selbstbewusst und klar.” Thematisch im Fokus stehen die großen Krisen der Welt: etwa der Streit um die Handelspolitik und den Klimaschutz, die Konflikte in Syrien, am Persischen Golf, in der Ukraine und mit Nordkorea. Kurz vor dem ersten Treffen Trumps mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Freitag unternahm das US-Außenministerium bereits einen Vorstoß: Es bot Russland eine Zusammenarbeit im Syrien-Konflikt unter anderem mit Flugverbotszonen an, knüpfte dies aber an mehrere Bedingungen.

+++ Donnerstag, 6. Juli 2017, 7 Uhr: Juncker: “Europa ist in Aufbruchsstimmung” +++

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker rief vor dem G20-Gipfel, an dem er teilnimmt, zu konkreten Schritten gegen Protektionismus und Isolationismus auf. “Europa ist in Aufbruchsstimmung. Das werden wir auch beim G20-Gipfel in Hamburg beweisen”, schrieb er in einem Gastbeitrag für die “Passauer Neue Presse” (Donnerstag). Viele Probleme, wie Terrorismus und Klimawandel, könnten nur mit einer Zusammenarbeit über Grenzen hinweg bewältigt werden.