/Porsche Panamera Sport Turismo (2017): Test, Preis, Motoren Alle Infos zum Panamera Sport Turismo

Porsche Panamera Sport Turismo (2017): Test, Preis, Motoren Alle Infos zum Panamera Sport Turismo

— 18.07.2017

Alle Infos zum Panamera Sport Turismo

Porsche traut sich was und bringt den Panamera als Kombi. Sein Name: Panamera Sport Turismo. Erster Fahrbericht und alle Infos zu Technik und Preisen!

Vorstellung: Porsche bricht das Kombi-Tabu
Interieur: Vorne alles bekannt, hinten geräumig
Fahren: 2,9 Liter-V6-Hybrid surrt leise los
Ausstattung: Allrad ist im Sport Turismo immer dabei
Motoren: Zwischen 330 PS und 550 PS für den Kombi

Vorstellung: Porsche bricht das Kombi-Tabu

AUTO BILD war schon mit dem Panamera Sport Turismo unterwegs (Fahrbericht siehe unten).

Ein Tabu weniger: Porsche wagt sich mit dem Panamera Sport Turismo ans Thema Kombi – auch wenn man den Begriff in Zuffenhausen gar nicht gerne hört. Die neue Karosserievariante des Panamera haben die Zuffenhäuser bereits auf der IAA 2012 angekündigt und viel in die Serienversion hinübergerettet. Der Sport Turismo ist mit seinen 5,05 Meter Länge und 1,93 Meter Breite eine stattliche Erscheinung. Obwohl die Dachlinie nach hinten weniger stark abfällt als bei der Limousine, ist der Neue mit knapp 1,43 Meter sportlich flach. Und konkurrenzlos, denn der einzige Gegner des Kombi-Panamera, der Mercedes CLS Shooting Brake, läuft mit der neuen CLS-Generation ersatzlos aus.

‘Ihre Meinung zum Porsche Panamera Sport Turismo?’

Bis zur B-Säule entspricht der Sport Turismo der Limousine. Am Heck fügt sich die stets elektrisch betätigte Kofferraumklappe stimmig ins Gesamtbild ein. Die Dachlinie mündet in einem Spoiler, der über drei Stellungen verfügt: bis 170 km/h ist er eingefahren, ab 170 km/h (oder im Sport/Sport Plus-Modus) fährt er um acht Grad aus oder das optionale Panorama-Dach ist geöffnet – dann streckt sich die Spoiler-Kante mit 26 Grad in den Wind, um Windgeräusche zu reduzieren. Alternativ kann der Fahrer den Spoiler per Knopfdruck in die Maximalstellung ausfahren.

Ist die Rücksitzbank komplett umgelegt, schluckt der Panamera-Kombi bis zu 1390 Liter. Nicht wesentlich mehr als die Limousine.

Der Zugewinn an Praktikabilität lässt sich anhand der nackten Zahlen nur bedingt messen: Denn mit 520 Litern Kofferraumvolumen bietet der Sport Turismo nur 20 Liter mehr als die Limousine. Aber im Alltag soll die Form der Klappe entscheidende Vorteile beim Beladen des Gepäckabteils haben. Ist die Rücksitzbank umgeklappt, fasst der Panamera Sport Turismo 1390 Liter (als Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo: 1295 Liter). Wenn man die Ladung bis zum Dach stapelt, ergibt sich gegenüber der Limousine ein Plus von 50 Litern. Die Rücksitzbank lässt sich bequem vom Kofferraum aus entriegeln und klappt im Verhältnis 40:20:40 um. Zusätzlich lässt sich der Nutzwert des Kofferraums optional durch Befestigungsschienen, Verzurr-Ösen, ein Gepäcknetz und eine 230 Volt-Steckdose erhöhen.

Interieur: Vorne alles bekannt, hinten geräumig

Vorne gleicht der Sport Turismo der Limousine wie ein Ei dem anderen, hinten ist er sogar für große Menschen (Redakteur Fischer: 1,95m) geräumig.

Auf den vorderen Sitzen entspricht bis auf die Sport-Turismo-Grafik im Display alles dem normalen Panamera. Rückt man eine Reihe weiter Richtung Kofferraum, ändert sich das: Hier glänzt der Sport Turismo mit Platz. Sowohl die Knie als auch der Kopf sind weit entfernt von jeglichen Störern – auch bei 1,95 Meter Körpergröße. Erstmals im Panamera bietet Porsche ein 4+1-Sitzkonzept an. Das bedeutet, dass hinten theoretisch drei Personen sitzen können. In der Praxis möchte man den mittleren Sitzplatz aber wirklich niemandem anbieten. Prädikat: Notsitz für Kinder bis drei Jahre. Schwamm drüber. Auf Wunsch gibt es den Sport Turismo auch mit zwei hinteren Einzelsitzen. Dann lässt sich das luxuriöse Raumgefühl eben ohne Einschränkungen zu zweit genießen. Lange Reisen dürften hier hinten jedenfalls eine wahre Freude sein.

Fahren: 2,9-Liter-V6-Hybrid surrt leise los

Beim kräftigen Tritt auf das Gaspedal arbeiten beide Motoren zusammen. In 4,6 Sekunden geht es dann auf 100 km/h.

Der schönste Platz im Porsche-Kombi ist vorne links. Nach dem Dreh des Schlüssels – natürlich links vom Lenkrad – herrscht Porsche-untypische Stille. Einzig die Anzeige vor dem steil stehenden Sportlenkrad signalisiert, dass der Porsche bereit ist. Wahlhebel auf D, los geht es. Nahezu lautlos nimmt der Panamera Fahrt auf, einzig das leise Summen des Elektromotors ist zu hören. Dafür geht es in gerade mal 5,8 Sekunden auf Stadtgeschwindigkeit und dann munter weiter bis 140 km/h – ohne dass der Benziner einspringen müsste. Klar, das fühlt sich jetzt nicht nach der angegebenen Systemleistung von 462 PS an. Aber zum Verkehrshindernis wird der Porsche natürlich trotzdem nicht. Drückt der Fahrer das Gaspedal voll durch, arbeiten beide Motoren zusammen. Dann klingt der Panamera nicht nur porschig, er beschleunigt auch so. In 4,6 Sekunden geht es auf 100, bei 275 km/h wäre erst Schluss. Der Sound des bei Audi entwickelten 2,9-Liter-V6 ist phänomenal, sein bassig-rauchiger Klang sorgt ab 3000 Umdrehungen für strammstehende Härchen auf den Armen, beim Erreichen des roten Bereichs sogar für ein wenig Gänsehaut.

Dazu kommt ein Fahrwerk, das auf der einen Seite ausreichenden Komfort bietet, in Kurven aber zeigt, dass Porsche seine Autos auf dem Nürburgring abstimmt. Neutral und immer viel zu schnell lässt es sich um die Ecken pfeifen. Wäre nicht die enorme Breite, man könnte am Steuer vergessen, dass sich hinter einem noch eine Sitzbank und eben ein Kombi-Kofferraum befinden.

Ausstattung: Allrad ist immer an Bord

Praktisch: Für den Panamera Sport Turismo gibt es sogar eine Anhängerkupplung.

Allrad ist im Sport Turismo immer Serie. Außerdem verbaut Porsche in allen S-Modellen des Porsche-Kombi eine Luftfederung mit drei Kammern. Der Rest entspricht der Limousine: Klassische Knöpfe und Schalter werden an vielen Stellen durch berührungsempfindliche Flächen ersetzt. Die fünf Rundinstrumente in der Tachoeinheit sind passé. Nur noch der mittige Drehzalmesser ist analog. Links und rechts daneben sitzt jetzt jeweils ein sieben Zoll großes Display. Das 12,3 Zoll große Infotainment-System im Armaturenbrett ist ebenfalls ein Touchscreen und kann Online-Navigation, Porsche-Connect, Apple CarPlay und mehr. Und auch bei den Assistenzsystemen hat Porsche aufgerüstet. Neu ist der Nachtsichtassistent, der mit einer Wärmebildkamera Menschen und Tiere frühzeitig erkennen soll und den Fahrer warnt. Erstmals bietet Porsche zudem das neu entwickelte Porsche InnoDrive mit Abstandsregeltempomat an. Dabei berechnet das Fahrzeug optimale Beschleunigungs- und Verzögerungswerte für die nächsten drei Kilometer. Weitere optionale Komfort-Goodies: ein Panorama-Ausstelldach, Massagesitze oder ein Burmester-Soundsystem.

Motoren: Zwischen 330 PS und 550 PS für den Kombi

Die Rucksack-Version des Panamera übernimmt die meisten Motorenoptionen von der Limousine – bis auf den 330 PS-V6 mit Hinterradantrieb und den 680 PS starken Turbo S E-Hybrid. Erhältlich ist der Kombi mit folgenden Motor- und Antriebsversionen: Panamera Sport Turismo 4 (330 PS), Panamera Sport Turismo 4S (440 PS), Panamera Sport Turismo 4S Diesel (422 PS), Panamera Sport Turismo E-Hybrid (462 PS) und Panamera Sport Turismo Turbo (550 PS). Mit den Fahrleistungen hält Porsche noch hinterm Berg. AUTO BILD geht jedoch davon aus, dass sie im Großen und Ganzen denen der Limousine entsprechen. Der Marktstart des ersten Porsche-Kombi ist dagegen schon bekannt: Am 7. Oktober 2017 steht der Sport Turismo bei den Händlern, bestellbar ist er ab sofort. Die Preise im Überblick:

Panamera 4 Sport Turismo: ab 97.557 Euro
● Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo: ab 112.075 Euro
Panamera 4S Sport Turismo: ab 120.048 Euro
Panamera 4S Diesel Sport Turismo: ab 123.975 Euro
Panamera Turbo Sport Turismo: ab 158.604 Euro