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Pokémon Go: Update bringt wenig Linderung

Pokémon Go: Update bringt wenig Linderung


Gerald Himmelein

Die Raids und das neue Arena-System des Smartphone-Spiels machen Spaß, die vielen Bugs sorgen aber auch für Frust. Das Update 0.67.2 für Android und 1.37.2 für iOS sollte es richten, erfüllt die Erwartungen aber nur teilweise.

Seit Freitag verteilt Niantic für sein Augmented-Reality-Spiel Pokémon Go ein kleines Update. Unter Android trägt es die Revisionsnummer 0.67.2, iOS-Spieler erhalten die Revision 1.37.2. Laut Google Play bringt es “Kleinere Fehlerkorrekturen”; das offizielle Update-Blog kommentiert es überhaupt nicht.



Pokémon Go: Update bringt wenig Linderung

Die Empfehlung orientiert sich an niedrigeren Spieler-Levels.

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Parallel zum Update öffnete Niantic das neue Raid-System für Spieler ab Level 5. Das erklärt womöglich die Empfehlungen, die Niantic vor dem Einlösen eines Raid-Passes einblendet: Selbst für einen praktisch wehrlosen Karpador wird eine Gruppengröße von 5 nahegelegt. Anders als bei Arena-Verteidigern passen sich die Wettkampfpunkte der Raid-Bosse nicht an das Spieler-Level an.

Schritte gegen den Raid-Blues

Einerseits erfreuen sich die Raids großen Zuspruchs, andererseits sorgt die Umsetzung für viel Frust. Insbesondere bei Gruppen-Raids bekommen Spieler sowohl in der Kampf-Lobby als auch während des Kampfes immer wieder “Netzwerkfehler”-Meldungen zu sehen.

Grund scheinen Probleme bei der Server-Synchronisation zu sein. Sie lassen sich zwar reduzieren, indem man das Spiel vor dem Raid beendet und neu startet. Doch auch nach dem Update auf 0.67.2 hagelt es in der Lobby während der Kämpfer-Auswahl weiterhin Fehler. Zumindest der Raid-Kampf selbst verläuft aber deutlich flüssiger. Teilweise funktionieren sogar schon Ausweichmanöver, die anfangs fast immer an Server-Lag scheiterten.

Nur einer darf rein? Muss nicht sein



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Zwei Spieler sind nicht genug.

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Besiegen mehrere Spieler eines Teams gemeinsam eine Arena, kann danach zunächst nur einer von ihnen die Arena belegen. Die anderen müssen mindestens zehn Minuten warten, bis sie sich dazusetzen dürfen – solange verweigert das Spiel alle Versuche mit dem Hinweis, es finde gerade ein Kampf statt. Niantic hat den Bug bereits vor einer Woche bestätigt, das Update beseitigt ihn aber nicht.

Immerhin lässt sich das Problem auf zweierlei Wegen umgehen:

  1. Alle Spieler tippen gleichzeitig auf ihren Geräten auf den Knopf “Pokémon hinzufügen”, wählen dann ihren Verteidiger aus und bestätigen zeitgleich die Rückfrage des Spiels, ob man das Pokémon in die Arena setzen wolle.
  2. Ist es hierfür schon zu spät, setzen die anderen Spieler die Uhr ihres Smartphones zehn Minuten in die Zukunft, wechseln dann zurück ins Spiel und… Magie… der “Pokémon-hinzufügen”-Knopf ist wieder aktiv. Hierfür muss man das Spiel nicht einmal beenden. Nach erfolgreichem Hinzufügen des Verteidigers sollte man die Zeit aber unbedingt wieder mit dem Mobilnetz synchronisieren, sonst entstehen neue Probleme.

Bugs, Bugs, Bugs …



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Ein Raid-Boss vor der Offenbarung.

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Andere signifikante Programmfehler feiern auch nach dem .2-Update fröhliche Urständ: So beendet sich das Spiel vor Arena-Kämpfen immer wieder spontan selbst. Besonders merkwürdig ist dabei, dass bei gemeinsamen Angriffen alle beteiligten Smartphones gleichzeitig abstürzen, gleich ob Android oder iOS.

Im Verlauf von Arena-Kämpfen leeren und füllen sich die Gesundheitsbalken von Angreifer und Verteidiger immer wieder spontan. Auch der “Death Loop” ist nicht beseitigt, bei dem sich gerade ohnmächtig gewordene Angreifer nach zwei Sekunden wieder materialisieren, nur um gleich wieder umzufallen.

Raids beginnen für einige Spieler mit mehreren Sekunden Verzögerung – trotz mit dem zentralen Zeit-Server synchronisierter Uhr. So kämpft der eine schon, während der andere noch fünf Sekunden in der Lobby verbringt. Kämpfe gegen Bosse mit Level 3 oder 4 sind somit erst ab einer Gruppenstärke von drei bis fünf Spielern zu bewältigen.

Auch belastet das Spiel die Geräte weiterhin bis ans Limit: Bei aktivem Spielen wird das Smartphone schnell heiß und seinen Ruf als Akku-Leersauger wird Pokémon Go auch nicht mehr so schnell los. Der Trend geht zur zweiten Powerbank im Gepäck.


(ghi)