/Pokémon Go Safari Zone: In Oberhausen sind die Monster los

Pokémon Go Safari Zone: In Oberhausen sind die Monster los

Pokémon Go Safari Zone: In Oberhausen sind die Monster los


Florian Müssig

(Bild: Niantic)

Mehrere tausend Pokémon-Go-Spieler haben sich zum ersten offiziellen Event in Oberhausen eingefunden: Im Einkaufszentrum Centro und der direkten Umgebung gab es seltene Pokémon im Überfluss – und auch die Serververbindungen liefen größtenteils problemlos.

4000 Tickets in 90 Sekunden – so schnell waren alle Plätze vergeben, als letzte Woche die Registrierungsseite für das erste offizielle Pokémon-Event in Deutschland online ging. Das waren deutlich weniger Tickets als Interessenten, die sich auf die Jagd nach seltenen Pokémon begeben wollten – daher auch der Event-Name Safari Zone. Obwohl das Einkaufszentrum Centro als Niantics Event-Partner kurz darauf nochmal 250 Tickets unter Inhabern seines Treue-Programms verloste, gingen viele Interessierte leer aus.

Netzvorsorge



Pokémon Go Safari Zone: In Oberhausen sind die Monster los

Vodafone hat extra für das Pokémon-Go-Event einen mobilen Sendemast aufgestellt.

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Bild: c’t / Florian Müssig



Trotzdem ist das Event ein Erfolg, weil in mehrfacher Hinsicht vorgesorgt wurde. Anders als noch beim ersten Pokémon-Go-Event in Chicago, das wegen massiver Netzwerkprobleme zum unspielbaren Fiasko wurde, konnte man in Oberhausen recht problemlos spielen. Dementsprechend machten die Spieler den ganzen Tag über einen zufriedenen Eindruck.

Für die gute Mobilfunkversorgung stellte Vodafone auf dem Vorplatz einen zusätzlichen Sendemast auf und sorgte dadurch für einen reibungslosen Betrieb. Die Telekom hatte die eigenen Funkzellen zwar verstärkt, doch an neuralgischen Punkten wie etwa dem Food Court zur Mittagszeit gab es dennoch Hakeleien. Größere anhaltende Flüche hörte man hauptsächlich von O2-Nutzern.

Das kostenlose WLAN des Centro war nicht immer eine Alternative: Zwar hatte das Center-Management die Access Points im Vorfeld nochmals aufgerüstet, doch mit Mobilfunkverbindung fuhr man in den meisten Fällen trotzdem besser. Die Probleme dürften nicht auf Störversuche zurückzuführen sein, die frustrierte, weil ticketlose Spieler im Vorfeld angekündigte hatten: So wurde unter anderem die Bandbreite pro Nutzer auf 4 MBit/s begrenzt, um Blockaden per sinnlosem Videostreaming zu unterbinden. Stattdessen war das WLAN wohl schlicht wegen der vielen Clients am Limit: Zusätzlich zu den Pokémon-Spielern hatte das Centro mit rund 75000 regulären Besuchern gerechnet.

Ansonsten hatten die Veranstalter die Spieler im Griff. Obwohl das Event erst um 10 Uhr begann, hatte das Centro vorab angekündigt, das Spieler mit Ticket sich schon um 8 Uhr vor Ort registrieren konnten – und weil es tatsächlich schon um 7:15 Uhr losging, gab es zu keiner Zeit lange Schlangen vor dem Registrierungszelt. Tagsüber gab es zudem allerorts Ansprechpartner für die Rückfragen von Spielern; in drei Lounges in den drei Team-Farben konnte man sich austauschen oder das Smartphone aufladen. Zusätzliche Security-Mitarbeiter sorgten zudem dafür, dass Spieler die Gänge nicht für reguläre Kunden mit Ansammlungen blockierten.

Massenteilung

Größere Aufläufe waren aber auch gar nicht notwendig: Die rund 50 Pokéstops im Centro und im Außengelände boten allesamt dieselben Monster. Sie waren zudem nur für Event-Teilnehmer mit Ticket sichtbar: Im Trainer-Kit, das man im Registrierungszelt ausgehändigt bekam, war ein QR-Code enthalten. Diesen musste man an einem von vier speziellen Event-Pokéstops einlösen: Nach dem Drehen an der Scheibe erschien ein Dialog zum QR-Code-Scannen.

Für Spieler, die ohne Ticket angereist waren, war das Centro also schlicht unattraktiv. Sie gingen aber dennoch nicht leer aus: Weil klar war, dass auch solche Spielergruppen anreisen wollten, in denen nicht jeder (oder womöglich gar keiner) ein Ticket ergattert hatte, ließ Niantic alle angekündigten seltenen Pokémon auch in der näheren Umgebung erscheinen. Angrenzende Parks wie etwa der Kaisergarten waren dementsprechend ebenfalls gut von Pokémon-Spielern bevölkert – und dem Vernehmen nach war die Spawn-Rate der Monster dort kaum schlechter als im Centro selbst.

Monster-Überfluss

Und was bekamen Spieler nun vor Ort? Wie angekündigt gab es seltene Pokémon – und zwar im Überfluss: Die Starter-Pokémon Bisasam, Glumanda, Schiggy und Karnimani (Endivie und Feurigel fehlten seltsamerweise) tauchten an den permanent mit Lockmodulen versehenen Pokéstops deutlich häufiger auf, als man Taubsi, Rattfratz, Habitak oder Natu sonst in freier Wildbahn findet. Nach anfänglicher Euphorie änderte man schnell das Spielverhalten und pickte sich nur noch gezielt Monster heraus: Man hatte schlicht weder die Bälle noch die Zeit oder den Aufbewahrungsplatz, um alle zu fangen.

Bonbon-Sammler freuten sich denn hauptsächlich über Larvitar, Voltilamm, Machollo, Piepi und Chaneira. Pikachu und Karpador gab es nicht nur in den normalen Varianten, sondern auch als schimmernde Pokémon – wenngleich immer noch in geringer Stückzahl und nicht inflationär. Das sonst extrem seltene Icognito gab es in den Ausprägungen A, F, I, R und S – also alle Buchstaben für den Schriftzug Safari.

Apropos Safari: Regionale Pokémon beschränkten sich auf das sonst nur in Australien vorkommende Kangama – Porenta, Skaraborn, Tauros und Corasonn waren in Oberhausen nicht vertreten. Auch exklusive Raids, auf die viele Spieler angesichts des schon länger angekündigten Gegners Mewtu hofften, gab es nicht – im Gegenteil: Alle Arenen im Centro waren vorab entfernt worden.

Zu guter Letzt wurde für alle Teilnehmer noch ein Anreiz geschaffen, sich den ganzen Tag über zu bewegen: An allen Event-Pokéstops bekam man Sonder-Eier. Sie boten denselben Inhalt, den sonst 10-km-Eier abwerfen (unter anderem also Lapras, Relaxo und Aerodaktyl), erforderten aber nur 2 Kilometer Laufweg. (mue) /


(acb)