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Podcasts: Apple wertet nun Hörgewohnheiten aus

Podcast-Analyse

Wie viele Hörer eine Podcast-Folge bis zum Ende abspielen und an welchen Stellen vorgespult wird, können Podcast-Anbieter nun in Apples Analyse-Dienst nachsehen.

(Bild: Apple)

Die von der Podcast-App erfassten Wiedergabedaten stellt Apple jetzt für Inhalteanbieter bereit. Diese können so etwa sehen, ob Hörer die Werbung überspringen. Einen Opt-Out für Nutzer gibt es nicht.

Apples Podcast-Analyse-Dienst ist nun für Podcast-Anbieter verfügbar: Sie können erstmals sehen, wie viele Geräte eine Sendung abgerufen haben und erhalten Einblick in die Hörgewohnheiten – etwa ob eine Podcast-Folge bis zu Ende angehört wird und ob Hörer an bestimmten Stellen vorspulen, zum Beispiel um Werbeeinspielungen zu überspringen. Die Daten geben auch einen Einblick, aus welchen Ländern die Zuhörer stammen.

Der im Sommer angekündigte Podcast-Analysedienst ist Teil von Apples für App- und Inhalteanbieter gedachten iTunes-Connect- respektive Podcasts-Connect-Seite.

Kein Opt-Out für Nutzer der Podcasts-App


Podcast-ID

In den iOS-Einstellungen für Podcasts können Nutzer die ID zurücksetzen. Ein genereller Opt-Out ist aber nicht möglich.

Die Hörgewohnheiten der Nutzer werden von der auf iPhone und iPad vorinstallierten Podcast-App erfasst (ab iOS 11) sowie von iTunes 12.7. Nutzer können sich der Datensammlung nicht entziehen, wenn sie die Apple-Apps weiterhin zur Podcast-Wiedergabe verwenden wollen. Die erfassten Wiedergabedaten werden nicht mit anderen Apple-Diensten oder der Apple-ID verknüpft, verspricht der iPhone-Konzern.

Podcast-Anbieter erhalten die Angaben zudem nur in aggregierter Form, Rückschlüsse auf Hörgewohnheiten einzelner Nutzer sollen nicht möglich sein. Eine spezielle ID, die Apple für die Datenerfassung vergibt, lässt sich in den Einstellungen für Podcasts zurücksetzen.

Podcaster haben bislang nur relativ unscharfe Einblicke in Downloadzahlen und Hörverhalten bekommen, auch Apples auf die hauseigene Software beschränkter Podcast-Analyse-Dienst kann nur einen begrenzten Einblick in das Hörverhalten geben, allerdings gilt die Podcast-App des Konzerns als einer der am häufigsten genutzten Podcast-Clients.

Apple betreibt bereits seit 2005 ein Podcast-Verzeichnis in iTunes. Ein Hosting für die Audio- und Videodateien übernimmt der iPhone-Konzern nicht, zum Abonnieren und Herunterladen der Episoden wird auf das externe Angebot weitergeleitet.


(lbe)