/Plädoyers im NSU-Prozess verzögern sich – Nebenkläger erwarten Schuldsprüche

Plädoyers im NSU-Prozess verzögern sich – Nebenkläger erwarten Schuldsprüche

Die Nebenkläger im Münchener Prozess gegen die rechte Terrorgruppe NSU erwarten, dass die Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer eine Verurteilung aller Angeklagten fordert. Wie die Opfer-Anwältin Seda Basay-Yildiz der Deutschen Presse-Agentur sagte, hoffen ihre Mandanten zudem auf einen zügigen Abschluss des Verfahrens nach vier nervenaufreibenden Jahren. Welches Strafmaß für die Hauptangeklagte Beate Zschäpe angebracht wäre, dazu wollte sie sich nicht äußern.

+++ 19.07.2017, 12.15 Uhr, Beginn der Plädoyers im NSU-Prozess verzögert sich weiter +++

Der Beginn der Plädoyers im Münchner NSU-Prozess verzögert sich weiter. Auf Antrag der Verteidiger der beiden Angeklagten Beate Zschäpe und Ralf Wohlleben unterbrach das Gericht die Verhandlung am Mittwoch für weitere zwei Stunden bis 14.00 Uhr – zur Vorbereitung «prozessualer Anträge». Ob es sich dabei um neue Befangenheitsanträge handelte, blieb zunächst offen.

Anlass für das neue juristische Hickhack: Das Gericht lehnte am Morgen die Anträge sämtlicher Verteidiger ab, den Schlussvortrag der Bundesanwaltschaft auf Tonband aufzuzeichnen. Darauf wollen die Anwälte nun reagieren.

+++ 19.07.2017, 11.49 Uhr: Beginn der Plädoyers im NSU-Prozess verzögert sich +++

Der Beginn der Plädoyers im Münchner NSU-Prozess verzögert sich. Das Gericht lehnte am Mittwoch zunächst Anträge sämtlicher Verteidiger ab, den Schlussvortrag der Bundesanwaltschaft auf Tonband aufzuzeichnen. Eine Tonaufnahme sei für eine sachgerechte Verteidigung nicht erforderlich, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl. Daraufhin unterbrach das Gericht auf Antrag der Anwälte der beiden Angeklagten Beate Zschäpe und Ralf Wohlleben die Sitzung bis 11.50 Uhr.

+++ 19.07.2017, 8.00 Uhr: Erste Plädoyers im NSU-Prozess erwartet +++

Vor dem Oberlandesgericht München beginnen am Mittwoch die Plädoyers. Ab 11.00 Uhr soll zunächst die Bundesanwaltschaft ihren Schlussvortrag halten. Bundesanwalt Herbert Diemer schätzte die Sprechzeit dafür auf 22 Stunden. Das Anklage-Plädoyer soll nach der Planung des Gerichts auf die Prozesstage bis zum 1. August verteilt werden. Anschließend ist die Verhandlung während der bayerischen Sommerferien unterbrochen. Die Plädoyers der anderen Prozessparteien folgen ab September.

Anwältin Basay-Yildiz erwartet, dass sie gleich nach der Sommerpause plädieren kann. Das Urteil erwartet sie im Oktober. Die Juristin nannte es unbefriedigend, dass viele Fragen unbeantwortet blieben. Doch damit hätten sie sich nach vier Jahren abgefunden, sagte sie unter Hinweis auf dokumentierte Aktenvernichtungen und andere Verwicklungen des Verfassungsschutzes.

Beate Zschäpe und der NSU werden 10 Morde zur Last gelegt

Zschäpe lebte fast 14 Jahre mit den Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund. Die beiden Männer sollen während dieser Zeit zehn Menschen ermordet haben, neun von ihnen aus rassistischen Motiven.Zschäpe ist als drittes und einzig überlebendes Mitglied des “Nationalsozialistischen Untergrunds” wegen Mittäterschaft an allen Verbrechen angeklagt. Ihr droht lebenslange Haft.

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Am Dienstag, dem 18. Juli 2017, hatte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl die Beweisaufnahmefür beendet erklärt. Der Prozess hatte am 6. Mai 2013 begonnen. Das Gericht hörte im Laufe der Verhandlung 815 Zeugen und 42 Sachverständige.

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loc/news.de/dpa