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Perspektivwechsel: Wohnungslose fotografieren ihre Stadt

Perspektivwechsel: Wohnungslose fotografieren ihre Stadt

Wohnungslose haben mit Einwegkameras Hannover fotografiert und zeigen damit ihren Blick auf die Stadt. Der faszinierende Perspektivwechsel “Mein Hannover” ist ab 21. November zu sehen.

Im Sommer 2017 bekamen 100 Wohnungslose in Hannover Einwegkameras in die Hand und zogen los, um ihre Stadt zu fotografieren. Ein Warengutschein bei Abgabe stellte sicher, dass immerhin 70 Menschen die Kamera und damit mehr als 1700 belichtete Fotos zurückgaben. Eine Auswahl der Bilder ist vom 21.11. bis zum 30.11. im neuen Rathaus Hannover in der Ausstellung “Mein Hannover” zu sehen.

Diakonie, Stadt Hannover sowie Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung sind gemeinsam für das Projekt verantwortlich. Sie warben dafür in Kontaktläden um die Wohnungslosen zu erreichen und kuratierten die Ausstellung. Sie kümmerten sich auch um die Wahrung der Bilderrechte und um die Anonymität. An den Bildern stehen deshalb nur die Vornamen ausgeschrieben.

In den meisten Bildern beschäftigen sich die Wohnungslosen weniger mit sich und ihrer Situation, sondern mit ihrer Stadt. Fotografisch perfekt sind nur wenige Aufnahmen, aber sie vermitteln mehr Emotionen als alle Hannover-Fotobücher, die uns bekannt sind. Wer sich darauf einlässt, erlebt die Stadt anders, allein das lohnt ein Besuch der Ausstellung.

Der Fotoschatz, der da mit den Einwegkameras zurückkam, wurde leider nicht komplett zu Tage gefördert, denn einige unentdeckte Perlen sind darunter, die nicht in der Ausstellung zu sehen sind. Vielleicht wäre das Kuratorium gut beraten gewesen, einen erfahrenen Fotografen mit einzubinden. Dennoch ist das Projekt durchaus gelungen und anderen Städten zur Nachahmung empfohlen.

Mein Hannover, 21.11. – 30.11., täglich 10-18 Uhr im neuen Rathaus Hannover, Bürgersaal


(jr)