/Patentschlacht mit Apple: Qualcomm-Chef erwartet außergerichtliche Beilegung

Patentschlacht mit Apple: Qualcomm-Chef erwartet außergerichtliche Beilegung

Patentschlacht mit Apple: Qualcomm-Chef erwartet außergerichtliche Beilegung


Leo Becker

Qualcomm-Chef Steve Mollenkopf.

(Bild: dpa, Toni Albir)

Letztlich gehe es nur um den Preis für geistiges Eigentum, betonte der Qualcomm-Chef in Hinblick auf die Klagewelle zwischen Apple und dem Chip-Hersteller. Der iPhone-Konzern wirft Qualcomm vor, auf ein “illegales Geschäftsmodell” zu setzen.

Qualcomm-Chef Steve Mollenkopf geht davon aus, dass der schnell eskalierte Patentstreit mit Apple außergerichtlich beigelegt wird. “Derartige Dinge werden normalerweise außerhalb des Gerichts gelöst”, erklärte Mollenkopf auf einer US-Konferenz des Magazins Fortune – und er sehe keinen Grund, warum das in diesem Streit nicht der Fall sein sollte. Er habe diesbezüglich aber nichts anzukündigen, sagte der Qualcomm-Chef.

Klagen als Verhandlungstaktik

Es gehe dabei rein um den “Preis für geistiges Eigentum” und darum, was andere Firmen bereit sind für Technik zu zahlen, die “in diesem Fall Qualcomm produziert habe, um die Branche zu erfinden”, erläuterte Mollenkopf. Wenn Vertragspartner dann weniger bezahlen wollen, komme es eben zu einem “weltweiten manövrieren”.

Beide Konzerne haben sich in den vergangenen Monaten gegenseitig verklagt. Apple hat die Lizenzzahlungen an den Chip-Hersteller bereits im April eingestellt, es handelt sich dabei um einen Milliardenbetrag. Qualcomm versucht inzwischen, die Summe von Apples Auftragsfertigern einzuklagen – und einen US-Einfuhrstopp für Apple-Geräte zu erwirken.

Apple unterstellt Qualcomm ein illegales Geschäftsmodell

Durch den Verkauf von Funkchips und die Lizenzierung von Technik könne Qualcomm doppelt abkassieren, lautet Apples Vorwurf. Der Chip-Hersteller könne entweder für den Chip oder die Lizenz Geld verlangen – nicht aber für beides.

Dass Qualcomm einen Anteil am Verkauf jedes Mobiltelefons erhalten will, habe sich vielleicht noch zu Zeiten rechtfertigen lassen, als “ein Telefon einfach nur ein Telefon war”, argumentierte der iPhone-Konzern im Juni.. Heutzutage handele es sich dabei aber um ein System der “Erpressung”, schließlich leisten Smartphones viel mehr als nur Telefonie und den Aufbau von Datenverbindungen.

Qualcomms Chefjurist Don Rosenberg wies die Vorwürfe umgehend zurück: Diese Anschuldigung seien “einfach unwahr”.

Mehr zum Thema:

  • “Kein bisschen Frieden – Die Hintergründe der neuen Patentstreitigkeiten mit Apple” in Mac & i Heft 4/2017, ab 3. August im Zeitschriftenhandel

(lbe)