/Oracle feuert: SPARC- und Solaris-Entwickler

Oracle feuert: SPARC- und Solaris-Entwickler

Oracle feuert: SPARC- und Solaris-Entwickler


André von Raison

Oracle-Gründer Larry Ellison.

(Bild: dpa, John G. Mabanglo)

Der Abgang des SPARC/Solaris-Managers Fowler Anfang August war nur der Anfang: Jetzt hat sich Oracle in größerem Stil von Hardware-Mitarbeitern getrennt.

Bei Oracle bewirkt das nachlassende Interesse an SPARC-Systemen und deren Betriebssystem Solaris einen Abschied auf Raten: Schon Anfang des Jahres hatte sich der Softwareriese von rund 1000 Mitarbeitern – davon fast die Hälfte in den Headquarters in Santa Clara – der Hardware Division getrennt. Anfang August folgte der Abgang vom für SPARC und Solaris zuständigen Manager John Fowler. Der hatte sich schon zu Sun-Zeiten über ein Jahrzehnt um SPARC-Server und Suns Unix-Variante Solaris gekümmert. Zum gerade begonnenen langen Wochenende in den USA hat Oracle wiederum Kündigungspapiere an Mitarbeiter der Hardwareabteilung verschickt. Bittere Ironie dabei: Amerika feiert am Montag den Labour Day. Laut der Forenbeiträge bei TheLayoff.com sind von der neuerlichen Kündigungswelle zwischen 1000 und 1500 Menschen betroffen.

Oracle-Umsätze 4. Quartal im Geschäftsjahr
Quartal Gesamt(Mrd. US-$) Hardware (Mrd. US-$) Anteil
4/2014 11,32 1,47 12,9 %
4/2015 10,71 1,41 13,2 %
4/2016 10,59 1,28 12,1 %
4/2017 10,89 1,11 10,2 %

So völlig überraschend kommt der Stellungsabbau jedoch nicht. Schon seit Jahren kämpft Oracles Hardwareabteilung mit sinkenden Umsätzen – auch im Verhältnis zu den anderen Firmenteilen. So schrumpfte der Anteil am Gesamtumsatz in den letzten vier Jahren von knapp 13 auf etwas über 10 Prozent. Wohl auch deswegen hatte man im Januar die ursprünglich für 2016 geplante nächste Major-Relase Solaris 12 quasi auf Eis gelegt.

Ein guten Teil der Entwicklung ist sicherlich hausgemacht. Oracle hatte sich jahrelang vehement gegen den Trend in die Cloud gestemmt – allen voran Oracle-Chef Larry Ellison. Erst später, als sich Amazon, Google und Microsoft große Teile des Marktes bereits gesichert, hatten folgte ein Umdenken, als man Solaris 11 explizit als Basis für Cloud-Systeme positionierte. Allerdings funktionierte die Idee, das auf der eigenen Hardware mit eigenem Betriebssystem umsetzen zu können, offensichtlich nicht wie geplant. Als Resultat befassen sich beispielsweise auf der kommenden Oracle Open World Anfang Oktober in San Francisco die SPARC-bezogenen Vorträge überwiegend damit, wie sich On-Premises-Anwendungen auf SPARC-Servern der Kunden in Oracles Cloud oder einen x86-SPARC-Emulator verlagern lassen.


(avr)