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Opel-Umbau durch PSA: News und Infos Opel plant Neustart ohne Entlassungen

— 09.11.2017

Opel plant Neustart ohne Entlassungen

Opel forciert die Umbaupläne: Die Sanierung der Marke durch PSA soll ohne Kündigungen und Werkschließungen auskommen. News und Infos zum Opel-Umbau!

• Opel will ohne Kündigungen neustarten
• Sanierungsplan “Pace” soll Kosten sparen
• GM-Plattformen werden gekippt, Schwenk auf PSA-Technik
• Ampera-E spielt keine Rolle mehr
Keine betriebsbedingten Kündigungen, Standorte bleiben

Michael Lohscheller ist der neue Chef von Opel.

(Reuters/dpa/brü/cj) Bei seinem Neustart will Opel ohne betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen auskommen. Die Lohnkosten der neuen PSA-Tochter sollen über Abfindungen, innovative Arbeitszeitkonzepte und Altersteilzeit gesenkt werden, kündigte der Autohersteller am 9. November 2017 in Rüsselsheim an. Die genaue Ausgestaltung wie auch der Zeitraum des Kündigungsschutzes ist allerdings noch Gegenstand von Verhandlungen mit den Arbeitnehmern. Bis Ende 2018 sind die rund 19.000 Opel-Beschäftigten in Deutschland ohnehin vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen gemeinsam mit der britischen Schwestermarke Vauxhall rund 38.000 Menschen an zehn europäischen Standorten.

Sparplan “Pace” soll Kosten pro Auto senken

Opel will bei seinem Sanierungsprogramm “Pace” (engl. Tempo) mit einem schnellen Schwenk auf die Technologie des neuen Mutterkonzern PSA in die Gewinnzone kommen. Dafür werden auch zwei bereits geplante Modelle, die noch auf der Technik des früheren Eigners General Motors basieren, in den Werken Eisenach und Rüsselsheim durch neue Projekte auf PSA-Plattformen ersetzt. Die Kosten pro hergestelltem Auto sollen um 700 Euro sinken, sodass bereits ab 800.000 Autos die Gewinnzone erreicht werde, kündigte Opel an.

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Modellpläne für Opel

“Dies ist ein großer Tag für Opel”, sagte Opel-Chef Michael Lohscheller. Es seien Elektrovarianten für jede Baureihe vorgesehen. Dabei spielt der noch von GM entwickelte Opel Ampera-E keine Rolle mehr. Im Jahr 2020 will Opel mit PSA-Technologie bereits vier Elektro-Modelle inklusive des neuen Corsa auf dem Markt haben und vier Jahre später jedes Modell auch in einer E-Variante anbieten können. Zu diesem Zeitpunkt soll es keine Fahrzeuge auf GM-Basis mehr im Programm geben. Jeder neue Opel werde im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum geplant.

Das ist Opel-Chef Michael Lohscheller
Opel-Chef Michael Lohscheller ist ein erfahrener Automanager. Der 48-Jährige war bereits für Daimler, Mitsubishi Motors Europe und Volkswagen tätig. Zu Opel kam er am 1. September 2012. Zuvor war er Vize-Chef und Finanzvorstand bei Volkswagen in Amerika. Finanzen, IT, Einkauf, Logistik – in mehr als 20 Jahren Berufserfahrung trug der am 12. November 1968 geborene Manager in vielen Bereichen Verantwortung, zuletzt als Finanzchef von Opel. Das Studium in Osnabrück und Barcelona schloss Lohscheller als Diplom-Kaufmann (FH) ab. Berufsbegleitend absolvierte er von 1993 bis 1996 an der Londoner Brunel University ein Studium in europäischem Marketing-Management. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Weniger Automodelle geplant

Durch eine schlankere Produktpalette, eine kostengünstigere Produktion sowie einen gemeinsamen Einkauf will Opel/Vauxhall bis 2020 jedes Jahr 1,1 Milliarden Euro Kosten einsparen. So soll ein operativer Gewinn in Höhe von zwei Prozent des Umsatzes erreicht werden. Danach sollen es sogar 1,7 Milliarden Euro jährliche Einsparungen sein, wie Lohscheller erklärte. Opel plant eine Exportoffensive, mit der bis 2022 rund 20 neue Märkte erschlossen werden sollen. Der Gang nach China und Brasilien werde darüber hinaus geprüft, kündigte der Opel-Chef an. 

PSA-Tochter seit 1. August 2017

PSA-Chef Carlos Tavarez: “Beide Unternehmen ergänzen sich gut.”

Der einstmals glanzvolle Autohersteller wurde 1862 in Rüsselsheim gegründet und 1929 von General Motors übernommen. Seit 1999 erwirtschaftete Opel unter der GM-Ägide keinen Jahresgewinn mehr. Zum 1. August 2017 hat die Peugeot/Citroën-Mutter PSA das Unternehmen samt der britischen Schwestermarke Vauxhall für rund 2,2 Milliarden Euro übernommen. Die PSA Group ist mit weltweit 184.000 Mitarbeitern ungleich größer als Opel. PSA-Chef Carlos Tavares hat die Opel-Fabriken als ineffizient bezeichnet und das deutsche Management mit einem Sanierungsplan beauftragt.