/OECD: Deutschlands benachteiligte Jugendliche schneiden in der Schule besser ab

OECD: Deutschlands benachteiligte Jugendliche schneiden in der Schule besser ab

Eine wachsende Zahl sozial benachteiligter Schüler in Deutschland erzielt solide Noten in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag mit.

In einer neuen Studie, die in Berlin vorgestellt wurde, stellte die OECD fest, dass die größte Verbesserung in der Leistung dieser sogenannten “resilienten” Studenten in Deutschland zu verzeichnen war.

Im Jahr 2005 gelang es etwa einem Viertel (25 Prozent) der Schüler in dem Land mit einem niedrigen sozioökonomischen Status anständige Noten zu erhalten. Im Jahr 2015 sprang diese Zahl auf ein Drittel (32,3 Prozent).

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Der Bericht analysierte die Ergebnisse des jüngsten OECD-Berichts Programm für internationale Schülerbewertung (PISA), bei der 540.000 15-Jährige in 72 Ländern getestet wurden. Gleichzeitig wurden Schülerinnen und Schüler über die Ausbildung und den Beruf ihrer Eltern sowie über andere Faktoren befragt, etwa ob es Bücher im Haus der Familie gab. Die OECD verwendete diese Informationen dann, um Rückschlüsse auf den sozioökonomischen Status eines Studenten zu ziehen.

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Warum verbessern sich die Schüler?

Die Analyse betonte, dass ein positives Schulumfeld eine große Rolle bei der Steigerung der Leistung der Schüler spielte. Faktoren wie eine geringe Schülerfluktuation, vertrauensvolle Beziehungen zu Lehrern und eine motivierende Schulleitung gaben den Schülern bessere Chancen, so die OECD.

Es fügte hinzu, dass diejenigen aus weniger gebildeten Familien in der Regel bessere Ergebnisse erzielen, wenn sie in einem vielfältigen Klassenzimmer zusammen mit ihren bessergestellten Peers unterrichtet werden.

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Die Organisation betonte auch, dass das Leben eines Studenten außerhalb der Schule genauso wichtig sein könnte. Zum Beispiel waren benachteiligte Kinder, die zu Hause nicht die Unterrichtssprache beherrschten, nur halb so häufig Lernergebnisse zu erreichen.

Mädchen hatten auch eine “leichte, aber deutlich geringere Chance”, zurückzuspringen als ihre männlichen Kollegen.

Der OECD-Bericht empfahl den Lehrern, sich Zeit zu nehmen, um “Eltern-Lehrer-Gespräche, Studienberatung und Teamplanung nachhaltig zu stärken”.

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Chancengleichheit weit weg

Während immer mehr Studierende in Deutschland ihrem sozioökonomischen Status zu trotzen scheinen, warnte die OECD, dass die Kluft zwischen wohlhabenden und benachteiligten Schülern in deutschen Schulen noch viel zu groß sei.

Von den befragten Ländern Hongkong hatte den höchsten Anteil von “widerstandsfähigen” Studenten mit 53 Prozent, während Macao 52 Prozent hatte. Am anderen Ende der Skala wurden die niedrigsten Zahlen in Indonesien, Brasilien, Mexiko und Rumänien verzeichnet.

nm / km (KNA, AFP, dpa)