/Norwegen: Erderwärmung könnte gigantische Klagewelle auslösen

Norwegen: Erderwärmung könnte gigantische Klagewelle auslösen

Norwegen: Erderwärmung könnte gigantische Klagewelle auslösen

3D-Bild einer demnächst entstehenden norwegischen Großplattform.

(Bild: Statoil)

Große Ölkonzerne werden bereits von Städten belangt, die vom Klimawandel betroffen sind. Juristen warnen, dass auch Staatsfonds verklagt werden könnten.

Norwegen ist sehr reich. Das skandinavische Land hat einen prall gefüllten Pensionsfonds, in dem fast 900 Milliarden Euro an direkten und indirekten Erlösen aus dem Öl- und Gasgeschäft stecken. Doch was wäre, wenn vom Klimawandel geplagte Regionen der Erde Ansprüche darauf erheben würden? Juristen halten dies für durchaus denkbar, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe (“Machen Klimaklagen Norwegen arm”?).

Jørn Øyrehagen Sunde, Professor an der juristischen Fakultät der Universität Bergen, verfasste im September ein Essay, in dem er die Gefahrenlage darstellte. Denn der norwegische Staat wird bereits verklagt: Die Ökoorganisation Greenpeace geht mit einer historischen Klage gegen die Öl- und Gasbohraktivitäten des Landes in der Arktis vor.

Dass Ölkonzerne wegen des Klimawandels verklagt werden, ist keine neue Entwicklung. So entschieden sich etwa die kalifornischen Städte San Francisco und Oakland, die fünf Energieriesen Chevron, ConocoPhillips, ExxonMobil, Shell und BP direkt zu verklagen, weil diese das Überleben der am Meer gebauten Städte gefährdeten. Sie hätten jahrzehntelang hervorragend verdient, obwohl sie vom Klimawandel gewusst hätten. “Der Schaden, den wir dadurch erleiden, hat begonnen und wird schlimmer”, so die Chefanwältin von Oakland. Die Klagestrategie erinnert dabei an das Vorgehen gegen große Tabakfirmen.

Es geht dabei um viel Geld. Norwegen könnte schon aufgrund der Größe seines Ölfonds und der stabilen Gerichtsbarkeit ein lohnenswertes Ziel sein – ähnlich aufgestellte Fonds in Saudi-Arabien oder den Emiraten sicher auch. Øyrehagen Sunde glaubt, dass sich das Risiko nur reduzieren lässt, wenn der Fonds dazu eingesetzt wird, den Klimawandel zu bekämpfen und den Umstieg auf saubere Energieformen zu beschleunigen.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)