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Nordsee-Insel Helgoland profitiert von weit im Meer liegenden Windparks

Nordsee-Insel Helgoland profitiert von weit im Meer liegenden Windparks


Sascha Mattke

Frische Brise für Helgoland.

(Bild: Sascha Mattke)

Die Entwicklung zum Service-Standort für Offshore-Windkraft sollte Helgoland neue Impulse geben. Zu sehen ist davon nicht viel, doch immerhin stehen der Insel jetzt hohe Steuereinnahmen zu.

Die 50 Kilometer vom deutschen Festland entfernte Insel Helgoland profitiert finanziell erheblich von Einnahmen aus Offshore-Windparks, die steuerrechtlich zu ihrem Einzugsgebiet zählen. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Gewerbesteuer-Einnahmen laut Bürgermeister Jörg Singer auf 22 Millionen Euro, 21 Millionen Euro mehr als zu früheren Zeiten. Drei der Windparks werden zudem von Helgoland aus gewartet, doch Hoffnungen auf viele neue Arbeitsplätze und Einwohner für die Insel haben sich nicht erfüllt. Das berichtet Technology Review online in “Energie: Helgoland entschleunigt offshore“.

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Etwa 30 Kilometer nördlich von Helgoland liegen drei Windparks von E.on, WindMW und RWE Innogy mit zusammen rund 200 Windrädern und 900 Megawatt Leistung. Alle drei Betreiber lagern auf der Insel Ersatzteile und bringen die Mannschaften unter, die für Reparaturen und Wartung per Schiff oder Helikopter zu den Windrädern gebracht werden. In der Bauphase ab 2012 waren zwischenzeitlich bis zu 500 Techniker von Helgoland mit seinen rund 1500 Einwohnern aus tätig. Inzwischen aber sind nur noch kleine Service-Teams von pro Park jeweils etwa 60 Personen vor Ort, die nach ihren zweiwöchigen Einsätzen zumeist wieder abreisen. Nur “vielleicht eine Handvoll” Offshore-Techniker sei ganz auf die Insel gezogen, sagt Singer.

Zumindest die Steuereinnahmen aber fließen bislang durchaus wie erhofft. Statt sich vom Land Schleswig-Holstein durchfüttern zu lassen, muss die Insel jetzt zwar zwei Drittel ihrer Einnahmen abgeben – kann aber immerhin selbst entscheiden, was sie mit ihrem Anteil macht. Konkret beschlossen ist der Bau von 100 neuen Wohnungen, geplant sind Verbesserungen an der Infrastruktur, ein luxuriöses Hotel und die Sanierung des seit 2015 geschlossenen Aquariums.

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(sma)