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Nokia-Comeback: Große Ziele trotz langweiliger Smartphones

Nokia-Comeback: Große Ziele trotz langweiliger Smartphones


Achim Barczok

Nokia 3, Nokia 5 und Nokia 6

(Bild: c’t)

Nokia will mit seinen Smartphones zurück an die Weltspitze. Überzeugen können die ersten Geräte unter dem neuen Namensrechte-Inhaber HMD Global jedoch noch nicht.

Nokia ist zurück und will hoch hinaus, wenn man dem neuen Namensrechte-Inhaber HMD Global glauben mag. In einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Welt am Sonntag sagte der Chef des finnischen Unternehmens Florian Seiche: “Unser Ziel ist es, innerhalb der kommenden drei bis fünf Jahre wieder zu den Top 3 Smartphone-Herstellern zu gehören”. Damit beansprucht der Deutsche und frühere Manager bei HTC, Nokia und Microsoft mit HMD Global den Platz direkt hinter Apple und Samsung. “Zusammen mit Foxconn und unserer Marke können wir das schaffen”, sagte Seiche. Mit dem Auftragsfertiger Foxconn der auch Smartphones für andere Marken wie Apple produziert, war HMD eine strategische Partnerschaft eingegangen.

Ob man sich allerdings allein durch den immer noch populären Namen Nokia auf dem hart umkämpften Markt durchsetzen kann, um dort nicht bloß Fuß zu fassen sondern sogar zu den ganz großen Marken aufzuschließen, bleibt abzuwarten: Chinesische Hersteller wie Huawei, Oppo oder Vivo verkaufen Smartphones im zweistelligen Millionenbereich – pro Quartal. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg für ein Unternehmen, das gerade erst mit dem Verkauf einiger Smartphone-Modelle begonnen hat.

Dazu kommt: Die bisher verfügbaren Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphone Nokia 3, Nokia 5 und Nokia 6 boten im Test in der aktuellen c’t 18/17 kaum erwähnenswerte Herausstellungsmerkmale – wenn man vom Design absieht, das sich an früheren Nokia-Smartphones orientiert. Auf allen drei läuft ein aktuelles Android 7, Nokia hat für alle ein Update auf das demnächst erscheinende Android 8 versprochen. Doch mit Preisen von 150 bis 230 Euro sind die Geräte für die eher maue Ausstattung zu teuer, urteilt c’t. Und auch das jüngst angekündigte High-End-Modell Nokia 8, das in Deutschland 579 Euro kosten soll, bietet zumindest dem ersten Blick nach wenig Innovatives.

HMD produziert auch einfache und günstige Mobiltelefone für Länder mit geringer Kaufkraft. Dieses Geschäft sei profitabel, sagte Seiche. “Solange wir das Smartphone-Geschäft hochfahren, finanzieren diese Feature-Phones einen Großteil unseres Geschäfts.” Die günstigeren Handys sind aus seiner Sicht zudem ein “Sprungbrett für den späteren Umstieg auf ein Nokia-Smartphone”. Tablets und Wearables will HMD zunächst nicht anbieten. “Wir konzentrieren uns erst einmal darauf, unsere Smartphone-Auswahl komplett zu bekommen und einiges an Zubehör anzubieten.”

Test in c’t 18/17:

(mit Material von dpa) /


(acb)