/Noch 3 Tage bis zur Bundestagswahl – AfD legt in Umfrage zu, CDU verliert

Noch 3 Tage bis zur Bundestagswahl – AfD legt in Umfrage zu, CDU verliert

Am 24. September ist Bundestagswahl.
Bild: dpa

Drei Tage vor der Bundestagswahl wurde am Donnerstag die letzte Prognose veröffentlicht. Darin verliert Merkels CDU einen Prozentpunkt. Ihr Wahlsieg gerät dadurch laut Umfrage allerdings nicht in Gefahr, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Alternative für Deutschland legt hingegen zwei Prozentpunkte zu.

Wahl 2017: AfD würde nach neuester Wahlprognose drittstärkste Kraft im Bundestag

Damit käme die CDU auf 37 Prozent der Stimmen. Die SPD bleibt unverändert bei 22 Prozent. Die AfD liegt bei zehn Prozent und wäre damit die drittstärkste Fraktion im Bundestag. FDP und Linke liegen in der Umfrage beide bei neun Prozent. Die Grünen kommen auf acht Prozent. Alles entscheidend jedoch könnten die Nicht-Wähler beziehungsweise die Unentschlossenen sein. Die wurden bei der Umfrage auf 34 Prozent bestimmt. In der letzten Wahl im Jahr 2013 machten hingegen nur 20 Prozent der Wähler nicht von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Wahlprognosen – ein nicht unriskantes Spiel mit Zahlen

Die Befragung der Wahlbürger ist heute technisch besser als noch vor ein paar Jahren. Bundesweit wird in der Regel zu 70 Prozent über das Festnetz befragt und zu 30 Prozent mobil. Bei solchen Umfragen gibt es im wesentlichen drei bis vier Unsicherheitsfaktoren: die Unentschlossenen, die Extremen, die Taktierer und die Briefwähler – abgesehen von Hochwasser, Katastrophen wie in Fukushima oder einem Anschlag.

Unsicherheitsfaktor Wähler – Bindung an Volksparteien hat stark nachgelassen

Der Wähler ist heute ein “flüchtiges Wesen”. Es gibt inzwischen nichts Schwierigeres, als Stammwähler zu definieren, also Wähler, die über mehrere Legislaturperioden der gleichen Partei ihre Stimme geben. Es gibt mehr Wechselwähler und daher eine große Zahl Unentschiedener. Die halten sich bis in die Wahlkabine hinein offen, wo sie ihr Kreuzchen machen, und sind deshalb für Umfragen nur schwer zu fassen. Die Bindung an sogenannte Volksparteien etwa hat generell stark nachgelassen.

Taktierer denken auch über mögliche Koalierer ihrer Partei nach

Taktierer, also solche Wähler, die Anhänger einer bestimmten Partei sind, aber immer auch mögliche Koalitionen ihrer Partei im Auge haben, wählen nach solchen taktischen Gesichtspunkten. In der Regel geben dann Anhänger einer der beiden großen Parteien CDU und SPD ihre Zweitstimme potenziellen kleineren Koalitionspartnern wie FDP oder Grünen. Auch deren Entscheidung fällt oft erst in der Wahlkabine.

Bei der Bundestagswahl 2017 sind 25 bis 30 Prozent Briefwähler

Das Problem der Briefwähler taucht erst am Wahlsonntag auf. Dann werden ab 8 Uhr an etwa 450 Wahllokalen stichprobenartig Wähler, die gerade ihre Stimme abgegeben haben, von den Wahlforschern gebeten, dieses anonym nochmals für die Prognose um 18 Uhr zu tun. Diese Prognose hat eine wesentlich höhere Genauigkeit als Umfragen. Allerdings fehlen hier zur Einschätzung das Stimmverhalten der Briefwähler. Die werden immer mehr und liegen dieses Mal bei 25 bis 30 Prozent.