/Niederlande sind nicht auf grenzüberschreitende Nuklearunfälle vorbereitet

Niederlande sind nicht auf grenzüberschreitende Nuklearunfälle vorbereitet

Der niederländische Sicherheitsrat (OVV) hat die Niederlande aufgefordert, seine Zusammenarbeit mit Belgien und Deutschland zu verbessern, um sich besser auf einen möglichen Nuklearunfall vorzubereiten, der alle drei Nachbarstaaten treffen könnte, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

Die Sonde wurde unter öffentlichen Bedenken über die Sicherheit der belgischen Kernkraftwerke Doel und Borssele in Betrieb genommen. Beide Werke sind über 40 Jahre alt und befinden sich in einem dicht besiedelten Gebiet direkt an der niederländisch-belgischen Grenze.

Auch die Kernkraftwerke Tihange und Emsland, die im Falle eines Unfalls Deutschland betreffen würden, wurden im Bericht bewertet.

Mehr gemeinsame Sicherheitsübungen benötigt

Das 193-seitige Dokument, das in niederländischer und englischer Sprache mit kürzeren Zusammenfassungen auf Französisch und Deutsch veröffentlicht wurde, hat sich nicht auf die Sicherheit der Kernkraftwerke konzentriert, sondern speziell auf die Kooperation und Bereitschaft aller drei Nationen im Falle eines Unfalls.

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Während der Vorstand die Wahrscheinlichkeit eines schweren Unfalls als gering einschätzte, stellte er die Bereitschaft für den Fall in Frage, dass ein Unfall auftrat.

“Der Dutch Safety Board ist zu dem Schluss gekommen, dass die Zusammenarbeit zum Teil auf Papier erfolgt ist, aber wahrscheinlich nicht reibungslos ablaufen wird, wenn in der Realität ein nuklearer Unfall passieren sollte”, hieß es in dem Dokument.

Um dies zu beheben, empfahl der Ausschuss den drei Ländern, mehr gemeinsame Sicherheitsübungen durchzuführen und die Koordinierung der Maßnahmen im Falle eines Unfalls zu arrangieren

Der Ausschuss wies darauf hin, dass sich die Vorbereitungen zum Schutz von Anwohnern vor Strahlung in allen drei Ländern unterscheiden und dass Bewohner eines Landes, die von ihren Nachbarn auf der anderen Seite der Grenze unterschiedliche Sicherheitsanweisungen erhalten, “zu Verwirrung und Unruhe führen könnten”.

Darüber hinaus forderte der OVV die Behörden auf, “den Anliegen der Gesellschaft größere Aufmerksamkeit zu schenken” und stellte fest, dass die drei Nachbarstaaten in diesen Bereichen “nicht gut vorbereitet sind, um Engpässe zu bewältigen, die sich aus sprachlichen und kulturellen Unterschieden ergeben könnten”.

Im Juni 2016 musste der etwa 70 Kilometer von der deutschen Stadt Aachen entfernte Kernreaktor Tihange 2 aufgrund eines Motorschadens in einem nicht-nuklearen Teil der Anlage stillgelegt werden. Andere Vorfälle in der Fabrik haben zu einem öffentlichen Aufschrei von Bürgern an der niederländischen und deutschen Grenze geführt.

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Die Reihe der Vorfälle in Tihange führte auch dazu, dass sie von den Gesetzgebern in den Niederlanden sowie Deutschland und Luxemburg geschlossen werden musste.

jcg / sms (ap, afp)