/Neuheiten auf der Eurobike: E-Bikes werden smarter

Neuheiten auf der Eurobike: E-Bikes werden smarter

Neuheiten auf der Eurobike: E-Bikes werden smarter


Ralf Steck

(Bild: Ralf Steck)

E-Bikes sind im Mainstream angekommen – das zeigte der Gang über die extrem gut besuchte 2017er Ausgabe der Eurobike in Friedrichshafen. Das große Display am Lenker war ebenso allgegenwärtig.

Eigentlich ist es ja nur logisch: E-Bikes brauchen unter anderem eine Anzeige des noch verfügbaren Energievorrats. Diese und andere Informationen, die die intelligente Steuerung des E-Bikes liefern kann, optisch ansprechend aufzubereiten und anzuzeigen, ist dann nur folgerichtig. Diese Anzeige kann entweder als ins System integrierter Bordcomputer oder als Schnittstelle zum Smartphone realisiert sein.

Letzteres bietet Cobi an. Das eAir ist eine sehr schlank verpackte Variante des nun Cobi Classic genannten Modells, das auf den Einsatz am E-Bike optimiert ist. Im Gegensatz zum bisherigen Modell hat das eAir keinen Akku und keinen Scheinwerfer und ist an die Steuerung des E-Bike angebunden. So kann das Cobi eAir Motorfunktionen steuern und die aktuellen Daten des Antriebs anzeigen. Das System ist nicht zur Nachrüstung gedacht, sondern als Komponente, die Fahrradhersteller in ihre E-Bikes integrieren.

Beim klassischen Cobi soll es Anfang 2018 einen neuen Akku geben, der 20 Prozent mehr Leistung bei 40 Prozent kürzerer Ladezeit bieten soll. Zudem wird mit dem neuen Akku endlich die schon angedachte, aber bisher nicht umgesetzte Ladefunktion über den Nabendynamo aktiviert. Ebenfalls neu ist ein stärkerer Klingelton, der beim dritten Druck auf die Warntaste des Remote-Controllers ertönt. So kann der Radler auch in lauten Situationen die anderen Verkehrsteilnehmer warnen.

Eine weitere Neuerung auf der Eurobike 2017 ist das Developer Kit, mit dem Cobi seine App-Plattform für externe Entwickler öffnet. Über diese bereits im Frühjahr angekündigte Erweiterung lassen sich zusätzliche Applikationen in die Cobi-App integrieren. Das Unternehmen zeigte eine Beispiel-App, bei der sich Besucher eine Brezel bestellen konnten und der Brezellieferant auf seinem Lastenrad zum Besteller geleitet wurde.

Zusatzantrieb reloaded

Bosch zeigte eine ganze Reihe von Neuerungen rund um den E-Bike-Antrieb, von denen der optisch (un-)auffälligste sicher der in den Rahmen integrierte Akku ist. Der PowerTube 500 lässt sich vom Fahrradproduzenten in ein horizontales oder vertikales Rahmenrohr integrieren und sorgt so für eine schlanke Silhouette des Rads. Der Akku springt beim Aufschließen etwa zwei Zentimeter aus dem Rahmen und lässt sich so besser greifen. Der Lithium-Ionen-Akku mit einem Energieinhalt von circa 500 Wh lässt sich auch direkt am Rad laden.

Der eMTB-Modus ersetzt den bisherigen Sport-Modus der Performance Line CX und variiert zwischen den Fahrmodi Tour und Turbo. Abhängig vom Pedaldruck passt sich die Motorunterstützung automatisch der Fahrweise an und unterstützt die Eigenleistung des Fahrers dynamisch mit 120 bis 300 Prozent. Der eMTB-Modus ist als Software-Update beim Händler erhältlich. Zudem erhält die Performance Line CX im Herbst 2017 ein weiteres, neues Feature: Die kraftvollere Schiebehilfe sorgt für eine stärkere Unterstützung bis zu 6 km/h.

Die neuen Antriebssysteme Active Line und Active Line Plus bieten ein neues Getriebekonzept, das für leisen Vortrieb und eine harmonische Beschleunigung sorgt – mit minimalem Tretwiderstand im Off-Modus oder über 25 km/h. Die neue Active Line stellt ein Drehmoment von bis zu 40 Nm bereit, die Plus-Version unterstützt den Fahrer mit maximal 50 Nm.

Strom & Apps

Der Plug V plus von Cinq5 ist eine Weiterentwicklung des in den (gewindelosen) Lenkervorbau integrierten USB-Laders Plug 3. Beim neuen Plug V plus wird die USB-Schnittstelle durch Drehen des Gehäuses geschlossen, der Gummipfropfen des Plug 3 ist nicht mehr notwendig. Die integrierte Ladeschaltung erkennt automatisch das angeschlossene Gerät und handelt den passenden Ladestrom aus; das Gerät lädt ab 7 km/h mit bis zu 1 A Ladestrom. Die Funktion Auto-Light-Switch schaltet automatisch zwischen den Betriebsarten mit und ohne Beleuchtung um. Der gleichzeitige Betrieb von Beleuchtung und Ladefunktion ist damit möglich.

Der Anbieter der CESAcruise-Smartphone-Halterung stellt nun eine passende App namens CruiseUp bereit, die wichtige Smartphone-Funktionen bündelt und per Sprachsteuerung verfügbar macht, sodass der Fahrradfahrer die Hände nicht mehr vom Lenker nehmen muss. Zur Navigation bedient sich die Apps Google Maps.