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Neues Mercedes MBUX Infotainmentsystem (2018) So funktioniert das neue Mercedes-Cockpit

— 09.01.2018

So funktioniert das neue Mercedes-Cockpit

Mercedes zeigt mit MBUX eine neue Infotainment-Generation: Sprachsteuerung, Apps und Updates funktionieren wie bei modernen Smartphones. Alle Infos!

MBUX (steht für Mercedes-Benz User Experience) heißt das jüngste Infotainmentsystem von Mercedes. Es ist wie das Betriebssystem eines Smartphones und wird zuerst standardmäßig in der neuen A-Klasse und weiteren Kompaktmodellen angeboten. Besonderes Highlight: Es veraltet weniger schnell, da sich das System mit Updates Over-the-Air (drahtlose Aktualisierung des Systems über eine Funkschnittstelle) lange auf dem aktuellen Stand halten lässt. Der Aufbau des Hauptbildschirms in der Mittelkonsole erinnert ans Handy:
 

Auf dem Homescreen werden neben den Hauptapplikationen die wichtigsten Informationen angezeigt.

Homescreen: Auf der ersten Ebene ist der Homescreen. Dort werden neben den frei wählbaren Hauptapplikationen (z.B. Telefon, Navigation und Radio) die wichtigsten Informationen (wie Ankunftszeit, aktuell gespielter Song etc.) angezeigt. Die Bedienung ist horizontal ausgerichtet.
 
Basescreen: Ebene zwei ist der Basescreen, mit Anzeige und Bedienung jeweils einer Hauptapplikation, wie beispielsweise Media und Navigation. Wichtige Funktionen wie Ziel- oder Musiksuche sind am unteren Rand des Bildschirms gruppiert.
 
Einstellungen: Für selten genutzte Informationen und Einstellungen ist auf der letzten Ebene das Untermenü vorgesehen.

Bedienung: Kein ewiges Scrollen oder Suchen in Untermenüs. Die Bedienung funktioniert wie bei einem Computerspiel. Will ich eine Einstellung am Fahrzeug ändern, tippe ich beispielsweise an ein 3D-Modell des Autos. Erinnert beispielsweise an Need for Speed. Kein Wunder, dahinter steckt auch die neueste Generation eines Nvidia Grafik-Chips, die Mercedes in zwei Leistungsstufen anbietet.  
 
Sprachsteuerung: Sprachbefehle nach streng vorgeschriebenem Muster gibt es bei MBUX nicht. Wie Amazon Alexa oder Google Home hört MBUX heraus, worum es dem Nutzer wirklich geht. Man kann daher auch sagen “Mir ist kalt”, statt “Stell die Temperatur auf 24 Grad”. Durch die Verbindung mit einem Server lernt die Spracherkennung dazu und versteht mit der Zeit seine Nutzer besser. Doch anders als beispielsweise Alexa muss MBUX auch offline funktionieren. Aktiviert wird die intelligente Sprachassistenz entweder per Taste am Lenkrad oder mit dem Kommando “Hey Mercedes”.
 

Mit MBUX kann man über die Sprachsteuerung zum Beispiel auch die Ambientebeleuchtung steuern.

Wichtiger Unterschied zu Siri bei CarPlay und Google bei Androit Auto: MBUX kann mit seiner Sprachsteuerung auch auf Fahrzeugfunktionen wie der Klimatisierung oder das Ambientelicht zugreifen. CarPlay und Android Auto werden weiterhin zur Smartphone-Anbindung bei Mercedes vorhanden sein.
 
Vorhersage-Funktionen: Nutzer von Google Maps im Auto kennen das schon, wenn Google nach der Arbeit bereits die Route für den Heimweg anzeigt.
 

Das Navigationsgerät weist dem Fahrer nach der Arbeit automatisch den Weg nach Hause.

Durch “Prediction Features” (Vorhersage-Funktionen) antizipiert MBUX, was der Nutzer als nächstes gerne hätte. Wer beispielsweise häufig dienstags auf dem Nachhauseweg mit seiner Mutter telefoniert, bekommt an diesem Wochentag deren Telefonnummer auf dem Display vorgeschlagen. Wer regelmäßig zu einer bestimmten Zeit zu einem Radiosender mit Nachrichten wechselt, bekommt dies ebenfalls als Vorschlag. Und wenn das Navigationssystem eine öfter befahrene Route erkennt, wird schon im Hintergrund die Navigation zu diesem Ziel gestartet. MBUX bietet dann beispielsweise das Fitnessstudio auf dem Navi-Bildschirm an und der Fahrer braucht nur noch zu bestätigen, und schon stehen ihm alle Informationen zur Strecke, etwa Stauwarnungen, zur Verfügung.
 

Mit dem Touchpad auf der Mittelkonsole lassen sich die Anzeigen des Displays verändern.

Touchscreenbedienung: Der neue Touchscreen gehorcht auf Berührung, Touchpad und Touch-Control-Buttons. Mit dem Touchpad auf der Mittelkonsole lassen sich die Anzeigen des Media-Displays intuitiv wie bei einem Smartphone verändern. Per Mehrfingergeste können die Inhalte einfach vergrößert oder verschoben und insbesondere die Navikarte gezoomt werden. Ein haptisches Feedback begleitet jede Eingabe. Das Touchpad erkennt auch die Handschrift. So können Adressen oder Telefonnummern komfortabel eingegeben werden. Die Touch-Control Buttons im Lenkrad erlauben die Steuerung des Infotainments (rechter Button) und des Kombi-Instruments sowie des Head-up-Displays (linker Button) per Finger-Wischbewegungen, ohne dass die Hände vom Lenkrad genommen werden müssen.
 
Neue Apps von Mercedes bei Mercedes me: Mit MBUX gibt es neue Anwendungen für me connect. Dazu gehören unter anderem Navigationsfunktionen auf Basis von Car-to-X-Kommunikation (Informationen über Straßenzustand wie Glätte oder Schnee oder herannahende Rettungsfahrzeuge werden auf der Navikarte dargestellt) und die Fahrzeugortung, die das Finden des geparkten Fahrzeugs erleichtert, sowie eine Nachricht, falls das geparkte Fahrzeug angerempelt oder abgeschleppt wurde. Die Mercedes me-App erinnert daran, rechtzeitig loszufahren, um pünktlich beim nächsten Termin anzukommen und berücksichtigt dabei zum Beispiel auch Staus. Die Apps lassen sich wie bei einem Smartphone in das horizontale Menü von Mercedes eingliedern und anordnen.
 
Das digitale Kombiinstrument lässt sich jetzt weitaus besser individualisieren: Alternativ zur klassischen Geschwindigkeitsanzeige im linken Kreisfeld können auch Anzeigen wie Analoguhr, Ab Start, Ab Reset, Reichweite oder Informationen zur aktuellen Radio-Station / Media-Titel platziert werden. Im rechten Kreisfeld können zusätzlich zum Drehzahlmesser eine Assistenzgraphik, der Momentanverbrauch, die ECO-Anzeige oder eine Navigationskarte angezeigt werden. Im Fullscreen-Modus wird die gesamte Fläche des Kombi-Instruments für die Darstellung von Assistenz, Reise oder Navigation genutzt.
 
Augmented Reality fürs Navi: Ein ganz neues Feature ist die von Augmented Reality ergänzte Kartendarstellung. Ein mithilfe der Frontkamera aufgenommenes Videobild der Umgebung wird dabei um hilfreiche Navigationsinformationen angereichert, zum Beispiel werden Hinweispfeile oder Hausnummern automatisch direkt ins Bild auf dem Touchscreen eingeblendet. Das erleichtert dem Fahrer beispielsweise die Suche nach einer bestimmten Hausnummer oder das Finden der richtigen Seitenstraße zum Abbiegen.
 
Benutzerprofile: Alle Einstellungen (z.B. Sitz, Ambientelicht, Lieblingsradiosender, Ausrichtung der Navikarte bis hin zu persönlichen Predictions) können in einem Profil gespeichert werden. Wenn zwei Fahrer sich ein Auto teilen, kann jeder seine Lieblingseinstellungen leicht aufrufen.
 
Verbindung mit Smarthome: Alle Mercedes-Benz-Modelle der Baujahre 2016 und 2017 können mit Google Assistant inkl. Google Home sowie Amazon Alexa verbunden werden.
 
Smartwatches: MBUX lässt sich auch mit Smartwatches koppeln.