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Neue Regeln für Fintechs und mobiles Bezahlen

Neue Regeln für Fintechs und mobiles Bezahlen


Oliver Diedrich

Im Januar treten neue Regeln für die Anbieter von Zahlungsdiensten in Kraft. Sie sollen innovative Dienste fördern – und Verbrauchern Geld sparen.

Es könnte ein großer Schritt für Fintechs und innovative Bezahlverfahren werden – und Verbrauchern Geld sparen: Am 13. Januar 2018 tritt in Deutschland das “Gesetz zur Umsetzung der Zweiten Zahlungsdienste-Richtlinie”, kurz ZDUG, in Kraft. Es setzt die Payment Service Directive 2 (PSD2) der EU um.



Schnittstellen sollen den direkten Zugriff auf Daten von Banken erlauben.

Schnittstellen sollen den direkten Zugriff auf Daten von Banken erlauben.

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Die neuen Regulierungen sehen unter anderem vor, dass Banken Schnittstellen schaffen müssen, über die Zahlungsdiensteanbieter diskriminierungsfrei auf Daten zugreifen können. Damit könnte beispielsweise ein Online-Shop nach Ermächtigung durch den Kunden die Rechnungssumme direkt vom Konto abbuchen, statt dazu einen Dienstleister wie Paypal, eine Kreditkartenfirma oder umstrittene Verfahren wie Sofortüberweisung zwischenschalten zu müssen.

Für die Nutzung einer SEPA-Lastschrift oder -Überweisung sowie einer Zahlungskarte dürfen demnächst keine Zusatzkosten mehr anfallen. Das betrifft auch Kreditkarten, die von einer Bank ausgegeben wurden. Lastschriften dürfen künftig innerhalb von acht Wochen widerrufen werden.

Um die Ausgestaltung der PSD2 hatte es intensive Diskussionen zwischen Banken, Fintechs, Verbraucherschützern und der EU gegeben. Die Banken wollen möglichst weitgehend die Hoheit über Daten und Infrastruktur behalten, um ihre Kunden an sich zu binden. Die EU möchte die Verbreitung innovative Verfahren wie Bezahlen mit dem Handy fördern.

Fintechs drängen dazu auf Möglichkeiten zum Zugriff auf Bankdaten, um neuartige Finanzdienstleistungen anbieten zu können, beispielsweise die Verwaltung mehrerer Konten bei unterschiedlichen Banken. Bislang muss dabei auf Screen Scraping, also das Auslesen der Online-Banking-Oberfläche, gegriffen werden. Dazu muss der Kunde dem Dienst vollständigen Zugriff auf das Online-Banking gewähren.

Weitere Details zu den Regelungen von PSD2 und ZDUG sowie den damit verbundenen rechtlichen und Sicherheitsproblemen liefert ein aktueller Artikel aus iX 9/2017:

(odi)