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NASCAR: Patrick gegen Stenhouse Amerikas flottes Crash-Pärchen

— 07.09.2017

Amerikas flottes Crash-Pärchen

Ricky Stenhouse und Danica Patrick geben sich auf der Strecke Saures, sind aber abseits davon zusammen. Wie geht das? ABMS sprach mit Patrick.

Es ist die Love-Story der so harten NASCAR-Szene mit den wilden Crash-Rennen und der verruchten Gangster-Vergangenheit. Danica Patrick (35) und Ricky Stenhouse (29) sind ein Pärchen, fahren aber auf der Strecke hart gegeneinander. „Das ist in der Tat eine ungewöhnliche Situation“, gesteht Patrick im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT. „Es bleibt auch nicht aus, dass wir auf der Strecke aneinander geraten. Aber wir sprechen uns aus und gut ist es. Wir gehen nie sauer aufeinander ins Bett.“

Liebesgeschichten auf Rennstrecken sind in Patricks Genen. „Schon meine Eltern haben sich im Rennsport kennen gelernt – auf einem Blind-Date bei einem Schneemobil-Rennen.“

Seit Danica Patrick 2005 fast das Indy 500 gewonnen hat (wegen falscher Strategie am Ende Vierter) und 2008 in Motegi als erste Frau sogar einen IndyCar-Lauf für sich entschied, ist sie in Amerika bekannt – und auch als Unterwäsche-Model gern gesehen. Stenhouse bringt das zum Schmunzeln: „Ich finde sie heiß. Außerdem kocht sie gern und ich esse gern.“

Das Renn-Pärchen der NASCAR: Stenhouse und Patrick

Kochen ja, aber Hausfrau nein. Trotzdem: Die 35-Jährige will eines Tages eine Familie gründen. „Ich weiß nicht, ob die Zukunft das mitbringen wird, aber ich wünsche es mir. Derzeit denke ich aber nur ans Rennen fahren – und daran, mich zu verbessern.“

Patrick liegt nämlich derzeit nur auf Rang 28 in der Gesamtwertung, mit Rang zehn in Dover als bestes Resultat. Stenhouse hat dagegen 2017 seine ersten beiden NASCAR-Cup-Rennen gewonnen. Patrick weiß aber, woran es hapert: „In der NASCAR fahren schon mal viel mehr Autos mit als in der IndyCar. Meistens sind 40 Piloten dabei – und die machen alle seit Jahren nichts anderes als NASCAR fahren, gehen durch alle NASCAR-Schulen, auf Lehmstrecken und mit allen möglichen Fahrzeugen. Ich bin ja quasi Quereinsteigerin.“

Dass sie als Frau in der Männer-Szene NASCAR einen Nachteil hat, will sie aber nicht so stehen lassen: „Ich weiß es nicht, ob das ein Vor- oder ein Nachteil ist. Ich war ja noch nie ein Mann und kann daher nicht sagen, wie es ist, als Mann ein Rennfahrer zu sein.“

Eine Rückkehr in die IndyCar-Serie schließt die US-Amerikanerin aus dem Bundestaat Wisconsin nicht aus. Aber: „Ich würde nicht einfach nur fahren, damit ich dabei bin. Ich müsste schon das Gefühl haben, dass ich ein siegfähiges Paket bekomme. Ich bemühe mich aber nicht aktiv darum. Daher müsste es mir schon in den Schoß fallen.“

Sogar mit einem Einstieg in die Formel 1 wird sie immer wieder in Verbindung gebracht. Honda bot ihr 2006 einen Formel-1-Test an. Jetzt ist ihr Teamchef Gene Haas auch mit einem Rennstall in der Königsklasse vertreten. „Um ehrlich zu sein: Ich werde auch nicht jünger. Ich weiß nicht, wie viel Zeit mir für einen solchen Umstieg noch bleibt“, sagt sie. „Ich bin glücklich da, wo ich bin. Ich habe nicht den Plan, in Kürze in die Formel 1 zu gehen.“