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NASCAR: Beliebtester Fahrer geht Jeffrey Earnhardt muss Dynastie vertreten

— 04.07.2017

Jeffrey Earnhardt muss Dynastie vertreten

Nach dem Rücktritt von Dale Earnhardt jr. ist Jeffrey Earnhardt der einzige verbliebene Vertreter der Earnhardt-Dynastie. Zu viel Druck für den 28-Jährigen?

Wann immer in der NASCAR die dritte Runde beginnt, erheben sich die Fans von den Tribünen und strecken drei Finger gen Himmel. Ein inzwischen festes Ritual zu Ehren von Dale Earnhardt, der meistens mit der Startnummer drei fuhr, sieben NASCAR-Meisterschaften gewonnen hat, aber im Februar  2001 beim Daytona 500 kurz vor Rennende tödlich verunglückte.

Die Earnhardt-Dynastie lebte weiter, mit Sohn Dale Earnhardt jr. Aber er ist 42 Jahre alt, nach zahlreichen schweren Unfällen und mehreren Gehirnerschütterungen hängt er am Saisonende den Helm an den Nagel. Nach über 600 Rennen und 26 Siegen in der NASCAR-Topklasse.

Jetzt muss Jeffrey Earnhardt die beliebte NASCAR-Dynastie vertreten. Eine schwere Bürde. Jeffrey ist 28 Jahre alt, kommt aus dem NASCAR-Mekka North Carolina und ist der Enkel von Dale Earnhardt Senior und der Sohn von Kelly Earnhardt, dem Bruder von Dale Earnhardt jr.. Kelly war selbst bei sieben NASCAR-Cup-Rennen am Start. Jeffrey ist damit schon der Vertreter der vierten Generation der Earnhardts in der NASCAR, weil auch Dale Earnhardt Seniors Vater Ralph Earnhardt Stockcar-Fanatiker war.

Jeffrey Earnhardt ist der letzte Earnhardt in der NASCAR

Jeffrey Earnhardt weiß, dass er in eine berühmte Rennfahrerfamilie hineingeboren wurde: „Anfangs dachte ich, die Straßen wären aus Gold. Dann habe ich verstanden: Wenn du wirklich was willst, dann musst du dafür auch kämpfen.“ Er kämpfte sich in die erste NASCAR-Liga hoch, fuhr dort in Bristol 2015 sein erstes Rennen – und 2017 seine erste volle Saison. Earnhardt: „Es nervt echt, wenn ich auf Social-Media-Kanälen die Leute schreiben sehe, dass ich es nur wegen des Nachnamen geschafft hätte.”

Das liegt wohl auch daran, dass Erfolge bisher weitgehend ausgeblieben sind. Platz 27 in Bristol und Dover sind seine besten Platzierungen. Zwölf Mal landete er außerhalb den Top 30. Zwar hatte er auch mehrmals Pech (zwei Motorschäden, zwei weitere Defekte, drei Unfälle), aber wirklich Highlights konnte er auch noch nicht setzen. Earnhardt weiß: „Ich muss mir den Respekt der anderen Fahrer noch erarbeiten, muss viel von ihnen lernen und mit dem Druck umgehen.“

Früher war NASCAR knüppelhart, mit zwielichtigen Gestalten und wilden Prügeleien. Passt der charismatische Bartträger in diese Szenerie? Earnhardt: „Ich war nie wirklich der große Kämpfertyp. Aber: Wenn mir jemand ins Gesicht schlägt, dann haue ich auch zurück.“ In diesem Sinne will er jetzt zurückschlagen und allen Kritikern zeigen: Er kann mehr, auch die Earnhardt-Dynastie würdig vertreten.


Fotos:
NASCAR Euro Whelen Series/flickr; Getty Images