/Nachrichten von Algorithmen: Journalisten fordern Kennzeichnung

Nachrichten von Algorithmen: Journalisten fordern Kennzeichnung

Nachrichten von Algorithmen: Journalisten fordern Kennzeichnung


Martin Holland

(Bild: Arthur Caranta, CC BY-SA 2.0 )

Wenn eine Meldung oder ein anderer Beitrag von einer Software erstellt wurde, sollte das auch gekennzeichnet werden. Das fordern Vertreter von Journalisten. Zeitungsverleger sind da zurückhaltender.

Während Vertreter von Journalisten sich dafür aussprechen, computergenerierte Texte extra zu kennzeichnen, sieht der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger das zurückhaltender. Das jedenfalls legt ein Artikel im Medienmagazin Journalist nahe, in dem sich mehrere Branchen-Vertreter zum Thema Algorithmen im Journalismus äußern. Darin sprechen sich Kathrin Konyen vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und Lutz Tillmanns vom Deutschen Presserat für eine solche Kennzeichnung aus, um die Glaubwürdigkeit des Journalismus zu erhalten und um presseethischen Gründen zu genügen.

Eine Kennzeichnung von maschinell erstellten Texten könne sich bei schneller Einführung genauso etablieren wie die Kürzel bekannter Nachrichtenagenturen, meinen die beiden Vertreter. Das sei Quellentransparenz und damit eine der Grundlagen des Journalismus’ als vierter Gewalt in der Demokratie. Anja Pasquay vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger dagegen hält das nicht für nötig. Die Entscheidung solle den einzelnen Verlagen zu überlassen werden. Darauf müsse man derzeit keinen Einfluss nehmen.

Automatisch aber nicht fehlerfrei

Computergenerierte Texte werden gegenwärtig von immer mehr Verlagen eingesetzt, noch geht es dabei aber vor allem um Sportergebnisse, Börsendaten oder Wetternews, fasst Journalist zusammen. In den USA werden schon Meldungen zu Erdbeben und Mordfällen von Software verfasst, was erst jüngst zu Problemen führte: Ende Juni vermeldete die Los Angeles Times ein schweres Erdbeben, das aber schon vor fast 100 Jahren stattgefunden hatte. Grund war eine interne Korrektur in den Daten U.S. Geological Survey (USGS), die einen automatischen Alarm ausgelöst hatte. Der Fehler wurde erst bemerkt, als die Meldung online war. Die US-Zeitung nannte den sogenannten Quakebot aber immer als Autor, hat ihn aber offenbar Ende Juni abgeschaltet.


(mho)