/Nachhaltigkeit und Wiederverwertung: Pure Gold – Upcycled! Upgraded!

Nachhaltigkeit und Wiederverwertung: Pure Gold – Upcycled! Upgraded!

Nachhaltigkeit und Wiederverwertung: Pure Gold – Upcycled! Upgraded!


Florian Schäffer

Was tun mit den Müllbergen der Welt? Eine Hamburger Ausstellung stellt die Re- und Upcycling-Ansätze von ökologisch und ethisch nachhaltig agierenden Designerinnen und Designern vor.

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg präsentiert seit dem 15. September 2017 die Sonderausstellung Pure Gold – Upcycled! Upgraded! des Instituts für Auslandsbeziehungen. 76 Exponate zum Thema Upcycling und Recycling gebrauchter Materialien von 53 Designern aus den verschiedensten Regionen werden gezeigt. Die Ausstellung ist Auftakt einer zehnjährigen Tournee an 20 Standorten weltweit.

Beim Upcycling wird aus einem minderwertigen Material ein höherwertiges geschaffen – passend zu unserem klassischen Thema “Mach flott den Schrott”. Designer nutzen hierzu gern Materialien, denen eine Patina anhaftet, die dem neuen Objekt den Anschein von Alter und gelebter Nutzung überträgt. Holz ist ein dankbares Material dafür. Alte Bodendielen, Schranktüren oder Kisten werden aufbereitet und können leicht bearbeitet werden. Kunststoffe zu neuen Formen umzuarbeiten ist aufwändiger und setzt oft Maschinen voraus. Die zunehmende Verbreitung von 3D-Druckern könnte auch bei der Wiederverwendung von Plastik neue Wege ermöglichen, so dass eines Tages vielleicht jeder zu Hause seine Joghurtbecher direkt zu Haushaltsgegenständen umformen kann.



Ausstellungsraum im Hamburger Museum

Ausstellungsraum im Hamburger Museum

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Die Exponate zeigen verschiedene Ideen wie mit Materialien experimentiert werden kann. Je nach Vorhandensein der Müll-Rohstoffe und der technischen Möglichkeiten ergeben sich differenzierte Wege, die beschritten werden können.

Tejo Remy aus den Niederlanden bündelt beispielsweise Altkleider mit Packbändern und formt neue Möbel. Wie oft beim Upcycling ist jedes Objekt ein Unikat und kann eine eigene Geschichte erzählen, weckt beim Betrachter oder Nutzer Erinnerungen. Altreifen lassen sich nicht nur als Blumenkübel zweckentfremden, wie wir schon in Marokko gesehen haben, sondern können auch im Wohnbereich dekorative Akzente setzen, wie der Künstler Khmissa zeigt und damit an marokkanische Traditionen anknüpft. Als wir in Heft 5/2016 eine alte Waschmaschine auseinander genommen haben, schlugen wir vor, die Waschtrommel als Feuerschale zu benutzen. Das Startup Junk Munkez fertigt aus den Trommeln Hocker, die mit farbenprächtigen geometrischen Formen verziert werden.

Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Januar 2018 in Hamburg zu sehen und zieht dann weiter nach Bangkok. Zeit genug also, um sich vor Ort ein paar Inspirationen für eigene Projekte oder kreative Ideen zur Weiternutzung von ausrangierten Teilen zu holen.

Trailer Pure Gold – Upcycled! Upgraded! Bau Dir einen Besen aus PET-Flaschen

(fls)