/Nach Vega-Dämpfer: AMD-Grafikchef Raja Koduri verlässt AMD

Nach Vega-Dämpfer: AMD-Grafikchef Raja Koduri verlässt AMD

Nach Vega-Dämpfer: AMD-Grafikchef Raja Koduri verlässt AMD

Koduri war unter anderem für die Entwicklung der Vega-GPU verantwortlich.

(Bild: c’t)

Der Chef von AMDs Grafiksparte, Raja Koduri, nimmt seinen Hut. Er war unter anderem für die Entwicklung der Vega-Grafikarchitektur verantwortlich, die die eigens hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllte.

Raja Koduri verlässt AMD. Dies teilte der Grafik-Chefarchitekt und Leiter der Grafiksparte Radeon Technologies Group selbst per E-Mail an seine Mitarbeiter mit, welche die US-Technikseite Hexus.net vollständig veröffentlichte. Koduri nennt in der E-Mail keine konkreten Gründe, sondern erklärt lediglich, es sei Zeit für ihn, die Radeon Technologies Group und AMD zu verlassen.

AMD bestätigte in einer Mitteilung gegenüber heise online die Kündigung Koduris, welcher sich derzeit in einer Auszeit befindet. Bereits jetzt ist AMD-Chefin Lisa Su kommissarisch für die Leitung der Grafiksparte verantwortlich und soll dies auch weiterhin bleiben, bis ein Nachfolger für Koduri gefunden ist. AMD unterstreicht in der Mitteilung, dass es keine Veränderungen an den Grafik-Roadmaps gebe und das Unternehmen auf einem guten Weg sei, die selbst auferlegten Ziele und Termine für 2018 zu erreichen.


Raja Koduri verlässt AMD.

Raja Koduri verlässt AMD.

(Bild: AMD
)

Radeon Koduri war unter anderem für die Entwicklung der Vega-Grafikarchitektur verantwortlich. Im Juli 2017 erschien die erste Profi-Grafikkarte mit Vega-GPU, die Radeon Vega Frontier Edition, und im August folgten die Spieler-Varianten Radeon RX Vega 56 und Radeon RX Vega 64. Trotz hoher Rechenleistung konnte AMD mit den Gamer-Karten nur zu Nvidias Pascal-Modellen aufholen, diese jedoch nicht überholen – und das zum Preis einer hohen Leistungsaufnahme. Die vorab über Monate hochkochenden Erwartungen, die AMDs Marketing-Abteilung gegenüber Journalisten und potenziellen Käufern immer weiter anheizte, konnten die Karten nicht erfüllen – zumal die teils schwer erhältlichen Karten auch zu vergleichsweise hohen Preisen über die Ladentische gingen.

Nach dem RX-Vega-Marktstart tauchte Koduri zunächst kommunikativ ab. Ende August holte Koduri schließlich zum Rundumschlag aus und kritisierte die Vega-Tests: “Die ersten Testberichte haben den Performance-Watt-Dynamik-Bereich von Vega nicht gut zur Geltung gebracht.” Dazu zeigte sich Koduri verärgert über die Aufregung um die Vega-Verkaufspreise: “Der Aufruhr um die Preisgestaltung hilft uns überhaupt nicht weiter. Nicht sicher, woher das kommt – es nützt nur dem Wettbewerb.” Damit verärgerte Koduri auch einige Radeon-Fans, die viele Hoffnungen in Vega gesteckt hatten – offenbar aber auch Teile des RTG-Teams.

Folgend kündigte Koduri Mitte September eine dreimonatige Auszeit an, die er mit dem besonders anstrengenden Projekt der GPU-Architektur Vega begründete. Er kündigte an, im kommenden Jahr seinen Arbeitsschwerpunkt bei AMD zu ändern und seine Verantwortlichkeiten neu zu gewichten – dazu kommt es nun nicht mehr, zumindest nicht bei AMD.

Raja Koduri wechselte 2013 als Corporate Vice President Visual Computing zurück zu AMD, nachdem er bei Apple für einige Jahre den Chefposten des Bereichs Graphics Architecture innehatte. Von 2001 bis 2009 arbeitete er als Chief Technology Officer bereits bei AMD beziehungsweise ATI und war unter anderem an der Entwicklung des R300-Grafikchips (Radeon HD 9700/Pro) beteiligt. Ende der 90er war Koduri als Architektur-Chef bei der Firma S3 beschäftigt, die unter anderem den Texturkompressionsstandard S3TC entwickelte.


(mfi)