/Nach schweren Vorwürfen – Erdogan schwört bittere Rache

Nach schweren Vorwürfen – Erdogan schwört bittere Rache

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wurde von Goldhändler Zarrab schwer belastet.
Bild: dpa

Ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (63) ein Steuerflüchtiger? Nach Aussage des Goldhändlers Reza Zarrab, ja! Dieser sagte aus, Erdogan habe von einem Komplott zur Umgehung von Sanktionen gegen den Iran gewusst. Das habe ihm der frühere türkische Wirtschaftsminister Mehmet Zafer Caglayan mitgeteilt, sagte der türkisch-iranische Goldhändler am Donnerstag (30.11.17) vor einem Gericht in New York aus. Caglayan habe ihm gesagt, dass Erdogan zugestimmt habe, dass sich neben der staatlichen Halkbank zwei weitere Banken an den “Gold-gegen-Öl-Deals” beteiligen dürften. Mit diesen Deals sollte iranisches Öl bezahlt und Sanktionen der USA und der Vereinten Nationen umgangen werden.

Goldhändler Zarrab: Erdogan wusste von Umgehung der Iran-Sanktionen

Am Vortag hatte Zarrab bereits ausgesagt, Caglayan mit bis zu 50 Millionen Euro bestochen zu haben. Der frühere türkische Wirtschaftsminister habe ihm dafür geholfen, die “Gold-gegen-Öl-Deals” auszuhandeln und 50 Prozent der Profite bekommen. Auch den früheren Chef der Halkbank, Suleyman Aslan, habe er mit Schmiergeldern in Millionenhöhe bestochen, sagte Zarrab am Donnerstag. Auf die Frage, warum er nicht noch andere Menschen bestochen habe, antwortete der Goldhändler: “Ich habe den türkischen Wirtschaftsminister und den Chef der Halkbank bestochen, ich habe nicht das Gefühl gehabt, noch andere Personen bezahlen zu müssen.”

Der 34-jährige Zarrab hatte bei dem brisanten Prozess eigentlich selbst auf der Anklagebank sitzen sollen, sich dann aber schuldig bekannt. Nun tritt er als Belastungszeuge auf. Auf der Anklagebank sitzt jetzt nur der frühere Vizechef der staatlichen türkischen Halkbank, Mehmet Hakan Atilla. Er hat die Anschuldigungen bislang zurückgewiesen.

Erdogan schwört Rache an Kilicdaroglu

Jedoch, Erdogan reagiert auf die Aussagen des Goldhändlers mit wüsten Drohungen und wies die Vorwürfe vehement zurück. Kilicdaroglu wolle er verklagen, zudem sei er ein “nationales Sicherheitsproblem”. “bild.de” mutmaßt, der Politiker konnte nun bald im Gefängnis landen. Erdogan sagte dem staatlichen Sender TRT mit Blick auf die Vorwürfe: “Wir haben das Richtige getan, egal, was bei dem Gerichtsverfahren herauskommt.”

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

gea/mag/news.de/dpa