/Nach Putin-Attacke: Donald Trump von Polen gefeiert

Nach Putin-Attacke: Donald Trump von Polen gefeiert

Mit einem der größten Einsätze der Hamburger Polizei bereitet sich die Hansestadt auf den G20-Gipfel der großen Wirtschaftsmächte vor. Auch die Gipfelgegner mobilisierten ihre Kräfte. Am Tag vor dem Start gab es in einem Porschezentrum der Stadt eine Brandstiftung, hinter der die Polizei militante Aktivisten vermutet. Zu dem weltpolitischen Großereignis am Freitag und Samstag werden mehr als 100 000 Gegendemonstranten in Hamburg erwartet. Die Polizei hat mehr als 19 000 Beamte im Einsatz. Mit Besorgnis blicken sie vor allem auf eine Autonomen-Demo am Donnerstagnachmittag.

Polizei und Gipfelgegner bereiten sich auf G20-Krawalle vor

Wenn die Air Force One von US-Präsident Donald Trump in Fuhlsbüttel aufsetzt, brechen gut 10 000 Linksautonome zur heikelsten Demonstration rund um den Gipfel auf – “Welcome to Hell” (“Willkommen in der Hölle”). Die Polizei rechnete mit bis zu 8000 Gewaltbereiten. Vor allem die Politik Trumps sorgt unter den Kritikern für viel Zündstoff.

Es wird der Tag wichtiger Weichenstellungen: An diesem Donnerstag könnten Vorentscheidungen darüber fallen, ob der am Freitag beginnende G20-Gipfel in Hamburg für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Erfolg wird oder nicht. Bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump will sie am Abend im Hamburger Hotel “Atlantic” ausloten, inwieweit er mit seiner nationalistischen Handels- und Wirtschaftspolitik sowie kontroversen Klimapolitik den Gipfel blockieren könnte.

Alle wichtigen Entwicklungen zum G20-Gipfel in Hamburg lesen Sie HIER im News-Ticker:

+++ Donnerstag, 6. Juli 2017, 13:54 Uhr: Trump wird in Warschau stürmisch bejubelt +++

Vor seiner Weiterreise zum G20-Gipfel nach Hamburg ist US-Präsident Donald Trump bei einem Auftritt in Warschau frenetisch gefeiert worden. Bei einer Rede Trumps an das polnische Volk jubelten ihm Hunderte Menschen auf dem Krasinski-Platz in Warschau zu. Unter den Zuhörern war auch Polens früherer Gewerkschaftsführer und späterer Präsident, Lech Walesa, der maßgeblich am Widerstand gegen die einstige sozialistische Führung beteiligt war.

Trump sprach dem polnischen Volk seine Anerkennung aus für dessen unerbittlichen Widerstand gegen feindliche Einflüsse, sei es von Nazi-Deutschland oder auch aus Russland. “In diesen dunklen Tagen habt ihr Euer Land verloren, aber ihr habt nie Euren Stolz verloren”, rief Trump den Polen zu. “Die Geschichte Polens ist die Geschichte eines Volkes, das nie die Hoffnung verloren hat, das nie zerbrochen ist und das nie vergessen hat, wer es ist”, sagte der US-Präsident.

+++ Donnerstag, 6. Juli 2017, 13:50 Uhr:Polizei stört Handys und Navis in Hamburg +++

Wie die “Bild”-Zeitung berichtet, stört die Polizei aus Sicherheitsgründen auch Handys und Navis in Hamburg. Sollten Sie dieser Tage also kein Empfang haben, nicht wundern. Dem Bericht nach werde der Empfang gezielt gestört, damit die Regierungschefs sicherer sind.

+++ Donnerstag, 6. Juli 2017, 12:47 Uhr: Moskau weist Trumps Vorwurf der Destabilisierung zurück +++

Russland hat Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, Moskau wirke destabilisierend. “Mit dieser Sichtweise sind wir nicht einverstanden”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau. Trump hatte bei seinem Besuch beim engen Nato-Verbündeten Polen in Warschau Schritte der USA gegen angeblich “destabilisierendes Verhalten” Russlands angekündigt. Einzelheiten nannte er aber nicht. Putin wird am späten Donnerstagabend in Hamburg erwartet.

+++ Donnerstag, 6. Juli 2017, 11:29 Uhr: Trump wirft Moskau “destabilisierendes Verhalten” vor +++

US-Präsident Donald Trump hat kurz vor seinem ersten Aufeinandertreffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin Schritte gegen das “destabilisierende Verhalten” Moskaus angekündigt. Details, wie diese aussehen könnten, nannte Trump bei einer Pressekonferenz mit Polens Präsident Andrzej Duda am Donnerstag in Warschau nicht. Trump und Putin treffen am Freitag beim G20-Treffen in Hamburg aufeinander. Es ist auch ein bilaterales Gespräch zwischen dem US-Präsidenten und Putin geplant.

Trump erklärte in Warschau, er glaube, dass Russland sich mit Hackingangriffen in die Präsidentschaftswahl 2016 eingemischt habe. “Es könnten aber auch andere Nationen gewesen sein”, fügte er hinzu. Trump warf seinem Vorgänger Barack Obama vor, nicht rechtzeitig eingegriffen zu haben. “Er hat gedacht, (die demokratische Präsidentschaftskandidatin) Hillary Clinton würde die Wahl ohnehin gewinnen und wollte es auf sich beruhen lassen.”

+++ Donnerstag, 6. Juli 2017, 11:09 Uhr: Erdogan vor G20: Bereue Nazi-Vergleiche “überhaupt

nicht” +++

Vor seinem Besuch beim G20-Gipfel in Hamburg hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan keinerlei Bedauern über seine Nazi-Beschimpfungen an die Adresse Deutschlands gezeigt. “Ich bereue das überhaupt nicht”, sagte Erdogan dem Kanal France 24 nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu auf eine entsprechende Frage. Mit Blick auf die Verbote von Wahlkampfauftritten von Vertretern seiner Regierung in Deutschland im Frühjahr sagte der Staatschef: “Dieses Verhalten ist eines, das dem Nazismus entspricht, und ist absolut ein Anzeichen von Faschismus.”

Erdogan betonte zugleich: “Ich bezeichne die deutsche Führung ja nicht als eine faschistische Führung. Sondern ich kritisiere jene, die diese Praktiken anwenden. Die sind es, die ich anspreche.” Im Frühjahr hatten mehrere Kommunen türkischen Regierungsmitgliedern Auftritte in Deutschland mit Verweis unter anderem auf Brandschutzbestimmungen oder Platzmangel untersagt. Erdogan hatte Deutschland und Kanzlerin Angela Merkel persönlich daraufhin die Anwendung von “Nazi-Methoden” vorgeworfen.