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Motorola Moto E4 Plus im Test: Guter Akku, niedrige Auflösung

Das Moto E4 Plus wird, anders als die Vorgängermodelle, nicht als Lenovo Moto, sondern wieder als Motorola Moto vertrieben. Wir haben getestet, was die Plus-Variante des Moto E4 kann und inwiefern es sich vom ähnlich teuren Lenovo Moto G5 unterscheidet.

Das Moto E4 Plus kommt in einem Karton in knalligem orange bei uns an. Neben dem Smartphone gehören ein Netzteil mit 2A-Ladestrom, ein microUSB-Kabel und ein einfaches Headset zum Lieferumfang. Bei unserem Testmodell fehlte dieses Headset allerdings. Der Preisklasse entsprechend ist es aber mehr zum Telefonieren, als für ausgiebigen Musikgenuss geeignet.

Den günstigen Preis sieht man dem Moto E4 Plus auf den ersten Blick nicht an. Das Smartphone liegt, trotz seiner Größe von 155 × 78 × 10 Millimetern und einem Gewicht von knapp 200 Gramm überraschend gut in der Hand. Die Verarbeitung ist tadellos und kann mit der von teuren Geräten mithalten. Auch bei einem festem Griff knarzt oder knirscht es nicht. Der Rückendeckel aus Aluminum ist ausreichend griffig und fühlt sich hochwertig an.


Kein USB-C, dafür aber ein klassischer Kopfhörer-Anschluss.

Die Linse der Hauptkamera steht nicht über den Rückendeckel hinaus; das gefällt uns. Die Kamera ist so besser geschützt und auch die Bedienung auf dem Tisch liegend, verursacht keinerlei Probleme.

Auf der rechten Gehäuseseite befinden sich der geriffelte Power-Button und die Lautstärkewippe. Unterhalb des Displays sitzt der Menü-Knopf mit integriertem Fingerabdrucksensor. Zum Laden nutzt das Moto E4 Plus einen microUSB-Port auf der Unterseite. Der neue USB-C-Type-Standard ist nicht vorhanden. Der klassische 3,5mm Kopfhöreranschluss ist auf der Oberseite untergebracht.

Die Hardware des Moto E4 Plus orientiert sich am unteren Level der Mittelklasse-Smartphones. Für alltagstaugliche Rechenleistung sorgen 3 GByte Arbeitsspeicher und ein Cortex-A53 mit 4 × 1,3 GHz. Für Surfen im Internet, Social-Media und E-Mail schreiben reicht das locker aus. Selbst das grafisch aufwendige Spiel Asphalt 8 läuft dank niedriger Auflösung ohne große Ruckler. Lediglich die Ladezeiten sind klar länger, als bei besser ausgestatteten Smartphones. Sind viele Apps gleichzeitig geöffnet, kommt es beim Moto E4 Plus zu einzelnen Rucklern und Verzögerungen. Im Antutu Benchmark erreicht unser Testgerät 30.500 Punkte. Zum Vergleich: Das Moto G5 schafft 15.000 Punkte mehr. Im normalen Betrieb merkt man diesen Unterschied allerdings nicht.

Vom internen Speicher mit 16 GByte stehen dem Nutzer knappe 11 GByte zur Verfügung. Bei vielen installierten Apps ist das gerade so ausreichend. Fotos und Videos speichert man aber besser auf dem externen Speicher. Allerdings unterstützt das Moto E4 Plus nur microSDXC-Karten mit einer Kapazität von gerade mal 32 GByte. Das ist verglichen mit anderen Geräten derselben Preisklasse unterdurchschnittlich.

Den üppigen 5000 mAh Akku mit Schnellladefunktion und den im Home-Button integrierten Fingerabdrucksensor mit Gestensteuerung finden wir positiv. Wir verstehen allerdings nicht warum der Energieträger fest verbaut ist. Der Rückendeckel ist abnehmbar, um SIM- und Speicherkarte einzusetzen; da wäre ein wechselbarer Akku durchaus logisch. Immerhin hält das Moto E4 Plus mindestens zwei Tage lang durch – auch bei intensiver Nutzung. Dank der Schnellladefunktion reicht eine halbe Stunde an der Steckdose, um wieder für mehrere Stunden Strom zu haben.


Der großzügige 5000mAh Akku ist nicht austauschbar.

Das Moto E4 Plus kommt mit Android OS 7.1.1 Nougat beim Kunden an. Ein Upgrade auf OS 8.0 Oreo ist, anders als beim Moto G5, derzeit nicht angekündigt.

Die Benutzeroberfläche ist Moto-typisch übersichtlich und nicht überladen. Auch Bloatware ist nicht vorinstalliert. Lediglich Motorola und Google-Apps sind bereits an Board. Die bereits vorhandene Software kann zwar deaktiviert, nicht aber deinstalliert werden.

Das 5,5-Zoll Display hat trotz seiner Größe nur HD-Auflösung mit 1280 × 720 Bildpunkten. Die daraus resultierende Pixeldichte von gerade einmal 267 Pixel pro Inch reicht zwar, um keine einzelnen Bildpunkte erkennen, ist aber bei weitem nicht so knackig scharf, wie beim Moto G5. Die Helligkeit ist ebenfalls nicht besonders hoch; Trotzdem ist das Display auch bei direkter Sonneneinstrahlung vernünftig ablesbar. Farben und Kontrast sind gut.


Die HD-Auflösung schont zwar den Akku, sieht aber nicht brilliant aus.

Sowohl die Hauptkamera, als auch die Selfie-Kamera verfügen über einen LED-Blitz. Gerade bei Selbstportraits mit Blitz ist das Ergebnis meist stark überbelichtet. Während die Rückseitige Kamera Fotos mit 13 Megapixeln schießt, schafft die Selfie-Cam gerade einmal 5 Megapixel. Wie bei vielen günstigen Smartphones ist die Qualität der Fotos stark von den Lichtbedingungen abhängig. Es fehlt einfach an Dynamikumfang und Lichtempfindlichkeit. Das Ergebnis ist starkes Rauschen bei zuwenig Licht und fehlender Kontrast bei Bildern mit hellen und dunklen Bereichen. Das heißt der Himmel ist beispielsweise stark überbelichtet, oder die Bäume im Vordergrund sind nur noch als Silhouette erkennbar. Für Schnappschüsse in sozialen Netzwerken ist die Qualität ausreichend.

Videos landen mit unterdurchschnittlichen 720p auf der Speicherkarte. Für ein Smartphone in Einsteigerklasse ist das ok, für die Mittelklasse aber enttäuschend.

Das Moto E4 Plus ist mit nur einer SIM-Karte oder als Doppel-Sim-Variante erhältlich. Verfügbar sind die Modelle in den Farben grau und gold. Die blaue Variante ist derzeit nur schwierig zu bekommen.

  • Single Sim grau

    Lenovo Motorola Moto E4 Plus Single-SIM grau

  • Dual Sim grau

    Lenovo Motorola Moto E4 Plus Dual-SIM grau

  • Single Sim gold

    (Kein Produktbild vorhanden)

  • Dual Sim gold

    Lenovo Motorola Moto E4 Plus Dual-SIM gold


Die Linse der Hauptkamera steht nicht über das Gehäuse heraus.

Das Moto E4 Plus ist ein solides Mittelklasse-Smartphone mit einer überraschend guten Akkulaufzeit. Ansonsten spricht vor allem der große Bildschirm und die gute Haptik für unser aktuelles Testgerät.

Wer allerdings Wert auf gute Auflösung, schöne Fotos und schnelle Hardware legt, ist mit dem beinahe gleich teuren Moto G5 definitiv besser beraten. Auch die Ungewissheit wegen eines Updates auf Android 8.0 hält uns von einer klaren Kaufberatung ab.

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