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Motorola Moto C im Test: funktionales Smartphone für 100 Euro

Von Lenovo/Motorola gibt es recht günstige Smartphones, die uns im Test teils sehr gut gefallen haben. Mit dem Moto C bringt das Unternehmen nun ein noch billigeres Handy auf den Markt, es kostet nur knapp 100 Euro. Da darf man durchaus skeptisch sein, dass dieses Gerät was taugt. Ob das Moto C unsere Bedenken zerstreuen konnte, erfahrt Ihr in unserem Test.

Dass das Moto C nur knapp 100 Euro kostet, merkt man dem Handy an. Die abnehmbare Kunststoffrückseite wirkt alles andere als wertig und knarzte beim Drucktest an einigen Stellen. Die mittig oben sitzende Kamera nebst LED-Blitz steht ein wenig aus dem Gehäuse heraus. Unten befindet sich der Lautsprecher.

Unterhalb des Displays auf der Vorderseite sind drei aufgedruckte Android-Tasten, die ein haptisches Feedback geben, aber nicht beleuchtet sind. Lautstärkewippe und Powerbutton sind auf der rechten Seite des Telefons, am oberen Rand sitzt der microUSB-Anschluss zum Aufladen und zum Datenaustausch und ein 3,5-Millimeter-Klinkeneingang.

Die Abmessungen des 154 Gramm schweren Moto C betragen 145,5 × 73,6 × 9 Millimeter. Auch wenn das Smartphone in Sachen Design und Haptik etwas billig wirkt, gibt es an der Verarbeitungsqualität – abgesehen vom austauschbaren Backcover – nichts weiter zu mäkeln.

Beim Prozessor des Moto C handelt es sich um einen Quad-Core-Chip des Typs Mediatek MT6737m, dem 1 GByte RAM zur Seite steht. Der Maximaltakt der CPU beträgt 1,1 GHz. Der per microSD-Karte erweiterbare interne Speicher fasst 16 GByte. Das 5 Zoll große Display hat nur eine geringe Auflösung von 854 × 480 Pixel, der austauschbare Akku hat eine Kapazität von 2350 mAh.

Die Hauptkamera mit f/2.4-Blende, 74-Grad-Objektiv und LED-Blitz löst 5 Megapixel auf. Vorne gibt es ein 63-Grad-Objektiv, einen LED-Blitz, eine f/2.8-Blende und 2 Megapixel. Das Moto C unterstützt LTE der Kategorie 4 und WLAN nach 802.11 b, g und n. Es hat zwei Kartenslots für Dual-SIM-Betrieb. Zu den weiteren Spezifikationen gehört Bluetooth 4.2 und GPS. NFC gibt es nicht.

854 × 480 Pixel auf 5 Zoll sind nicht in der Lage für ein scharfes Bild auf dem Moto C zu sorgen. Auf dem Display Dargestelltes wirkt außerdem sehr blass, die Farbwiedergabe überzeigt nicht. Aber auch die Blickwinkelstabilität lässt zu wünschen übrig: Schon ein wenig zur Seite geneigt wird das Angezeigte verfälscht.



Bild: Techstage

Kann nicht überzeugen: das blasse und sehr niedrig auflösende Display des Moto C.

Mit ihren geringen Auflösungen und ihren kleinen Blendenöffnungen sind die Kameras des Moto C nicht in der Lage ansehnliche Bilder und Videos (mit maximal 720p) aufzunehmen. Oft sind Aufnahmen unterbelichtet und unscharf, da hilft auch das manuelle Fokussieren nicht. Selbst bei sehr guten Lichtverhältnissen konnten wir keine ansehnlichen Ergebnisse erziehen.

Der Quad-Core-Prozessor mit maximal 1,1 GHz und der 1 GByte große Arbeitsspeicher konnten im Test keine zufriedenstellende Performance liefern. Schon bei der Navigation innerhalb der Homescreens, des App-Drawers und der Einstellungen ruckelt es. Ähnlich sieht es auch bei der Nutzung von Apps aus, die meist nur träge und zähflüssig ihren Dienst verrichten. Grafisch aufwendigere Spiele braucht man auf dem Moto C erst gar nicht installieren. Die Akkulaufzeit war im Test zufriedenstellend, trotz häufiger Nutzung kamen wir über den Tag. Bei gemäßigter Nutzung dürften zwei Tage problemlos drin sein.

Auf dem Moto C läuft Android 7.0 mit dem Androidsicherheitspatch vom 5. Juni 2017. Optisch und softwareseitig zeigt sich Googles mobiles Betriebssystem ohne Anpassungen von Herstellerseite. Über zukünftige Updates gibt es bislang keine Informationen.

Das Moto C ist ein sehr günstiges Smartphone und das merkt man auch. Für knapp 100 Euro bekommt der Käufer schlechte Kameras, eine mäßige Performance und ein enttäuschendes Display. Dabei hat Motorola schon günstige Smartphones im Angebot, die was zu bieten haben. Das Moto G4 Play (Test des Moto G4 Play) bekommt man beispielsweise schon um die 130 Euro und das Handy hat uns im Test gut gefallen. Wir wüssten nicht, wieso man sich für knapp 100 Euro (109 Euro UVP) ein Gerät kaufen soll, mit dem man sicherlich nicht glücklich wird. Wer auf jeden Cent schauen muss, der bekommt zumindest ein funktionierendes Smartphone.

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