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MongoDB 3.6 bringt mehr Flexibilität für Entwickler und Administratoren

NoSQL: MongoDB 3.6 bringt mehr Flexibilität

Die NoSQL-Datenbank ist unter anderem auf reaktive Programmierung ausgelegt, und der Treiber übernimmt die Behandlung von Schreibfehlern. Außerdem gibt es eine Anbindung an Business-Intelligence-Werkzeuge und strengere Default-Sicherheitseinstellungen.

Im Zuge der Hauskonferenz MongoDB Europe 17 hat das Unternehmen MongoDB Version 3.6 der gleichnamigen NoSQL-Datenbank veröffentlicht. Die Neuerungen sollen die Flexibilität für Entwickler ebenso verbessern wie für Administratoren. Außerdem gibt es Erweiterungen hinsichtlich der Analysewerkzeuge und des Einsatzes in der Cloud.

Entwickler finden nun ein Event-orientiertes Modell, um auf Änderungen zu reagieren. Die Change Streams sind vor allem mit Blick auf reaktive Webanwendungen und die Anbindung von IoT-Endgeräten (Internet of Things) entstanden. Anwendungen erhalten sofort ein Event, sobald sich ein Datensatz ändert. Entwickler können auf diese Weise beispielsweise Schwellwerte setzen, um zur reagieren, wenn ein Feld einen gewissen Wert erreicht, statt wie bisher in regelmäßigen Abständen den Inhalt der Felder abzufragen. Neu ist zudem, dass der Treiber sich automatisch um die Fehlerbehandlung beim Schreiben kümmert. Bisher mussten Anwendungen selbst auf Netzwerkfehler reagieren und den Schreibvorgang im Zweifel erneut anstoßen.

Das Werkzeug zum Bearbeiten von Datenbank-Schemata MongoDB Compass ist ab sofort nicht mehr nur kommerziellen Anwendern vorbehalten, sondern auch Bestandteil der kostenfreien Community Edition. Neuerdings bietet das Tool Autovervollständigung für Queries und eine Übersicht über die Query-Historie. Außerdem hat Compass in Version 3.6 ein Plug-in-Framework an Bord, mit dem Entwickler ihre individuellen Erweiterungen anbinden können. Einen Marktplatz zum Austausch von Erweiterungen gibt es noch nicht, aber für die Zukunft sei ein solcher durchaus denkbar und sinnvoll, meinte Roman Gruhn, Director of Information Strategy bei MongoDB, im Gespräch mit heise Developer.


MongoDB

MongoDB Compass hilft bei der Eingabe neuerdings mit Autovervollständigung.

(Bild: MongoDB
)

Administratoren finden in MongoDB 3.6 einen erweiterten Ops Manager, der nun unter anderem einen Data Explorer und eine Ansicht zur Echtzeit-Performance-Analyse enthält. Außerdem bietet er einen Performance Advisor, der bei der Optimierung der Datenverarbeitungsleistung helfen soll. Neuerdings lässt sich zudem die Schema-Governance über JSON Schema festlegen.

Hinsichtlich der Security gibt es auch kleine, aber hilfreiche Ergänzungen. So ist nun für alle MongoDB-Installer das Standardverhalten, nur Anfragen von localhost anzunehmen, weitere Zugriffe müssen Administratoren manuell freigeben. Neu ist zudem das IP-Whitelisting, über das Administratoren MongoDB so konfigurieren, dass nur die explizit aufgeführten IP-Adressen Zugriff haben.

Der Connector for BI ermöglicht die Anbindung der NoSQL-Datenbank an BI-Analysewerkzeuge (Business Intelligence) wie Tableau, TIBCO Spotfire und SAP Business Objects, die für das Zusammenspiel mit SQL-Datenbanken vorgesehen sind. Administratoren können die Konfiguration und Verwaltung im Ops Manager vornehmen.

Die Database as a Service MongoDB Atlas, die das Unternehmen im Sommer 2016 erstmals vorgestellt hat, bekommt mit der Ankündigung alle Kernfunktionen von MongoDB 3.6. Sie lässt sich übergreifend auf den Cloud-Plattformen Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud Platform verwenden.

Neu in Atlas ist die Option, Cluster so aufzusetzen, dass sie mehrere Regionen eines Cloud-Providers abdeckt, um die Daten einerseits möglichst nah an den Anwendern zu halten und andererseits für regionale Ausfälle gewappnet zu sein. Eine Verteilung des Clusters über mehrere Anbieter, um sich vor Totalausfällen eines Providers zu schützen, ist zwar manuell möglich, aber zumindest aktuell noch nicht auf dieselbe Art automatisierbar wie die regionale Replikation. Laut Gruhn ist das aber durchaus eine denkbare Option für die Zukunft.

Die vollständige Liste der Neuerungen lässt sich der offiziellen Ankündigung entnehmen. Im Download Center finden sich diverse Varianten von MongoDB, darunter die kostenlose Community Edition. Die Werkzeuge Ops Manager, Compass und Connector for BI sind als separate Pakete verfügbar.


(rme)