/Mit DIESEN Forderungen kämpfen die Grünen um die Wählergunst

Mit DIESEN Forderungen kämpfen die Grünen um die Wählergunst

Bei der Bundestagswahl 2013 mussten die Grünen eine echte Schlappe einstecken – lediglich 8,4 Prozent waren der Partei vergönnt. Ob Bündnis 90 / Die Grünen bei der Bundestagswahl 2017 ein positiveres Ergebnis für sich verbuchen kann, wird sich am Sonntag, dem 24. September 2017 zeigen, wenn die Bundesbürger an die Wahlurne gebeten werden.

Bündnis 90/Die Grünen im Bundestagswahlkampf 2017

Ein Wahlprogramm, in dem die für die Grünen relevanten Punkte für den Bundestagswahlkampf 2017 zusammengefasst sind, haben die Parteimitglieder um das Spitzenduo Cem Özdemir und Simone Peter bereits Mitte Juni beim Parteitag in Berlin auf die Beine gestellt. Unter dem Slogan “Zukunft wird aus Mut gemacht” fassen die Grünen ihre Vision einer tragfähigen Regierungsarbeit in Deutschland zusammen.

Um ihrem Namen gerecht zu werden, legen die Grünen den Fokus ihres Wahlprogrammes auf das Thema Umweltschutz. Nicht nur saubere Mobilität und die Forderung nach Nachhaltigkeit liegen den Grünen am Herzen, auch Artenschutz und einen entschiedenen Kampf gegen den Klimawandel schreibt sich die Partei auf die Fahnen.

Die Grünen sprechen sich im Wahlprogramm gegen Nationalismus aus

Doch auch andere Punkte sind im Grünen-Wahlprogramm hochpriorisiert. Radikaler Nationalismus ist den Grünen ein Dorn im Auge, während die Mindestrente, ein vereintes Europa und eine Bürgerversicherung von Cem Özdemir und Co. begrüßt wird. Die wichtigsten Aspekte wurden im Wahlprogramm als 10-Punkte-Plan wählerfreundlich zusammengefasst.

Eine Multikultigesellschaft inklusive des Islam, wie sie in Deutschland in den vergangenen Jahren wuchs, finden die Grünen begrüßenswert. Der weitere Ausbau eines vielfältigen Zusammenlebens mit Toleranz den Mitmenschen gegenüber steht für die Grünen deshalb ganz oben auf der Prioritätenliste. Eine Bürgerversicherung und die Bekämpfung der Armut in Deutschland soll diese Vielfalt weiter unterstützen.

Ehe für alle? Ja bitte! So weltoffen geben sich die Grünen im Wahlprogramm 2017

Ebenfalls tolerant positioniert sich die Partei um Cem Özdemir in Sachen Ehe für alle, auch die Rechte der schwul-lesbischen Bewegung sollen den Grünen zufolge gestärkt werden. Auch Familien stehen beim Bündnis 90 hoch im Kurs und werden im Wahlprogramm mit der Einführung eines “Familien-Budgets” bedacht. Demnach sollen Kinderfreibetrag, Kindergeld, Kinderzuschlag und Kinderregelsatz gebündelt an Eltern ausgezahlt und gleichzeitig die Bürokratie verschlankt werden.

Apropos Familie: Um Alleinerziehenden unter die Arme zu greifen und die Finanzlast von Familien zu nehmen, sehen die Grünen weitreichende Reformen vor. Darin enthalten sind unter anderem der Anspruch auf eine Kita-Ganztagsbetreuung, kostenfreie Verhütungmittel und Änderungen der Elternzeit. Auch die Armut im Alter soll der Ansicht der Grünen zufolge ausgemerzt werden, vorgesehen ist dafür eine Mindestrente ab dem 67. Lebensjahr, wobei der Eintritt in die Altersteilzeit bereits ab 60 Jahren leichter vonstatten gehen soll. Die Angleichung von Renten in Ost und West, ein stabiles Rentenniveau und die Beibehaltung von gesetzlicher, privater und betrieblicher Rente runden das Vorhaben der Grünen ab.

Bündnis ’90/Die Grünen will die gesetzliche Krankenversicherung abschaffen

Ebenso wie SPD und die Linke setzen sich die Grünen für die Einführung einer Bürgerversicherung ein, die das bisherige Modell von gesetzlicher und privater Krankenversicherung – beziehungsweise der “Zwei-Klassen-Medizin”, wie es die Grünen formulieren – ablösen soll. Damit geht auch der Plan einher, die Ausbildung von Pflege- und Gesundheitsberufen kostenlos anzubieten und pflegenden Angehörigen mit finanzieller Unterstützung unter die Arme zu greifen.

Was sagen die Grünen zum Thema Arbeit und Rente?

Zum Thema Arbeit haben sich die Grünen ebenfalls ihre Meinung zurechtgelegt. Frauen und Männer sollen gleich bezahlt werden, eine Frauenquote von 50 Prozent in den Führungsetagen soll verpflichtend sein. Tarifverträge je nach Branche und der Kampf gegen Scheinselbstständigkeit runden die Forderungen ab. Auch sollen Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit flexibler gestalten dürfen.

In Finanzfragen beziehen die Grünen klar Stellung: Für Wohlhabende muss eine Vermögenssteuer ebenso her wie eine faire Erbschaftssteuer. Das Ehegattensplitting sähen die Grünen gern durch eine Familienförderung ersetzt, während der Grundfreibetrag und der Spitzensteuersatz höher angesetzt werden sollen.

FOTOS: Schulz-Effekt in Bildern Martin Schulz und sein “Langstreckenlauf” ins Kanzleramt