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Medien: Google bietet Kompromiss bei Shopping-Suche an

Medien: Google bietet Kompromiss bei Shopping-Suche an


Torsten Kleinz

Neue Entwicklungen im Kartellverfahren gegen Google. Der US-Konzern will Konkurrenten Berichten zufolge über eine Auktion Zugang zu den lukrativen Werbeplätzen ermöglichen. Die zeigen sich jedoch nicht zufrieden. Neue Strafen drohen.

Nachdem die EU- Kommission im Juni eine Wettbewerbs-Rekordstrafe von 2,4 Milliarden Euro gegen Google verhängt hat, hat der Konzern inzwischen ein neues Kompromiss-Angebot vorgelegt, wie die Nachrichtenagentur Reuters und das Wall Street Journal übereinstimmend berichten. Demnach bietet der Marktführer seinen Konkurrenten Plätze auf der eigenen Website an, will diese aber per Auktionsverfahren zuteilen.

Prominent platziert

In dem Streit geht es um die Platzierung von Ergebnissen in Googles sogenannter Shopping-Suche, die teilweise auch über den normalen Suchergebnissen prominent mit Bildern und Preisangaben angezeigt wird. Konkurrenten hatten sich darüber beschwert, dass Google auf diese Weise die Marktstellung als führende Suchmaschine ausnutze und so den Markt für andere Preisvergleicher trockenlege. Die europäischen Wettbewerbshüter hatten den Beschwerden zugestimmt und die Milliarden-Strafe verhängt, gegen die der US-Konzern nun klagt.

Wie das Wall Street Journal erklärt, plant Google eine Auktion, bei der der Konzern gemeinsam mit den Konkurrenten um die prominenten Werbeplätze bietet. Dabei würde Google selbst den Grundpreis bestimmen. Konkurrenten müssten somit mehr bieten, um Zugang zu den Werbeplätzen zu bekommen.

Auktion mit Mindestpreis

Solche Auktionen sind mittlerweile marktüblich: Beim so genannten “programmatic advertising” bieten mehrere Marktteilnehmer in einem automatisierten Verfahren um die Platzierung ihrer Werbung auf Websites. Die Auktionen benötigen dabei nur wenige Millisekunden und können noch während des Ladevorgangs einer Website ablaufen. Genauere Details zu dem Vorschlag Googles sind jedoch nicht bekannt geworden. Die EU-Kommissarin Margrethe Vestager bestätigte in Washington den Eingang eines solchen Vorschlags, wollte sich aber nicht über dessen Details oder Chancen äußern.

Gleichwohl zeigen sich die Konkurrenten bereits unzufrieden. “Solange Google nicht bereit ist, das Geschäft mit der allgemeinen und der Shopping-Suche aufzusplitten, wäre die Aufnahme von Konkurrenten in eine bestehende oder neue Werbeauktion nur eine neue Marktbarriere”, erklärt die britische Preisvergleichs-Plattform Foundem gegenüber Reuters.

Riskante Verhandlungen

Wie Reuters weiter berichtet, hatte Google den Vorschlag bereits im Vorfeld mehreren Konkurrenten unterbreitet, war aber dabei durchweg auf Ablehnung gestoßen. Auch Mitarbeiter der EU-Kommission zeigten sich demnach als enttäuscht. Sollte den Kartellwächtern bis zum 28. September kein ausreichendes Angebot vorliegen, drohen Google weitere Strafen von bis zu fünf Prozent des weltweiten Umsatzes bis eine Lösung gefunden ist.


(mho)