/Libyen: 90 Migranten fürchteten bei einem Bootsunfall Tote

Libyen: 90 Migranten fürchteten bei einem Bootsunfall Tote

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sollen am Freitag mehr als 90 Migranten ertrunken sein, nachdem ihr Boot vor der Küste Libyens gekentert ist.

Das Boot, das eine gewöhnliche Schmugglerroute über das Mittelmeer nach Italien brachte, kenterte in den frühen Morgenstunden vor der Küste in der Nähe der Stadt Zuwara.

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Die Details

  • Mindestens drei Menschen überlebten: Zwei Pakistanis konnten an Land schwimmen und ein Libyer wurde von Fischern gerettet.
  • Zehn Leichen sind bisher an Land gespült worden – es wird angenommen, dass sie acht Pakistaner und zwei Libyer sind.
  • Überlebende sagten den Helfern, dass die meisten Migranten auf dem Schiff Pakistaner seien.
  • IOM-Sprecherin Olivia Headon in Tunis sagte, dass das Boot möglicherweise sank, weil es überlastet war.

Jedes Leben verlor “eins zu viele”

Die außenpolitische Sprecherin der EU, Catherine Ray, sagte am Freitag in Brüssel, die EU werde ihre Rettungsaktionen im Mittelmeer fortsetzen und gegen Menschenhändler kämpfen, die Migrantenleben in Gefahr bringen.

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“Jedes auf See verlorene Leben ist ein Leben zu viel”, sagte Ray.

Die IOM sagte, es sei überraschend, dass die Libyer unter den Toten seien, da im Jahr 2017 nur 29 libysche Staatsangehörige gerettet oder abgefangen wurden, die versuchten, das Mittelmeer zu durchqueren, und keine libyschen Todesfälle registriert wurden.

In Bezug auf die Libyer, die unter den Migranten sind, die versuchen, Europa zu erreichen, sagte IOM-Sprecher Joel Millman gegenüber der AFP-Nachrichtenagentur: “Das haben wir vorher nicht [wirklich] gesehen. Sie hätten Schmuggler sein können.”

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Anzahl der pakistanischen Migranten nimmt zu: IOM sagte, dass pakistanische Migranten die 13. größte Gruppe waren, die letztes Jahr versucht, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Im Jahr 2017 kamen 3.138 nach Italien, und es gab keine Todesfälle im Meer. Sie sind jedoch dieses Jahr auf den dritten Platz geklettert, wobei im Januar in Pakistan schätzungsweise 240 Pakistanis nach Italien kamen, verglichen mit nur neun im Januar 2017.

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Migration nach Europa im Jahr 2018: Der Vorfall am Freitag kommt, nachdem am Samstagabend ein Jollenboot mit etwa 130 Menschen an Bord im Mittelmeer gekentert ist und bis zu 40 Tote übrig gelassen hat. Mehr als 6.600 Migranten und Flüchtlinge seien in diesem Jahr bereits auf dem Seeweg nach Europa gekommen, sagte die IOM, wobei die Reise nach Italien über die zentrale Mittelmeerroute fast 65 Prozent der Nennungen ausmache.

Mehr als 700.000 Asylanträge wurden in Europa im Jahr 2017 eingereicht, aber die Zahl der Anträge ist 2017 nach Angaben des EU-Unterstützungsbüros für Asylfragen gegenüber 2016 um 43 Prozent gesunken.

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Gesetz / SMS (AFP, AP, dpa, Reuters)