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LG X power2 im Test: Mittelklasse-Smartphone mit langer Laufzeit

Das neue LG X power2 glänzt weder durch sein Äußeres noch durch seine Rechenleistung. Das neue Smartphone der unteren Mittelklasse will mit seinem großen Akku überzeugen. Wir haben das Gerät getestet und verraten, ob es die versprochenen zwei Tage durchhält.

Das Äußere des LG X power2 ist – laut LG – zeitlos. Wir finden es vor allem unspektakulär. Das 5,5-Zoll-Smartphone sieht nicht wirklich schlecht aus; aber eben auch nicht sonderlich sexy. Weder besondere Farbakzente, noch ein schmaler Rahmen um das Display oder edle Materialien: Das optische Erscheinungsbild erinnert an Geräte von vor 2 bis 3 Jahren. Die Größe geht in Ordnung, wenn man ausreichend große Hände hat. Für kleinere Hände ist das Gerät aber zumindest für die Einhandbedienung etwas zu breit.

Die fest verbaute Rückseite aus Kunststoff fühlt sich nicht besonders hochwertig an. Zwar knarrt und knirscht das LG auch bei größerem Kraftaufwand nicht, aber die Haptik ist einfach nicht gut. Auch das Nadelstreifen-Design und die ordentliche Verarbeitung schaffen es nicht, den etwas billigen Eindruck wettzumachen. Die Rückseite unseres Testgerätes war zudem extrem anfällig für Schmierer und Fingerabdrücke.

Auf der rechten Seite befindet sich der Power-Button. Eine klassische Klinkenbuchse für Kopfhörer und die Ladebuchse sind auf der Unterseite zu finden. LG setzt dabei noch auf microUSB und nicht auf den mittlerweile sehr verbreiteten USB-Type-C-Port. Das ist zwar schön, wenn man bereits jede Menge Zubehör hat, entspricht aber nicht dem neuen Standard – auch, wenn das ein theoretisches Problem ist. Die Lautstärke-Tasten sitzen auf der linken Gehäuseseite. Sowohl Front-, als auch Selfie-Kamera verfügen über einen LED-Blitz. Das Gewicht von 139 Gramm geht in Ordnung. Ein bisschen mehr Aufwand beim Design hätte dem LG X power2 gut getan.

Der Lieferumfang des LG X power2 ist ordentlich, aber nichts außergewöhnliches: ein microUSB-Kabel, ein USB-Netzteil mit Fast-Charge-Funktion, ein einfaches In-Ear-Headset und ein Tool zum Öffnen der SIM-Karten-Schublade.

Auch die Leistung der CPU und der 2 GByte große Arbeitsspeicher entsprechen der typischen Ausstattung der unteren Mittelklasse. Im AnTuTu-Benchmark erreicht das LG magere 38.800 Punkte. Das sogar noch etwas günstigere Samsung Galaxy A3 (Testbericht) beispielsweise kommt auf fast 46.000 Punkte. Im täglichen Gebrauch reicht die Rechenleistung aus. Auch Spiele laufen dank der geringen Display-Auflösung flüssig, die Ladezeiten sind zum Teil aber unangenehm lang.

Das 5,5-Zoll-Display hat eine Auflösung von 720 × 1280 Pixel. Das ist im Jahr 2017 unterdurchschnittlich. Das LG hat damit gerade mal eine Pixeldichte von 267 ppi (Pixel per Inch). Die Darstellung wirkt somit leicht unscharf und ist bei weitem nicht so brilliant wie die eines Full-HD-Bildschirms gleicher Größe. Vor allem wegen der Größe von über 5 Zoll wäre Full-HD (1920 × 1080) wünschenswert. Einen Vorteil hat die Auflösung aber: Die Darstellung der geringeren Pixelzahl verbraucht weniger Strom und trägt so seinen Teil zum Konzept der hohen Akkulaufzeit bei.

In direktem Sonnenlicht ist uns das Display eine Spur zu dunkel. Der Kontrast geht verloren, sobald man aus einem Winkel von weniger als 45 Grad auf das LG X power2 schaut. Bei direkter Draufsicht sind Farbwiedergabe und Kontrast in Ordnung.

Der Mono-Lautsprecher auf der Rückseite ist zweckmäßig, aber nicht besonders laut. Es fehlt klar an Bässen; für Musikbeschallung raten wir zu externen Lautsprechern oder Kopfhörern.

Die Hauptkamera des LG X power2 hat eine Auflösung von 13 Megapixel und die Selfie-Kamera knipst Bilder mit 4,9 Megapixel. Der Autofokus ist erfreulich schnell und treffsicher. Die Qualität der Aufnahmen geht für ein Mittelklasse-Gerät in Ordnung. Bei ausreichender Beleuchtung macht das LG schöne Fotos. Bei starken Hell-Dunkel-Kontrast fehlt es aber am Dynamikumfang. Helle Bildbereiche sind stark überbelichtet; dunkle Bereiche saufen ab, ein typisches Problem der meisten Kameras im Einsteiger- und Mittelklasse-Segment.

Außerdem tritt bei zu wenig Licht Bildrauschen auf. Zudem fehlt es an Kontrast und die Farben verblassen. Das dürfte vor allem an der geringen Lichtempfindlichkeit von f/2,2 liegen. Andere Hersteller bieten im selben Preissegment immerhin Blendenöffnungen von f/2.0. Bei unseren Tests sind einzelne Fotos entstanden, bei denen der Weißabgleich daneben lag. Die Bilder waren entweder gelb- oder blaustichig.

Um Aufnahmen in schlecht ausgeleuchteten Räumen aufzuwerten, verfügen sowohl die Haupt- als auch die Selfie-Kamera über einen LED-Blitz.

Die Brennweite der Selfie-Kamera können wir umstellen: Nahbereich und Weitwinkel stehen zur Verfügung. Praktisch, wenn mehr als nur eine Person auf das Foto soll.


Die Rückseite fühlt sich billig an und ist anfällig für Fingerabdrücke.

Das LG X power2 kommt mit Android 7.0 OS Nougat zum Kunden. Nach dem ersten Einschalten haben wir zunächst Updates gezogen und dann den Speicher betrachtet. Obwohl LG das Gerät als Multimedia-Maschine bewirbt, hat das Smartphone gerade einmal 16 GByte internen Speicher. Durch das Betriebssystem und die vorinstallierten Apps stehen davon nur etwa 8,5 GByte zur Verfügung. Das ist gerade so ausreichend. Das beliebte Sammelkartenspiel Hearthstone beispielsweise belegt schon alleine 3 GByte. Wer neben seinen Apps noch Fotos, Videos und Musik auf seinem Smartphone haben will, kommt um eine Speichererweiterung mit einer microSDXC-Karte nicht herum. Die Speicherkarte kommt in den selben Einschub wie die SIM-Karte und ist für Größen von bis zu 2 TByte ausgelegt.

Zwar hat LG außer den Google-Apps keine Bloatware vorinstalliert; die eigenen LG-Anwendungen sind aber eigentlich schon zuviel; vor allem, da wir die Apps nicht einfach deinstallieren können. Eine Deaktivierung ist zwar möglich, Löschen ist aber ausgeschlossen. Bei so wenig internen Speicher ist das einfach ärgerlich.

Den Namen X Power hat das Smartphone nicht aufgrund seiner Rechenleistung bekommen, sondern wegen des großen Akkus. Die 4500 mAh reichen laut LG für ein ganzes Wochenende aus. Komplette zwei Tage hat es bei uns zwar nicht durchgehalten, das liegt aber eher an der intensiven Nutzung, als am Akku. Bei durchschnittlicher Nutzung erscheinen uns die zwei Tage aber durchaus realistisch.

Dank der Schnellladefunktion ist unser Akku nach etwa 130 Minuten wieder komplett aufgeladen.

Eine Lade-Dauer von 30 Minuten soll laut Herstellerangabe ausreichen, um wieder für einen ganzen Tag Strom zu haben. Gerade der Akku hat uns bei vielen aktuellen Geräten enttäuscht. Hier stellt das LG X power2 eine erfreuliche Ausnahme dar.


Für kleine Hände sind die 5,5 Zoll fast zu groß.

Das Gerät ist in den Farben blau/schwarz und grau erhältlich.

Das LG X power2 ist weder besonders sexy noch gut ausgestattet. Egal ob Rechenleistung, Kamera, interner Speicher oder Bildschirm – nichts davon haut uns wirklich vom Hocker.

Das Hauptziel, ein Gerät mit überdurchschnittlich langer Batterielaufzeit zu entwickeln, hat LG aber erreicht. Wer also in erster Linie ein bezahlbares Smartphone mit großem Display und langem Atem sucht, der wird mit dem LG X power2 zufrieden sein. Das Smartphone ist ein echtes Arbeitstier und reicht für Telefonie, Surfen im Web und ein paar Schnappschüsse Fall aus. Wer seine Prioritäten mehr auf maximale Leistung, hohe Auflösung oder eine gute Kamera setzt, der sollte sich andere aktuelle Android-7.0-Smartphones ansehen.

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