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LG Q6 im Test: schickes Smartphone mit mäßiger Kamera

Mit dem Q6 bringt LG ein optisch ansprechendes Mittelklasse-Smartphone auf den Markt. Wie der große Bruder G6 hat das Gerät ein sogenanntes FullVision-Display, einen Bildschirm mit einem sehr guten Screen-to-Body-Ratio und nur noch wenig Rand außen herum. Zur weiteren Ausstattung gehören eine 13-Megapixel-Kamera, ein 3000-mAh-Akku, Android 7.1.1 und ein Octa-Core-Prozessor. Ob uns das Handy überzeugen konnte, erfahrt Ihr in unserem Test.

Das 142,5 × 69,3 × 8,1 mm messende LG Q6 mit seinem Gewicht von 149 Gramm liegt superkomfortabel in der Hand. Der Rahmen des Gerätes ist aus Aluminium, die Rückseite aus Kunststoff. Einen Kopfhörereingang hat der Hersteller unten links neben dem microUSB-Anschluss untergebracht. Die Lautstärkewippe sitzt auf der linken, der Powerbutton auf der rechten Seite.

Die Hauptkamera ist auf der Rückseite links oben platziert, rechts daneben befindet sich der LED-Blitz. Der Lautsprecher des Telefons ist hinten unten links untergebracht. Die Frontkamera findet sich oberhalb des Bildschirms links. Wie der große Bruder G6 ist das Q6 ein echter Handschmeichler und wirkt nebenbei noch richtig edel. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut.

Das 5,5 Zoll große IPS-Display des LG Q6 löst 2160 × 1080 Pixel auf. Das Seitenverhältnis beträgt 18:9, das Screen-to-Body-Ratio laut Hersteller 77,7 Prozent. Beim verbauten Octa-Core-Prozessor handelt es sich um einen Snapdragon-435-Chip von Qualcomm mit einem Maximaltakt von 1,4 GHz. Der Arbeitsspeicher fasst 3 GByte, an internem Speicher gibt es 32 GByte. Die Erweiterung des Speichers ist durch microSD-Karten möglich.

Ins mobile Internet geht das Handy mit LTE (bis zu 300 Mbit/s im Downstream), unterstütze WLAN-Standards sind 802.11 b, g und n. In Sachen Konnektivität gehören NFC, Bluetooth 4.2 und GPS zur weiteren Ausstattung. Der fest verbaute Akku hat eine Kapazität von 3000 mAh. Die Hauptkamera mit Autofokus und LED-Blitz hat eine f/2.2-Blende und löst 13 Megapixel auf. Die Frontcam mit 100-Grad-Weitwinkel-Objektiv, ebenfalls mit f/2.2-Blende, hat eine Auflösung von 5 Megapixel.

Eines der Highlights des Q6 ist zweifelsohne das Display: Angezeigtes wird dank der hohen Auflösung von 2160 × 1080 Pixel gestochen scharf dargestellt, Farbwiedergabe und Blickwinkelstabilität sind gut. Da es um das komplette Display herum nur wenig Rand gibt – auch oben und unten – ist das Handy trotz der Bildschirmdiagonal von 5,5 Zoll ein sehr kompaktes Gerät. Es ist dadurch geradezu prädestiniert für einhändige Bedienung.



Die Kamera bietet das, was mein von einem Mittelklasse-Smartphone erwartet: im Idealfall ansehnliche Bilder. An den großen Bruder G6 mit seiner Top-Knipse kommt das Q6 allerdings bei Weitem nicht heran. Tritt eben nicht der Idealfall ein, erscheinen Bilder oft etwas blass und bei schlechteren Lichtverhältnissen tritt sehr schnell Bildrauschen auf. Auch in Sachen Schärfe fehlt es den Aufnahmen immer mal wieder. Die Selfie-Cam soll vor allem mit ihrem 100-Grad-Weitwinkel-Objektiv punkten, so passen natürlich mehr Leute aufs Bild. Die Qualität der Bilder konnte uns aber auch hier nicht überzeugen.

Die allgemeine Performance des LG Q6 ist gut. Das ganze System läuft flüssig, Apps öffnen sich schnell und auch bei vielen gleichzeitig geöffneten Anwendungen gab es nur selten kurze Denkpausen. Dass es sich beim Snapdragon-435-Prozessor um kein Performancewunder handelt, merkt man jedoch bei etwas anspruchsvolleren Games. Bei Modern Combat 5 gab es lange Ladezeiten und immer wieder ruckelige Passagen – echte Spielfreude konnte so bei uns nicht aufkommen. Die Akkulaufzeit hingegen war im Test mehr als zufriedenstellend: Mit der 3000-mAh-Batterie kamen wir trotz reger Nutzung des Smartphones locker über den Tag. Eine Schnellladetechnologie hat das LG Q6 nicht an Bord.

Auf dem Q6 läuft die aktuellste Android-Version 7.1.1 mit dem Google-Sicherheitspatch vom 01. Juli dieses Jahres. LG lässt es sich nicht nehmen, dem Betriebssystem optisch und softwareseitig seinen Stempel aufzudrücken. An „Special Features“ gibt es unter anderem die Möglichkeit das Handy mit einem Doppeltipp aus dem Standby aufzuwecken, durch Doppelbelegung der Lautstärkewippe die Kamera zu starten oder einen Screenshot zu erstellen und eine Gesichtserkennung zum Entsperren des Gerätes.

Letztere ist in unseren Augen allerdings zum einen keine besonders sichere Methode, andererseits nicht viel mehr als eine Spielerei. Abhängig von den Lichtverhältnissen funktionierte dies im Test nämlich ungefähr genau so oft nicht, wie das Gesicht tatsächlich erkannt wurde.

Das LG Q6 gibt es in den Farben Astro Black, Ice Platinum und Terra Gold.

  • Schwarz

    LG Electronics Q6 M700N schwarz

  • Gold

    LG Electronics Q6 M700N gold

  • Silber/Blau

    LG Electronics Q6 M700N silber/blau

Während uns das Top-Smartphone von LG, das G6 (Test des LG G6), im Test sehr gut gefallen hat, konnte uns das Q6 nicht so recht überzeugen. Das liegt nicht etwa am Gerät an sich, sondern am Preis von 349 Euro UVP. In dieser Preisklasse ist ein Fingerabdruckscanner mittlerweile Standard, außerdem haben die meisten ähnlich teuren Handys der Konkurrenz schnellere Prozessoren und teils bessere Kameras. Was bleibt, ist also ein schickes Smartphone mit klasse Haptik und einem tollen Display, aber nur zufriedenstellender Performance und mäßiger Kameraqualität, das zu einem niedrigeren Preis wohl durchaus den ein oder anderen Käufer finden würde.

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