/Letzte Station im Gefängnis? Wie man in Deutschland mit den Fahrgästen umgeht

Letzte Station im Gefängnis? Wie man in Deutschland mit den Fahrgästen umgeht

Eine Bus- oder Straßenbahnfahrt in Deutschland ohne gültiges Ticket ist nach deutschem Strafgesetzbuch ein Verbrechen. Und es könnte schwerwiegende Folgen haben: 7.600 Wiederholungstäter wurden 2016 ins Gefängnis gesteckt.

Wenn Sie erwischt werden, wenn Sie zum ersten Mal einem Tarif ausweichen, müssen Sie normalerweise nur eine Gebühr von 60 € bezahlen. Das gilt auch für Minderjährige, die wissen müssen, dass sie ein Ticket für den Bus benötigen, und für Leute, die ein Ticket für sich haben, aber nicht für ihr Fahrrad oder ihren großen Hund.

Wenn Sie zum dritten Mal erwischt werden, werden Sie der Polizei gemeldet. Dann müssen Sie entweder eine höhere Strafe zahlen oder bis zu einem Jahr ins Gefängnis gehen.

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Aus rein praktischer Sicht ist das Abwehren in Deutschland nicht gerade schwierig. Im Gegensatz zu U-Bahn- oder U-Bahn-Stationen in New York oder London gibt es normalerweise keine Absperrung am Eingang von Bus- und Straßenbahnhaltestellen. Sie werden den freundlichen Leitern nicht begegnen, die Ihre Karten bei jeder Fahrt auch überprüfen. Auch wenn Sie häufig im öffentlichen Verkehr unterwegs sind, werden Sie sie möglicherweise nur ein paar Mal pro Jahr sehen.

Aber es ist immer noch illegal. Es gibt Aufkleber an Bussen, Straßenbahnen und Haltestellen, um die Fahrgäste in unmissverständlichen Worten zu erinnern. Und dennoch werden die Forderungen laut, dass das Abweichen von einem Verbrechen zu einem Vergehen immer lauter wird.

Files in a court room

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Unterstützer der Bewegung sagen, dass es würde radikal die Arbeitsbelastung der Polizeibeamten reduzieren und Richter. Peter Biesenbach, Justizminister in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland Nordrhein-Westfalen, sagte, über ein Zehntel der in seinem Land ergangenen Urteile handele es sich um Schwarzfahrer.

Biesenbach, ein Mitglied der CDU, glaubt, dass die erforderlichen juristischen Ressourcen besser dafür verwendet werden könnten, “sich um Einbrüche und Handtaschendiebstähle zu kümmern”.

Der Deutsche Richterbund (DRB) hat nicht ausdrücklich gesagt, dass er die Entschuldigung herunterstufen will, aber sie schauen sich das an. Sie fordern von den öffentlichen Verkehrsbehörden mehr Prävention.

“Eingangskontrollen sind der beste Weg, um zu verhindern, dass die Fahrgäste von Straßenbahnen und Bussen fahren und um die Arbeitsbelastung der Justiz zu verringern”, sagte der DRB in einer Erklärung. “Wenn die Transportbehörden diese Eingangsprüfungen aus wirtschaftlichen Gründen nicht vornehmen, sollte der Steuerzahler den Preis nicht zahlen müssen.”

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“Es muss klare Konsequenzen haben”

Auf der anderen Seite der Strecke lehnen die Verkehrsbehörden vehement die Entkriminalisierung des Fahrverbots ab. Englisch: www.germnews.de/archive/dn/1995/02/15.html Die Justiz solle nicht vom Staatshaushalt abhängen, sagte Oliver Wolff, Direktor des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der Nachrichtenagentur dpa.

“Ich halte das für eine Insolvenz des Staates”, sagte Wolff.

Der VDV behauptet auch, dass die Errichtung von Einstiegsbarrieren wenig sinnvoll wäre, da Hop-On-, Hop-Off-Busse und Straßenbahnen den Großteil des öffentlichen Verkehrs in Deutschland ausmachen. Barrieren würden an Haltestellen nicht funktionieren, die von allen verschiedenen Richtungen über dem Boden zugänglich sind.

Die Öffentlichkeit müsse sich darüber im Klaren sein, dass man nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte, sagte Wolff.

“Das Fahren ohne gültiges Ticket muss nach dem Strafgesetzbuch ein Verbrechen bleiben”, stellte er klar. “Es muss klare, abschreckende Konsequenzen für Menschen geben, die ständig Dienstleistungen in Anspruch nehmen, ohne dafür zu bezahlen. Deshalb ist eine Gefängnisstrafe als letztes Mittel absolut notwendig.”

The outside of a prison

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Diskussion in Berlin

Der VDV-Direktor macht sich auch keine Gedanken über überarbeitete Richter. Er weist darauf hin, dass nur ein kleiner Bruchteil der Fälle, in denen es zu Entschuldigungen kommt, jemals in einem Ausmaß ausgetragen wird, das tatsächlich viel Zeit für einen Anwalt oder einen Richter in Anspruch nimmt.

Nach Angaben von Wolff waren die 7.600 im Jahr 2016 ins Gefängnis gekommenen Fahrgäste nur drei Prozent aller Personen, die wiederholt ohne Fahrschein gemeldet worden waren.

Basierend auf diesen Zahlen “kann man wirklich nicht über die Justiz reden oder die Gefängnisse werden zu dünn gestreckt”, sagte Wolff.

Am kommenden Montag debattieren Wolff, Biesenbach und weitere Rechts- und Verkehrsexperten das Thema auf einer öffentlichen Podiumsdiskussion in Berlin. Wie es sich entwickeln wird, ist noch nicht klar.

Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Fahrgäste wahrscheinlich nur ein Ticket kaufen.