/Leistungsaufnahme explodiert: Intels 18-Kern-Prozessor schluckt mit 5,7 GHz bis zu 1000 Watt

Leistungsaufnahme explodiert: Intels 18-Kern-Prozessor schluckt mit 5,7 GHz bis zu 1000 Watt

Leistungsaufnahme explodiert: Intels 18-Kern-Prozessor schluckt mit 5,7 GHz bis zu 1000 Watt


Martin Fischer

Der verdampfende Stickstoff erzeugt einen Vulkan kondensierender Luftfeuchtigkeit.

(Bild: c’t-Artikel: Auf Rekordjagd )

Mit flüssigen Stickstoff hat ein Extrem-Übertakter den 18-Kern-Prozessor Core i9-7980XE auf 5,7 GHz beschleunigt. Die Leistungsaufnahme wuchs auf 1000 Watt.

Der Extrem-Übertakter Roman Hartung alias der8auer hat den am heutigen Montag vorgestellten 18-Kern-Prozessor Intel Core i9-7980XE bereits einigen Übertaktungsexperimenten unterzogen. Mit flüssigem Stickstoff gekühlt erreichte der Prozessor demnach eine Taktfrequenz von 5,7 GHz bei Last auf allen Kernen; im Multithreading-Durchlauf des Cinebench führte das zu einem Ergebnis von mehr als 5600 Punkten. Hartung zufolge betrug die Leistungsaufnahme des Prozessors inklusive seiner Systemkomponenten 1000 Watt.

Mit normaler Luft- oder Wasserkühlung sind solche Taktfrequenzen nicht erreichbar, schließlich lässt sich so die Leistungsaufnahme und Abwärme des Prozessors nicht in Zaum halten. Die von Hartung und anderen Extrem-Übertaktern verwendete Kühlmethode mit flüssigem Stickstoff ist nur zum Aufstellen kurzfristiger Benchmark-Rekorde interessant, nicht aber für den normalen Betrieb – schließlich werden Spezial-Komponenten benötigt. Außerdem muss über einen Trichter in kurzen Zeitabständen immer wieder flüssiger Stickstoff nachgekippt werden.



Übertakten mit flüssigem Stickstoff ist unpraktikabel. Da der Stickstoff ständig wegkocht, muss man im Abstand weniger Minuten neues Kühlmittel nachfüllen.

Übertakten mit flüssigem Stickstoff ist unpraktikabel. Da der Stickstoff ständig wegkocht, muss man im Abstand weniger Minuten neues Kühlmittel nachfüllen.

Vergrößern

Bild: c’t



Normale Leistungsaufnahme bei Volllast

Unter Volllast mit Prime95 verheizte der 18-Kerner Core i9-7980XE im c’t-Labor 266 Watt, der 10-Kerner Core i9-7900X noch 210 Watt und AMDs 16-Kerner Ryzen Threadripper 1950X 283 Watt. Die Leistungsaufnahme schließt dabei immer das System mit ein; hierbei achten wir auf so weit wie möglich vergleichbare Bedingungen und verwenden sparsame Mainboards.

Der Intel Core i9-7980XE verarbeitet 36 Threads quasi-parallel und läuft mit einem Basistakt von 2,6 GHz – im Turbo-Modus mit bis zu 4,4 GHz (zwei Kerne). Im Cinebench R15 ist der neue Intel-Prozessor im Test nur 5 Prozent schneller als AMDs Ryzen Threadripper 1950X mit 16 Kernen (3004 Punkte); in Blender wiederum ist der Intel 10 Prozent flotter. Macht der Prozessor von seinen AVX512-Erweiterungen bei hochoptimiertem Code Gebrauch, ist er nicht einzuholen – im Linpack ist er etwa um den Faktor 2,7X schneller. Programme, die AVX512 ausnutzen, sind im Consumer-Markt auf Desktop- und Notebooks aber noch eine absolute Rarität. Der Prozessor kostet rund 2000 Euro.

Mehr Testergebnisse zum Core i9-7980XE und Core i9-7960X erscheinen in c’t 21/2017; sie liegt ab Samstag am Kiosk und ist dann bei heise select auch direkt im Browser lesbar.


(mfi)