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Lectrify: Schaltkreise in Lego bauen

Lectrify: Schaltkreise in Lego bauen


Helga Hansen

Lectrify

Vier Platinen sollen Kindern Elektronik-Grundlagen beibringen. Der Clou: Die Schaltkreise können auseinander gebrochen werden und sind lego-kompatibel.

Legoteile zusammenzustecken ist zu langweilig? Dann bieten die Elektronik-Kits von Lectrify einen einfachen Einstieg zu interaktiven Projekten. Die roten Bauteile können auf Lego-Steine gesetzt werden und boten bisher zwei einfache Schaltkreise mit LEDs oder einem Motor. Mit den “Very useful circuits” gibt es nun aufwändigere Platinen, um Kindern noch mehr Elektronikkonzepte zu vermitteln.

Interaktive Platinchen

Zur Auswahl stehen vier Kits: ein Touchpad, Nachtlicht, Blinker und ein Sensorboard. Das Touchpad und das Nachtlicht nutzen jeweils einen Transistor, um zu zeigen, wie Änderungen der Leitfähigkeit bzw. Helligkeit in Projekten eingsetzt werden können. Mit zwei LEDs und zwei Kondensatoren dient Blinker als Beispiel für einen Timer. Das Sensorboard kann schließlich Temperatur, Druck, Licht und Feuchtigkeit messen.

Die Lectrify-Kits kommen als vorgestanzte Schaltkreise in roten Leiterplatten, die entweder schon vorbestückt sind oder selbst gelötet werden können. Jedes Board hat einen Batteriehalter für eine Knopfzelle mit Schalter und kann direkt verwendet werden. Zum Einbau in Lego werden die Teile herausgebrochen und müssen dann verkabelt werden. Dazu gibt es von Lectrity spezielle flache Kabel, aber auch Aluminiumfolie, Drähte mit kleinen Bananensteckern und leitfähiges Garn können verwendet werden. Später soll auch ein arduino-basiertes Mikrocontrollerboard hinzukommen, mit dem Kinder programmieren lernen können.



Ein Lego-Star-Wars-Flieger neben einer roten Platine

Das älteren Kits von Lectrify im Test mit dem Lego-Miniflieger The Ghost und Pilotin Hera Syndulla (Star Wars).

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Kits zum Selberlöten können für 20 US-Dollar (17 Euro, inklusive Versand) auf der Crowdfunding-Plattform Crowdsupply vorbestellt werden. Ein Klassensatz mit 10 DIY-Kits kostet 84 Euro. Für vorgelötete Kits wird jeweils ein Aufpreis fällig. Crowdsupply verkauft erfolgreiche Hardware-Projekte auch über das Ende einer Crowdfunding-Kampagne hinaus und liefert weltweit. Außerhalb der USA waren die Lectrify-Kits bisher nur deutlich teurer über Amazon erhältlich. Da Lectrify bereits Boards verkauft und nur einen US-Dollar als Finanzierungsziel angab, ist die Kampagne ansonsten eher als Marketing-Maßnahme zu sehen.

Elektronik trifft Lego

Neben den roten Platinen gibt es noch weitere Projekte, die elektronische Bauteile mit Lego verbinden. Von Brixo gibt es verschiedene Blöcke wie Sensoren, Motoren und Lichter, die in Legobauten integriert werden können. Draht oder Garn werden nicht benötigt, sondern leitende Verbindungssteine eingesetzt. Nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne 2016 werden die Steine derzeit recht verspätet verschickt. Wer die Kampagne verpasst hat, kann auf Indiegogo weiterhin Kits vorbestellen. Ein Standard-Kit mit 64 Teilen schlägt etwa mit 95 US-Dollar (80 Euro) plus Versand zu Buche.



Ein Lego-Rad neben schwarzen und silbernen Steinen

Die Brixo-Steine im Einsatz neben den bekannten Lego-Steinen.

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Bild: Brixo


Auch die leuchtenden Build Upons, transparente Lego-Steinchen mit integrierter LED, sind inzwischen ausgeliefert – können aber nur in den USA weiter bezogen werden. Lego selbst bietet mit Lego Boost einen programmierbaren Roboterbaukasten für Kinder, der seit kurzem im Handel erhältlich ist.


(hch)