/“Leblos und frei von jeder Überraschung” – SPD am Ende?

“Leblos und frei von jeder Überraschung” – SPD am Ende?

Das einzige TV-Duell zwischen Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) vor der Bundestagswahl 2017 wurde gemeinsam vom Ersten, RTL, SAT.1 und ZDF übertragen.
Bild: dpa

Nach dem TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Martin Schulz versuchen Union und SPDSchwung für den Endspurt zur Bundestagswahl zu holen.

“Die Wahl wird nicht in einem TV-Duell entschieden”

Unionsfraktionschef Volker Kauder sieht die Wahl am 24. September nicht entschieden – auch wenn Merkel nach Umfragen das TV-Duell am Sonntagabend für sich entschied. CDU und CSU gingen nun mit großer Zuversicht in den Schlussspurt, sagte Kauder der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er mahnte jedoch: “Wir wissen aber auch: Die Wahl wird nicht in einem TV-Duell entschieden.”

Bundesjustizminister Heiko Maas sagte der dpa, der Auftritt von Schulz habe der SPDMut gemacht. “Martin Schulz und der gesamten SPD wird das Duell Rückenwind geben.” Schulz sei überzeugend, souverän und leidenschaftlich gewesen, erklärte der SPD-Politiker. Ein schlichtes “Weiter so” der Kanzlerin reichenicht.

Merkel will kein weiteres TV-Duell

Schulz hat bereits an diesem Montag einen weiteren großen Wahlkampf-Auftritt beim bayerischen Volksfest Gillamoos. Er wünscht sich ein zweites Duell, da viele Zukunftsthemen nicht zur Sprache gekommen seien. Merkel lehnt ein weiteres Aufeinandertreffen aber ab. Die Kanzlerin trifft sich heute mit zahlreichen Oberbürgermeistern, um das weitere Vorgehen in der Diesel-Krise zu beraten. Am Abend gibt es in der ARD einen “Fünfkampf” mit den Spitzenkandidaten von CSU (Joachim Herrmann), Grünen (Cem Özdemir), FDP (Christian Lindner), Linkspartei (Sahra Wagenknecht) und AfD (Alice Weidel).

Opposition enttäuscht von TV-Duell

Die Opposition im Bundestag zeigte sich enttäuscht von dem Fernsehduell. Linke-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch sprach von einem “großkoalitionären Therapiegespräch”. “Martin Schulz hat sich nicht von der Union abgesetzt”, monierte Bartsch. Er hielt Schulz vor, nach der Wahl eine Fortsetzung von Schwarz-Rotals Juniorpartner mittragen zu wollen.

Die Grünen kritisierten, Schulz habe keine Ideen für die Zukunft gehabt. “Dass von Merkel keine Dynamik für Veränderung kommt, war zu erwarten, aber auch von Martin Schulz kamen keine Impulse für einen echten sozialen und ökologischen Wandel in diesen dramatischen Zeiten”, sagte Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt der dpa.