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Kinderhilfswerk: Fotos vom Nachwuchs nicht unüberlegt posten

Kinderhilfswerk: Fotos vom Nachwuchs nicht unüberlegt posten

Dieses Bild ist nach Meinung des Kinderhilfswerks unbedenklich.

(Bild: dkhw.de)

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat eine Facebook-Kampagne zu Persönlichkeitsrechten von Kindern im digitalen Raum gestartet. Es wirbt für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Aufnahmen der “süßen Kleinen”.

“Liebe Mama, lieber Papa, denkt nach, bevor ihr postet!” Mit diesem Warnhinweis zu Aufnahmen von Sprösslingen in recht peinlichen Situationen erinnert das Deutsche Kinderhilfswerk in einer Kampagne auf Facebook daran, dass auch Kinder Rechte haben und Erwachsene gerade in sozialen Netzwerken sorgsam mit Schnappschüssen umgehen sollten. Die Fotos seien auf Facebook und Co. nämlich oft frei zugänglich und könnten so auch in falsche Hände geraten.

Insbesondere die Eltern wolle man “für die Persönlichkeitsrechte von Kindern in sozialen Medien sensibilisieren”, erläuterte der Präsident des Kinderhilfswerks, Thomas Krüger. Anliegen sei es dabei, “Erwachsenen keine Vorschriften zu machen, sondern sie in erster Linie zu Selbstreflektion und zum Dialog mit den Kindern anzuregen”. Denn wer Bilder oder Informationen über Kinder ohne deren Zustimmung verbreite, verletzte damit die Privatsphäre der Betroffenen. Krüger ergänzte: “Es widerspricht auch ihrem Recht auf Beteiligung, zudem sind Schutzrechte in Gefahr.”

Eine vom Kinderhilfswerk in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage hat ergeben, dass vielen Erwachsene derzeit das Problembewusstsein fehlt, wenn es um die Veröffentlichung von Texten zu oder Bildern vom Nachwuchs etwa auf sozialen Netzwerken geht. Eine explizite Erlaubnis der Kinder dafür holen nur 31 Prozent der Befragten ein. 34 Prozent gaben an, Kinder gar nicht einzubeziehen, 30 Prozent informieren die Betroffenen lediglich über einen Post.

Die Kampagne arbeitet insgesamt mit sechs Motiven und soll etwa drei Wochen laufen. Wer auf eine der Anzeigen klickt, landet auf einer Informationsseite mit Tipps für den Umgang mit Kinderfotos. Erwachsene sollten es demnach etwa vermeiden, die “süßen Kleinen” in unangenehmen oder gar unangemessenen Situationen darzustellen oder personenbezogene Daten zusammen mit einem Foto preiszugeben. Unbedenklich sei es, Kinder von hinten, von der Seite oder von oben zu zeigen, Gesichter etwa mit Emojis zu maskieren oder Detailaufnahmen von Händen oder Füßen zu posten.

Die Polizei Hagen hatte vor zwei Jahren medienwirksam mit einem Facebook-Post darauf hingewiesen, dass es gefährlich werden könnte, unbekümmert Kinderbilder in soziale Netzwerke zu stellen. Auch die Bund-Länder-Stelle jugendschutz.net warnt seit Längerem davor, dass Fotos von Dritten aus dem Internet und sozialen Medien leicht heruntergeladen werden und in ganz andere Kontexte eingefügt werden können.
(Stefan Krempl) /


(anw)