/KI für die Gesundheit: “Präzisionsmedizin arbeitet nicht fehlerfrei”

KI für die Gesundheit: “Präzisionsmedizin arbeitet nicht fehlerfrei”

"Präzisionsmedizin arbeitet nicht fehlerfrei"

Seit Langem träumen Ärzte von der individualisierten Medizin. Gerd Antes, Co-Direktor des Deutschen Cochrane Zentrums in Freiburg, kritisiert den Ansatz allerdings gleich auf mehreren Ebenen.


Den Ansatz der Präzisionsmedizin kritisiert Gerd Antes vom Deutschen Cochrane Zentrum.

Gerd Antes

(Bild: Michael Bamberger
)

Auf der Basis von Symptomen, Messwerten, Lebensumständen, genetischen Informationen und anderen Daten mehr wollen Mediziner künftig zu einer besseren und treffsicheren Diagnose wie Therapie gelangen. Das ist das Ziel der personalisierten Medizin.

Dass zusätzliches Wissen zu einer besseren Diagnostik führen wird, bezweifelt Gerd Antes auch gar nicht. Aber selbst heute sei die Präzisionsmedizin noch weit von hundert Prozent entfernt, kritisiert der Mathematiker. Zum Beispiel demonstriere IBM mit seinem Watson, wie es nicht sein sollte: “Auch nach sechs Jahren Entwicklung ist von der versprochenen künstlichen Intelligenz nichts zu sehen”, sagt der Co-Direktor des Deutschen Cochrane Zentrums am Universitätsklinikum Freiburg in seinem Gespräch mit der Zeitschrift Technology Review: Die Dezemberausgabe mit dem Themenschwerpunkt “Präzisionsmedizin” ist jetzt am Kiosk und im heise shop erhältlich.


"Präzisionsmedizin arbeitet nicht fehlerfrei"

Big Data, künstliche Intelligenz und weitere neue Technologien in der Medizin stehen auch auf dem TR-Kongress im Fokus.

(Bild: 
Innovators Summit – Digital Health
)

Eine der Ursachen für fortwährende Fehldiagnosen und erfolglose Therapien sieht das Gründungs- und Vorstandsmitglied des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin in der schlechten Datenlage: “Auch heute noch ist es traurige Realität, dass etwa 50 Prozent aller begonnenen Studien nicht publiziert werden, bevorzugt die mit ungewünschten Ergebnissen”, erläutert Antes. Big-Data-Anwendungen und Künstliche Intelligenz könnten aber nur mit den ihnen zur Verfügung stehenden Informationen arbeiten. Dadurch würden die “Erkenntnisse aus Studien chronisch überoptimistisch verzerrt”, warnt Antes.

Mehr zu dem Themenkomplex Präzisionsmedizin und das gesamte Interview mit Gerd Antes lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Technology Review (jetzt im Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich).


(Veronika Szentpétery-Kessler) /


(inwu)