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Kenia: Erfolgloser Hackerangriff auf Wahl-Datenbank

Oppositionskandidat Raila Odinga bei seiner Stimmabgabe

(Bild: Raila Odinga)

Nachdem der Oppositionskandidat bei der Präsidentschaftswahl in Kenia behauptet hatte, die Wahl sei manipuliert worden, kam es zu blutigen Protesten. Die Wahlbehörde hat nun einen Hackingversuch eingeräumt, aber erklärt, der sei erfolglos geblieben.

Bei den Wahlen in Kenia ist es der Wahlbehörde zufolge zu einem erfolglosen Hacking-Versuch des Wahlsystems gekommen. Vorläufige Ermittlungen hätten gezeigt, dass es einen Versuch gab, die Datenbank der Wahlbehörde zu hacken, sagte am Donnerstag der Leiter der Wahlbehörde, Wafula Chebukati. Dieser sei aber nicht erfolgreich gewesen. Der Oppositionskandidat für die Präsidentschaftswahl, Raila Odinga, hatte nach den Wahlen am Dienstag behauptet, die Datenbank sei zugunsten des Amtsinhabers Uhuru Kenyatta gehackt und manipuliert worden. Wenige Tage vor der Wahl war Chris Musando, der IT-Chef der Wahlbehörde, ermordet aufgefunden worden.

Proteste mit Todesopfern

Unter anderem Odingas Vorwurf nun hatte am Tag nach den Wahlen zu Protesten geführt. In Nairobi und im Westen des Landes kam es am Mittwoch zu Demonstrationen von Unterstützern der Opposition. Bei Zusammenstößen mit der Polizei in Mathare, einem Slum von Nairobi, seien zwei Menschen getötet worden, teilte Ärzte ohne Grenzen mit. “Es ist in der Verantwortung jedes Einzelnen, ruhig zu bleiben”, sagte die Leiterin der EU-Wahlbeobachtermission, Marietje Schaake, am Donnerstag. “Wahlen sollten nie ein Fall von Leben oder Tod sein.”

Neben dem Präsidenten und beiden Kammern des Parlaments haben die Kenianer in den 47 Verwaltungsbezirken des Landes auch neue Gouverneure und Regionalvertretungen gewählt. In den von der EU beobachteten Wahllokalen habe es “keine Anzeichen von zentralisierter oder lokaler Manipulation” gegeben, sagte Schaake. Die Ergebnisse der Wahlen werden in den kommenden Tagen erwartet. Nach vorläufigen Teilergebnissen liegt Kenyatta vor Odinga. (dpa) /


(mho)