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KDE unterstützt Purisms “freies Smartphone”

KDE unterstützt Purisms “freies Smartphone”


Ulrich Hilgefort

Purism-Hardware und KDE-Betriebssystem: So könnte das “weltweit erste freie offene” Smartphone aussehen.

Offen, sicher und die Privatsphäre des Benutzers achtend: Die Crowd-Funding-Kampagne von Purism soll das “weltweit erste freie Smartphone” ermöglichen. Der Linux-Distributor will sein Betriebssystem Plasma Mobile dafür anpassen.

Der Hardware-Hersteller Purism und der Linux-Distributor KDE wollen bei der Entwicklung des “weltweit ersten freien Smartphone” zusammenarbeiten. Es soll auf der Hardware des Librem 5 aufsetzen, das Purism derzeit per Crowdfunding-Kampagne zu finanzieren versucht. Als Betriebssystem soll weder Android noch iOS zum Einsatz kommen, sondern “PureOS” – oder Plasma Mobile, das KDE eigens anpassen will.

Wie Purism-Chef Todd Weaver auf einer Konferenz mit KDE sagte, sei das Ziel ein “offenes, freies und sicheres Smartphone, das die Privatsphäre der Benutzer achtet”. Der Benutzer soll nicht getrackt werden, außerdem soll die Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kommunikation standardmäßig vorgesehen sein. Man fordere den Nutzer nicht auf, seine Bankverbindung zum Download von Apps einzugeben. Hardware-Schalter sollen das Deaktivieren von Kamera, Mikrofon, WLAN, Bluetooth und Mobilfunk ermöglichen.



Die versprochenen Privatsphärefunktionen im Vergleich mit Android und iOS.

Die versprochenen Privatsphärefunktionen im Vergleich mit Android und iOS.

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Die weitere Hardware-Spezifikation des Librem 5 sieht laut Purism ein 5-Zoll-Display, i.MX6/i.MX8-CPUs, drei GByte RAM sowie eine 32 GByte fassende eMMC-Karte vor. Das technische Design des Gerätes sei noch in Arbeit.

Proprietäre Software ist unerwünscht

KDE hat eigenen Aussagen zufolge Plasma Mobile bereits mit mehreren Smartphones getestet. Die in den meisten Telefonen verbauten Hardware-Komponenten setzten allerdings proprietäre Software voraus; das stehe nicht im Einklang mit der Philosophie von KDE. Dennoch sei es ein Traum für die KDE-Community, auf die Hardware-Plattform von Purism zugreifen zu können, sagte die KDE-Präsidentin Lydia Pintscher.

Ob es zu der Zusammenarbeit kommt, hängt vom Ergebnis der Crowdfunding-Kampagne ab. Bis jetzt sind rund 360.000 US-Dollar zusammengekommen – etwa 24 Prozent des angepeilten Ziels von 1,5 Millionen US-Dollar. Purism will die Summe in den verbleibenden 37 Tagen bis zum 23. Oktober einsammeln. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich für verschiedene “Backer”-Pakete zwischen 20 und 19.999 US-Dollar entscheiden.


(uh)