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Kanada macht ersten Schritt zur Zulassung von Kernreaktoren der vierten Generation

Kanada macht ersten Schritt zur Zulassung von Kernreaktoren der vierten Generation

Bis neuartige Flüssigsalz-Reaktoren in Betrieb gehen, dürfte es noch lange dauern. Doch die Technologie macht Fortschritte an der regulatorischen Front – günstige Bedingungen dafür bietet Kanada.

Die Canadian Nuclear Safety Commission hat bekanntgegeben, dass Terrestrial Energy die erste Phase der Design-Überprüfung für seinen Flüssigsalz-Kernreaktor abgeschlossen hat. Weil damit im Prinzip nur bestätigt wurde, dass das Unternehmen seine Absicht belegt hat, die regulatorischen Anforderungen einzuhalten, dürfte es noch bis zur zweiten Hälfte des kommenden Jahrzehnts dauern, bis es tatsächlich einen seiner Reaktoren bauen darf. Trotzdem bezeichnen Beobachter die Mitteilung der Behörde als wichtigen Schritt in Richtung einer neuen Generation von Kernreaktoren, die niedrigere Preise und mehr Sicherheit versprechen, berichtet Technology Review online in “Neue Heimat Kanada“.

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Darüber hinaus ist die Nachricht ein weiteres Beispiel dafür, wie ein anderes Land die Flüssigsalz-Technologie vorantreibt, die schon vor Jahrzehnten in den USA entwickelt wurde. Auch China betreibt ein ambitioniertes Programm für einen Flüssigsalz-Reaktor mit Thorium als Brennstoff, ebenso wie das niederländische Kernforschungszentrum NRG. Und auch andere Anbieter von Reaktoren der nächsten Generation wie Moltex aus London und Advanced Reactor Concepts aus den USA haben beschlossen, sich um eine frühzeitige Zulassung in Kanada zu bemühen.

Der Zulassungsprozess in den USA gilt als “Gold-Standard” für Sicherheit in der Nukleartechnik, doch manche Start-ups und Forscher finden, dass er fortgeschrittene Technologien nicht ausreichend berücksichtigt. Eine konkrete Kritik lautet, dass die US-Behörden keine frühzeitigen Rückmeldungen geben, mit denen die Unternehmen regelmäßig das regulatorische Risiko einschätzen können, bevor sie hunderte Millionen Dollar in die weitere Entwicklung investieren. Der Prozess in Kanada dagegen ist besser definiert und bietet eine Reihe von früheren offiziellen Einschätzungen, sagt Ryan Fitzpatrick, stellvertretender Direktor für saubere Energien bei der Denkfabrik Third Way.

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(sma)