/Jeder Dritte wählt per Post! Darum kämpfen die CDU, SPD und Co. so um die Briefwähler

Jeder Dritte wählt per Post! Darum kämpfen die CDU, SPD und Co. so um die Briefwähler

Laut einer Umfrage will jeder Dritte per Briefwahl wählen gehen.
Bild: dpa

Fast jeder dritte Wähler in Deutschland will nach einer Umfrage bei der Bundestagswahl im September seine Stimme per Briefwahl abgeben. Eine INSA-Umfrage habe ergeben, dass dies 30 Prozent derjenigen vorhaben, die sich an der Wahl beteiligen wollen, schreibt die “Bild”-Zeitung. Bei der Bundestagswahl 2013 betrug der Anteil der Briefwähler demnach 24,6 Prozent.

Wahlkampagnen wollen vor allem Briefwähler gewinnen

Die CDU versucht nun sogar auf Twitter ihre Wähler zu gewinnen. Auch Großplakate sind ein gutes Mittel, um die Wähler zwar nicht an die Urne, aber zum Briefkasten zu bekommen. SPD, Die Linke, Die Grünen und AfD wollen nicht nachstehen und fordern ihre Wähler zur frühzeitigen Stimmabgabe auf. Wie die “Bild” schreibt, wollen die Parteien den Sack der Briefwähler frühzeitig zu machen.

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Andernfalls haben die Parteichefs große Sorgen, dass eben die wichtigen Briefwähler, immerhin 30 Prozent der Wahlberechtigten, ihre Meinung noch kurzfristig ändern könnten, sollten noch dramatische Ereignisse bis zum 24. September 2017 passieren. Doch die Strategie ist keinesfalls unumstritten, denn somit zwingen die Parteien ihre Wähler quasi zu einer frühzeitigen Entscheidung unabhängig von unerwarteten Ereignissen.

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Briefwähler müssen sich früher entscheiden

Der Staatsrechtler Ulrich Battis hält den Trend hin zur Briefwahl für problematisch. “Was hier stattfindet, ist eine unzulässige Verkürzung des demokratischen Willensbildungsprozesses”, sagte er der Zeitung. Eine frühe Entscheidung finde unter anderen Bedingungen statt als die Stimmabgabe am Wahltag. Battis forderte deshalb eine deutliche Verkürzung der Frist für die Briefwahl auf beispielsweise eine Woche.

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koj/news.de/dpa