/Jahrestag des Mauerfalls: Trabi, Wartburg und Genossen Die bunte Autowelt der DDR

Jahrestag des Mauerfalls: Trabi, Wartburg und Genossen Die bunte Autowelt der DDR

— 29.09.2017

Die bunte Autowelt der DDR

27 Jahre nach der formellen Vereinigung sind viele Autos der DDR zum Klassiker herangereift. Die DDR bietet ein reiches automobiles Erbe. Hier kommen Trabi, Wartburg und viele mehr!

Der Melkus RS 1000 war ein sensationeller Flügeltür-Renner auf Wartburg-Basis.

Vor 27 Jahren wurde die Teilung Deutschlands mit der Vereinigung formell beendet, der 3. Oktober erinnert als nationaler Feiertag an dieses monumentale Ereignis. Mittlerweile hat sich der Blick auf die automobile Vielfalt der in der Bundesrepublik aufgegangenen DDR verändert. Während in der Nachwendezeit Ost-Autos überaus unbeliebt waren, sind sie heute anerkannte Klassiker. Trabi und Wartburg genießen nicht nur Kultstatus, einige Autos sind richtig teuer geworden wie das Wartburg 311 Coupé. Der Blick zurück macht klar: Die DDR hatte eine bunte und reiche Vielfalt an Autos zu bieten!

Gebrauchtwagensuche: Trabant

Der Wartburg 353 war ein in der DDR beliebtes, wenn auch schwer zu bekommendes Auto.

Auf deutschen Straßen noch zu finden, vor allem in den neuen Bundesländern, sind Trabant und Wartburg. Der Trabi wurde geliebt, gehasst, gepflegt, oft komplett erneuert, renoviert, geflickt und nach der Wende leider zigtausendfach weggeworfen. Den robusten Zweitakter (kurz vor der Wende sogar mit VW-Viertakter aus dem Polo!) kennt heute noch jedes Kind. Auch der Wartburg fährt im kollektiven Bewusstsein weiter. Doch viele andere Autos der DDR gerieten in Vergessenheit. IFA? Robur? Saporoshez? Für die meisten Wessis böhmische Dörfer. Dabei umfasste die Autowelt der DDR viel mehr als Trabi und Wartburg: In den 50er-Jahren wurden in der DDR noch dicke BMW- und EMW-Schlitten gebaut, IFA F8 und F9, der Trabant-Vorläufer AWZ P70 und der wunderschöne Wartburg 311. Auch seidenweich säuselnde Sechszylinder hatte die DDR zu bieten. Bevor die ersten Trabis 1957 aus den ehemaligen Horch-Werken in Zwickau rollten, entstand dort eine moderne Repräsentationslimousine, die sich hinter Mercedes oder BMW nicht zu verstecken brauchte: der Sachsenring P 240.

Gebrauchtwagensuche: Wartburg

Luxuslimousine aus DDR-Produktion: der Sachsenring P 240, gebaut von 1956 bis 1959.

Der 80 PS starke P 240 war technisch wie optisch auf der Höhe der Zeit. Doch das sowjetische Bruderland wollte keinen DDR-Luxuswagen: Die knappen Ressourcen sollten für den Bau von volksnäheren Vehikeln genutzt werden. Und außerdem brachten die Sowjets selbst Limousinen für den gehobenen Geschmack in die DDR: GAZ M 21 und der Nachfolger GAZ M 24, beide bekannt als Wolga. Zu den Privilegierten, die einen Wolga fahren durften, zählte die Volkspolizei und die Polit-Elite. Doch auch für Otto Normal-DDR-Bürger gab es eine Chance, in einem Wolga mitzufahren – im Taxi. Hier ein Blick auf die bunte Vielfalt der DDR-Autos!