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IP-Kamera Smartfrog im Test: gutes Gesamtpaket – auch ohne Cloudspeicher

Das Security-Kamera-Paket Smartfrog bietet neben den üblichen Features einer Überwachungskamera einige interessante Zusatzfeatures, die wir so bislang noch bei keiner IP-Cam gesehen haben. Was das Gerät im Detail drauf hat und wie nützlich die diversen Einsatzmöglichkeiten sind, das erfahrt Ihr in unserem Test.

Besonders wertig mutet Smartfrog nicht an, Kameragehäuse und Halterung sind aus einfachem Kunststoff. Die Verarbeitung ist jedoch gut und das Positionieren der Kamera durch vertikales Schwenken und horizontales Drehen funktioniert prima. Der Standfuß hat vier rutschfeste Kunststoffnoppen, im Lieferumfang befindet sich noch eine Wandhalterung. Oberhalb der Kamera vorne sitzt eine auch deaktivierbare Status-LED. Diese zeigt den aktuellen Modus der Kamera an.

Die HD-Kamera hat eine 2,1-Millimeter-Linse mit Weitwinkelobjektiv, 8-fach-digital-Zoom und löst 1280 × 720 Pixel auf. Neben einem Umgebungslichtsensor gibt es noch eine Infrarot-LED für die Nachtsicht mit einer Reichweite von bis zu 10 Metern. Zur weiteren Ausstattung gehören ein integriertes Mikrofon und ein Lautsprecher. Im WLAN funkt Smartfrog nach 802.11 b, g und n.

Wie bei den meisten Konkurrenzprodukten landen aufgenommene Videos auf den Servern des Unternehmens. Laut Hersteller wird dabei dieselbe Verschlüsselung verwendet, die man vom Onlinebanking kennt: die Daten in einem zertifizierten deutschen Hochsicherheits-Rechenzentrum gespeichert und so vor dem Zugriff durch Dritte geschützt. Smartfrog verspricht in Sachen Privatsphäre „höchste Sicherheitsstandards in zertifizierten Systemen“. Zu diesem Thema gibt es eine spezielle Infoseite, allerdings nur in englischer Sprache.

Neben dem herkömmlichen Livebild bietet Smartfrog eine Bewegungserkennung und über das eingebaute Mikrofon auch eine Geräuscherkennung (beides auf Wunsch mit Pushbenachrichtigungen per E-Mail und auf dem Handy). Dank des internen Lautsprechers ist die Kamera auch als Babyphone nutzbar. Zu all diesen Zwecken muss Smartfrog scharf geschaltet sein, d. h. die konstante Aufnahme des Geschehens vor der Linse muss aktiviert sein. Dies kann der Nutzer manuell oder zeitgesteuert tun, bzw. so natürlich auch die Aufnahme wieder stoppen.

Zur Bedienung und Überwachung gibt es neben einer App für Android und iOS auch ein Webinterface. Der größte Unterschied zwischen den beiden Möglichkeiten ist der erweiterte Funktionsumfang im Browser. Da wäre zum einen die Möglichkeit dort innerhalb des Sichtbereichs bestimmte Zonen festzulegen. Nur dort kommt dann die Bewegungserkennung zum Einsatz. Weiterhin lassen sich einzelne Clips nur im Webinterface aus dem aufgenommenen Videomaterial herausschneiden und abspeichern, um diese auch nach Ablauf der zur Verfügung stehenden Speicherzeit anschauen oder herunterzuladen zu können.

Ohne Abo hat der Nutzer nur Zugriff auf die letzten vier Stunden, mit Abo auf wahlweise 24 Stunden, 7 Tage oder 30 Tage. Preislich gestaltet sich die Sache so, dass man die Kamera ohne Abo für knapp 150 Euro bekommt, für 5,95 Euro monatlich bekommt man das Gerät inklusive 24 Stunden Videospeicher. Besitzer einer Smartfrog bezahlen für 24 Stunden im herkömmlichen, monatlich kündbaren Abo nur 2,95 Euro. Hier muss sich der Käufer also genau überlegen, was aus preislicher Sicht am sinnvollsten ist.

Nicht nur das Webinterface unterscheidet Smartfrog von den meisten IP-Kameras anderer Hersteller. Mit einem eigentlich ausgemusterten Smartphone und einem Notebook, bzw. dessen Webcams, lässt sich das System auf bis zu drei Überwachungskameras aufstocken. Beim Handy geschieht dies direkt innerhalb der App, am Laptop logischerweise innerhalb des Webinterface.

Obwohl Smartfrog nur 720p auflöst, konnte die Bildqualität im Test schon bei der Einstellung „Mittel“ überzeugen, auch im Nachtsichtmodus. Tief ins Geschehen hineinzoomen ist dann allerdings nur noch Pixelmatsch. Jedoch gab es mit einer 50-Mbit-Leitung auch in höchster Qualität keine Streamingprobleme.

Die Verbindung zwischen Kamera und Router herzustellen, ging per Setup innerhalb der Smartphone-App schnell und reibungslos. Was die prinzipielle Performance der Kamera angeht fiel im Test auf, dass das Aktivieren des Livebildes – und somit gleichzeitig der Aufnahme – immer recht lange dauerte. Danach war die Verbindung jedoch gut und stabil. Die Verzögerung bei der Übertragung des Livebildes betrug im Test knapp drei Sekunden. Bei der Nutzung als Gegensprechanlage stellte dies keine Hürde dar, die Audioqualität war dabei zufriedenstellend.

Sowohl Bewegungserkennung als auch Geräuscherkennung haben schon bei der voreingestellten Empfindlichkeit präzise reagiert, Benachrichtigungen darüber kamen schnell auf Handy und per Mail an. Die Empfindlichkeit lässt sich aber mit der entsprechenden Einstellungsmöglichkeit noch finetunen.

Smartfrog ist ein nettes Gesamtpaket in Sachen Security-Cam. Neben gut funktionierender Bewegungs- und Geräuscherkennung – und damit verbunden einer schnellen Benachrichtigung des Nutzers –, hat uns das Gerät auch als Babyphone bzw. Gegensprechanlage gefallen. Die Möglichkeit das System mit dem eigenen Laptop und einem alten Handy mit zwei weiteren Kameras aufzurüsten, ist außerdem eine praktische Sache.

Und eigentlich dürfte den meisten auch die kostenlose Videospeicherung der letzten vier Stunden langen, somit kämen nicht noch monatliche Kosten auf den Kamerapreis obendrauf. Kleiner Wehmutstropfen ist hier allerdings die Tatsache, dass die Aufnahmen eines eventuellen Einbruchs nicht direkt auf dem Handy abspeicherbar oder herunterladbar und nach 4 Stunden nicht mehr verfügbar sind. Daran arbeitet der Hersteller jedoch eigenen Aussagen zufolge aktuell.

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